SEMANA SANTA: Wake Up, Beauty [Eigenproduktion]

SEMANA SANTA: Wake Up, Beauty [Eigenproduktion]

Mit einem textlichen Konzept über Missstände und fragwürdigen Trends in unserer Gesellschaft versuchen SEMANA SANTA, sich auf ihrem Debütalbum „Wake Up, Beauty“ von vergleichbaren Hardcore-Bands abzuheben. Nun mag Sozialkritik gerade in diesem Genre nichts Ungewöhnliches sein, doch merkt man bereits nach dem ersten Blick ins Booklet, dass Sänger Thomas Psenner weitgehend auf platte Botschaften verzichtet und sich stattdessen ernsthaft mit den problematischen Inhalten, wie die sich immer weiter öffnende Schere zwischen den Generationen oder die zunehmende Flucht der Jugend in den Materialismus, beschäftigt hat.

Die instrumentale Basis hierfür bildet moderner Hardcore, der sich auch vor Einflüssen aus dem Metal- oder Rockbereich nicht verschließt. Besonders gelungen zeigt sich dies in Stücken wie „Loving Sanity“ oder „Whenever I Close My Eyes“, wo im Refrain sogar auf Klargesang ausgewichen und so nicht selten an die Münchner von THE BLACKOUT ARGUMENT erinnert wird. Die Gratwanderung, nicht in stumpfen Baukasten-Metalcore zurückzufallen, meistern SEMANA SANTA in diesen Momenten mit Leichtigkeit. Auch aggressiveres Material der Marke „Wake Up (Part 2)“ und „A Decision To Take“ geht gut ins Ohr und lässt den Wunsch nach einem Live-Konzert der Band aufkommen.

Dank der erdigen Produktion versprüht „Wake Up, Beauty“ Live-Feeling

Doch können trotzdem leider nicht alle Kompositionen auf „Wake Up, Beauty“ diese Klasse aufrechterhalten. Zwischendurch haben sich mit „Post Modern Standard Kills The Beauty“ oder dem Opener „For You“ gerade bei den etwas geradlinigeren, hardcorelastigen Kompositionen immer wieder Nummern eingeschlichen, die nicht hundertprozentig begeistern können. Selbst dann agieren SEMANA SANTA, auch aufgrund der guten Gitarrenarbeit, zwar immer noch grundsolide, dass sie es besser können, haben die Jungs an anderer Stelle dennoch bewiesen.

Alles in allem ist „Wake Up, Beauty“ aber ein grundehrliches Album geworden, das niemals aufgesetzt wirkt und dank der authentischen, leicht erdigen Produktion sogar so etwas wie Live-Feeling versprühen kann. Und allein deshalb sollte man dem Quintett aus dem Allgäu eine Chance geben, meinst du nicht?

Veröffentlichungstermin: 10.07.2009

Spielzeit: 36:45 Min.

Line-Up:
Thomas Psenner – Vocals
Bastian Sauter – Guitar
Alexander Vukitsevits – Guitar, Vocals
Frederik Boetzelen – Bass
Joachim Foerster – Drums

Produziert von Jan Kerscher
Label: Eigenproduktion

SEMANA SANTA „Wake Up, Beauty“ Tracklist

01. For You
02. Loving Sanity
03. Wake Up (Part 1)
04. Whenever I Close My Eyes
05. Wake Up (Part 2)
06. A Product Of Your Own Apathy
07. Want Ad On Page 7
08. Post Modern Standard Kills The Beauty
09. A Decision To Take
10. The Choice Of Easy Dying

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.