SEVENTH GATE: A Reign Of Shadows

Betörende Melodien und komplexe Songstrukturen unter einem Klangdach: Kann das gutgehen? Im Falle SEVENTH GATE lautet die Antwort ganz klar: Ja!

Betörende Melodien und komplexe Songstrukturen unter einem Klangdach: Kann das gutgehen? Im Falle SEVENTH GATE lautet die Antwort ganz klar: Ja! Den Recklinghausenern gelingt es auf ihrem offiziellem Debüt A Reign Of Shadows tatsächlich, ihre Vorlieben für eingängige Harmonien und noch eingängigere Refrains ebenso auszuleben wie ihr Faible für gemäßigt vertrackte Kompositionen, ohne dabei Gefahr zu laufen, merklich zweigleisig vor sich hin zu musizieren. Ganz im Gegenteil: Songs wie `Cradle Of Time`, `Dead End Race` oder `Into The Twilight` klingen trotz aller Feinheiten derart kompakt, daß an ihnen alle Freunde eher traditionellen Metals ihren Spaß haben könnten. Vorausgesetzt, sie stören sich nicht an den allgegenwärtigen Keyboards und der Neigung zu neoklassischer Melodieführung, zwei Merkmalen, die A Reign Of Shadows mitunter in die Nähe einer verspielteren Version von ROYAL HUNT oder auch EDENBRIDGE minus Zuckerglasur rücken lassen. Eine dritte teilimaginäre Referenz, die zumindest ansatzweise als Stil-Umschreibung herhalten könnte, wäre eine techniklastigere, dafür aber pomp-entschlackte Ausgabe der Österreicher DREAMS OF SANITY, zumal auch SEVENTH GATE mit weiblicher Stimme an den Start gehen (allerdings reicht Sabine Demes in puncto Klangfarbenvielfalt bei weitem nicht an ex-DREAMS OF SANITY-Ausnahmesängerin Sandra Schleret heran, überzeugt aber dennoch mit ausgeprägtem Gespür für schöne Gesangslinien und -arrangements). Weiterhin neigen SEVENTH GATE ebenso wie besagte Band dazu, ihre Melodien mit einem Hauch süßer Melancholie zu versetzen, wenn auch weniger vordergründig und vor allem weit weniger dramatisch inszeniert.

Metal-Fans also, die nicht ausschließlich auf ungezügelte Gitarren-Power und rauhes Geröhre stehen, werden A Reign Of Shadows in ihr Herz schließen können. Reine Prog-Fans werden indes den Frickelfaktor als zu gering erachten, um SEVENTH GATE im Kreis ihrer Instrumental-Götter willkommen zu heißen, müßten aber immerhin anerkennen, daß sich selbst ein kleines Refrain-Wunder wie `Prayer For The Lion Child`, der straighte Titelsong oder die ausgesprochen schöne Halb-Ballade `Here Before` dank liebevoll eingeflochtener Detailarbeit nicht so schnell abnutzen, wie die leichtgewichtigen Werke manch` anderer Melodic Metal-Helden. Summa Summarum: Ein formidabler Einstand, der allenfalls hier und da in puncto Arrangements noch ein wenig Feinschliff missen läßt und dem eine wuchtigere Produktion mit weniger Proberaum-Hall gutgetan hätte. Aber das ist nicht, woran man nicht arbeiten könnte…

Spielzeit: 50:49 Min.

Line-Up:
Sabine Demes – Vocals

Ralf Ossowski – Drums

Michael Prissner – Guitars

Marco Altkemper – Bass

Ralf Forreiter – Keys

Produziert von Mike Molto
Label: Headless Records

Hompage: http://www.seventhgate.de/

Tracklist:
Under A Demon Moon

Whisper Of The Serpent

Cradle Of Timne

Prayer For The Lion

The Dark

Into The Twilight

Dead End Race

Baptice In Blood

A Reign Of Shadows

Gates Of Darkness