ON BROKEN WINGS: It´s All a Long Goodbye

Ein Appell an die Spastikerfraktion: Wenn es euch mal wieder so richtig schütteln soll und ihr normalen Metalcore zum gähnen findet; diese Scheibe ist für euch.

Moshcore, die zweitausendachthundertvierundsiebtsigste: ON BROKEN WINGS sind wieder da. Die Bostoner Terroreinheit liefert wie schon auf dem letztjährigem Debüt grundsolide Arbeit ab, nichts besonders Neues, aber Verlass ist auf den verrückten Fünfer dann doch. Denn die haben nämlich nicht nur ihre größtenteils gute Arbeit beibehalten und zeigen brav jedem den Stinkefinger, der nach der Urzeit fragt.

Doch nicht nur die boshafte Einstellung haben sich die Fieslinge beibehalten, auch die Härte ist nicht gewichen. Im Gegenteil, im Vergleich zum Vorgänger gibt es mehr Mosh und weniger Melodie. Auch nicht schlecht, denn ON BROKEN WINGS bleiben dennoch vielseitig. Stampfender Metalcore, schnelle Hardcore-Attacken, eingestreute Death Metal-Dampfhämmer und dann doch den einen oder anderen Schuss Melodie verabreichen die fünf Wahnsinnigen ihrer Musik und sorgen für eine turbulente halbe Stunde. Da geht das Adrenalin mal hoch, wie bei Listless und Nothing New, doch hin und wieder schleicht sich dezente Langeweile ein.

Vor allem dann, wenn die Songs von stumpfen Breakdowns dominiert werden, das ist nicht heavy, das ist tödlich für die Intensität, denn ON BROKEN WINGS wirken dadurch gleichförmig und stinklangweilig. Dafür kommen die schrägen Passagen schön amtlich rüber, ON BROKEN WINGS klingen da ein wenig wie frühe BURNT BY THE SUN, das ist doch mal was erfrischend Anderes. Was hier und da wie ein Lichtstrahl durch eine dicke Wolkenschicht wirkt, sind die leicht melancholischen Passagen wie in Ashes and Snow, in denen klarer Gesang eingesetzt wird.

Ihr seht, It´s All a Long Goodbye bietet für jeden etwas und es zeigt eine deutliche Weiterentwicklung, wie es sich für ein zweites Album gehört. Dennoch fürchte ich, wird der Silberling in der momentanen Veröffentlichungsflut untergehen – dafür beherbergt er zu wenige Besonderheiten und hat mit ein paar musikalischen Defiziten zu kämpfen. Daher ein Appell an die Spastikerfraktion: Wenn es euch mal wieder so richtig schütteln soll und ihr normalen Metalcore zum gähnen findet; Diese Scheibe ist für euch. Alle anderen brauchen wohl eine große Packung Aspirin.

Veröffentlichungstermin: 20. Juni 2005

Spielzeit: 32:30 Min.

Line-Up:
Johnathan Blake – Vocals

Burke Medeiros – Guitars

Mike McMillen – Guitars

Jerome McBride – Bass

Kevin Garvin – Drums

Label: Alveran Records / Centuy Media Records

Homepage: http://www.onbrokenwings.com

Tracklist:
1. Suffer

2. Pushing Uo Daisies

3. More than Life

4. Hell or High Water

5. Frozen Over

6. Tongue in Teeth

7. Listless

8. Nothing New

9. Deadpool

10. I Do My Crossroads in Pen

11. Ashes and Snow