RISE TO REMAIN: City Of Vultures

RISE TO REMAIN: City Of Vultures

Seien wir doch mal ehrlich: Wäre nicht ein gewisser BRUCE DICKINSON der Vater von Austin Dickinson, seines Zeichens Sänger von RISE TO REMAIN, hätte diese noch ziemlich unbekannte Metalcore-Band wohl eher kaum den sicher recht begehrten Support-Slot als Vorband für IRON MAIDEN ergattern können. Allzu viel Werbung dürften die jungen Briten als Vorband beim doch eher auf klassischen Metal eingestellten Publikum sowieso nicht gemacht haben, ich fand ehrlich gesagt RISE TO REMAIN beim IRON MAIDEN-Konzert in Stuttgart eher deplatziert.

Doch nun liegt mir das Debütalbum City Of Vultures der Jungspunde vor, das in ihrem Heimatland bereits einige Auszeichnungen erhielt und auch sonst stark supportet wird. Angesichts der besonders überschwänglich formulierten Platteninfo und dem Hype in England war der erste Hördurchgang auch mit einer Menge Skepsis gepaart. Und ganz ehrlich: man hätte City Of Vultures auch locker unter den Tisch schreiben können. Mit seinem melodischen Metalcore, gepaart mit etwas Emo und Pop-Punk-Einflüssen, dazu die übliche Mischung aus Shouts und recht hohem Cleargesang (für die kleinen Mädchen), bietet das Album eine Fülle an Arguments der Marke billiges Mainstreamprodukt und null innovativ.

Doch dann höre ich City Of Vultures noch einmal. Und noch einmal. Und stelle fest: die Jungs können wirklich was. Ohne Scheiß. Die meisten Songs zünden mächtig, bieten haufenweise gute Riffs und Melodien, wissen mit klassischen Soli zu begeistern und beherbergen genug Details, um längerfristig Spaß zu machen. Dickinson Junior hat zwar rein stimmlich nicht viel mit seinem Vater zu tun, singt aber trotzdem absolut genial, passt seine Stimme sehr gut den verschiedenen Stimmungen an und entfacht in den Refains ein wahres Hookline-Feuerwerk.

So gibt es auf City Of Vultures eine Menge zu entdecken. Das kann klassisches Genrefutter wie der starke Opener The Serpent oder Bridges Will Burn sein, aber auch das nachdenkliche, an aktuelle RISE AGAINST erinnernde Talking In Whispers, das knallharte God Can Bleed mit seinen klar von IRON MAIDEN beeinflussten Soli oder die ruhigen Nothing Left und Roads bieten eine Menge Abwechslung und sind vor allem eines: hochklassige Songs. Auch wenn es dazwischen mal einen Durchhänger gibt, ist die Platte für jeden zu empfehlen, der bei den oben beschriebenen Genres nicht sofort reflexartige Schreikrämpfe bekommt. Ob die genannten Kritikpunkte damit jetzt aus der Welt sind oder nicht ist letztlich irgendwie egal, denn eine Menge Spaß kann man mit RISE TO REMAIN auf jeden Fall haben.

Veröffentlichungstermin: 02.09.2011

Spielzeit: 45:22 Min.

Line-Up:

Austin Dickinson – Vocals
Ben Tovey – Lead Guitars
Will Homer – Rhythm Guitars
Joe Copcutt – Bass
Pat Lundy – Drums

Produziert von Colin Richardson
Label: EMI

Homepage: http://www.risetoremain.com/

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/risetoremain

Tracklist:

01. Intro
02. The Serpent
03. This Day Is Mine
04. City Of Vultures
05. Talking In Whispers
06. God Can Bleed
07. Power Through Fear
08. Nothing Left
09. We Will Last Forever
10. Illusions
11. Roads
12. Bridges Will Burn