RED TAPE PARADE: Ballads of the Flexible Bullet

RED TAPE PARADE: Ballads of the Flexible Bullet

Na also! Es gibt sie noch, die uncoolen Typen, die Hardcore sind. Um es ein für alle Mal klar zu machen, die Gangster-Kids, die resistant gegen das Systems und so´n Scheiß zu sein scheinen, sind nicht Hardcore. Ihr werdet euch wundern, wie alt und unhip die Typen sind, die sich dieser Musik schon jahrelang hingeben, auch schon lange bevor diese Musikrichtung so angesagt und Bravo-kompatibel war. Vorhang auf für RED TAPE PARADE, die mit Ballads of the Flexible Bullet ihr Debütalbum vorlegen und darauf so herrlich unverkrampft, aufrichtig und bodenständig agieren, dass man sich zurecht fragt, ob man mit der Rückbesinnung auf alte Stärken wieder einen frischen Wind in die durch Coolness verstaubten Schubladen bringen kann.

RED TAPE PARADE spielen, das muss gleich zu Beginn klar gestellt werden, ihren Hardcore recht punkig, und zwar so sehr, dass man sich fragt, ob der Punk hier nicht sogar die Oberhand hat. Aber scheißegal, RED TAPE PARADE haben 16 hochmelodische Songs parat, die das Herz des Hörers im Sturm erobern. Ballads of the Flexible Bullet zündet sofort, reißt ebenso schnell mit und erfüllt das Herz des Konsumenten mit Kampfgeist und ja, auch ein wenig guter Laune. Diese geballte Lebensfreude manifestiert sich durch ordentliche Riffs und ebensolche Melodien, simplen Grooves und hohen Abwechslungsreichtum im Gesang. Hier wird hell und klar gesungen, gebrüllt und gekreischt, je nachdem, was der Song erfordert.

Apropos Song, hier haben sich einige richtig gute davon eingeschlichen: Flott zur Sache geht es bei dem Opener Deadleaves, aber auch bei One Cup of Coffee Closer to Death, Substance und The Great Escape, aber auch langsamere Nummern wie Friendly Fire, Neutron und Flight 815 haben ihren Reiz. Die Regensburger Formation verarbeitet alle ihre Einflüsse, von MINOR THREAT bis hin zu BOYSETSFIRE, deren Sänger Nathan Gray auch einen Gastauftritt auf Ballads of the Flexible Bullet hat, größtenteils sehr homogen, so dass dieses Album trotz der verschiedenen Stile immer einem roten Faden folgt.

RED TAPE PARADE, deren Mitglieder unter anderem auch bei den ANYTHING BUT YOURS und DRIVING THE SALT aktiv sind, haben ein wirklich starkes Debüt in der Hinterhand, eines, das völlig unbeeindruckt von derzeit grassierenden Trends zeigt, wo der echte Hardcore-Punk dieser Tage stehen sollte. Und da ist es sogar gut, dass die Band ganz bewusst mit Elementen aus Pop und Rock ´n´ Roll spielt. Ballads of the Flexible Bullet macht Spaß, wird nicht langweilig, hat super Songs drauf, ist toll aufgemacht und gut produziert. Operation geglückt, Sirs!

Veröffentlichungstermin: 17. Oktober 2008

Spielzeit: 36:53 Min.

Line-Up:
Wauz Juan Y Tous – Vocals
Ule Gigl – Guitar
Manuel Müller – Guitar
Oise Ronsberger – Bass
Holger Stich – Drums

Label: Let It Burn Records

Homepage: http://www.redtapeparade.de

MySpace: http://www.myspace.com/redtapeparadeband

Tracklist:
1. Deadleaves
2. One Cup of Coffee Closer to Death
3. Friendly Fire
4. Less Than a Minute
5. Tatooine
6. Art is No Excuse for Bullshit
7. If Love is War She´s Got the Neutron Bomb
8. Substance
9. The Old Guys Will Have Their Say
10. The Great Escape
11. Theme Song
12. Fingerprints
13. The Obstacle Race
14. Dial F for Failure
15. Dead Letter Office
16. Flight 815