PEST: Vado Mori

Das Abkupfern von Riffs ist nichts Neues. Aber dass man sogar Wind klauen kann, das ist neu…Willkommen in der Welt von PEST.

Ein schwarzweißes Cover, tanzende Skelette, vier durchtrainierte, kahle Typen auf dem Backcover — wie lassen sich diese Stilelemente bloß mit einem piepsigen Keyboardintro verbinden? Für die deutschen PEST beißt sich dies offenbar genauso wenig wie Pommes mit Mayo und nach Prelude to Death sinken die Temperaturen in frostige Black Metal-Regionen. Ein rauher Wind bläst durch die rohe Produktionslandschaft und befördert das süßliche Keyboard für den Rest von Vado Mori ins Jenseits.

In der Tat geht es auf Vado Mori eiskalt zu und her. In The Failure of Creation kreischt sich Mr. Blasphemy in der Manier vom unseligen BURZUM-Kopf Varg die Lunge aus dem Leib, was nach einem Weilchen jedoch zu einer etwas nervigen Simulationsangelegenheit wird. Bei Eternal Darkness offenbaren sich bald darauf weitere schwache Momente: Das Anfangsriff wurde stinkfrech von EMPERORs I´m the black wizards´ geklaut, danach holzt man sich ANCIENT-orientiert durchs Gestrüpp, wobei der Drummer offensichtlich seine liebe Mühe mit dem Tempo hat und auch mal atemlos ins Unpräzise hineinstolpert. Bald darauf besinnt sich Kreischer Mr. Blasphemy auf andere Vorbilder, in Infinity Awaits meldet er sich dann beinahe schon kläffend zu Wort und verschafft sich in der sicher schon 100mal dagewesenen, aus den Zutaten DARKTHRONE und frühen DARK FUNERAL zusammengemischten, Klangkreation Gehör.

Die Inspiration ereilt PEST auch nicht in dem sich etwas abgrenzenden Titeltrack: ruhig und unpräzis wird hier von SLAYERs Seasons in the Abyss abgekupfert, danach rast man noch einmal à la AURAL FROST durchs Nordmeer. Um die gefangene, norwegische Schwarzmetall-Posse noch etwas zu vergrößern, begehen PEST in Before the Storm den ultimativen Raubüberfall mit fetter Beute. Das Opfer: SATYRICON. Denen wird dreist Min Hyllest Til Vinterland vom legendären Dark Medieval Times-Album geklaut, inklusive Wind! Eine absolute Premiere: PEST stibitzen SATYRICON sogar den Wind, um einen Hauch von Atmosphäre zu kreieren! Unfassbar.

Nach diesem Schock wird man wieder mit der üblichen, zum Teil auch recht melodiösen (Der Ewige) 08/15-Kost besänftigt und man fragt sich, warum hier nicht mehr auf eigene Ideen und etwas Konditionstraining gesetzt wurde. Geschadet hätte es auf keinen Fall, gesichtslosen, frostigen Black Metal gibt es leider schon zu genüge.

Veröffentlichungstermin: 12.01.2005

Spielzeit: 46:26 Min.

Line-Up:
Mr. Blasphemy: Stimme

Atax: Stimme, Gitarre, Lyrics

Scum: Gitarre, Bass

Mrok: Drums, Keyboards

Label: Ketzer Records / Twilight Vertrieb

Homepage: http://www.pest-musik.de

Email: info@pest-musik.de

Tracklist:
1. Prelude To The End

2. The Failure Of Creation

3. Eternal Darkness

4. Infinity Awaits

5. Vado Mori

6. Before The Storm

7. The Glimmer

8. Yersinia

9. Der Ewige

10. Into Madness

11. Es lebe der Tod