NUDE: Cities And Faces

NUDE: Cities And Faces

Mit NUDE gibt es einen Neukommer aus Italien, der nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, Power Metal über nudistische Ritter fabriziert, sondern sich der melancholischen Pop-/Rock-Musik widmet. Und das nicht einmal schlecht. Mit „Transistor Fate“ legt das Quintett gleich recht ordentlich los, der Song ist eingängig und gefällig. Auch ein Song wie „Somewhere“ ist sicherlich nichts, was man sofort angeekelt von sich wirft. Sänger Tom klingt dabei irgendwie typisch italienisch, aber auch irgendwie wie Dave Gahan von DEPECHE MODE und kann somit der Musik durchaus seinen Stempel aufdrücken. Dieser verblaßt allerdings recht schnell, denn schon beim zweiten Song, dem Titelstück, wird klar, was das Problem der Scheibe ist: ihre Belanglosigkeit. Im Jahre 2001 braucht einfach niemand mehr eine „Mischung aus Gothic, Electronic, New Wave und Metal“ (Labelinfo), vor allem dann nicht, wenn diese im Grunde nur nach leicht melancholischem Pop klingt und man somit die härteren Stellen vergeblich sucht. Musikalischer Anspruch ist zudem in keinem Song vorhanden; irgendwie hat der Hörer permanent das Gefühl, Radio zu hören – man erwischt sich manchmal zwar dabei mitzusummen, aber wirklich bahnbrechende Musik, die berührt, ist das nicht. In diesem Sinne ist „Cities And Faces“ ähnlich wie die neueren PARADISE LOST-Sachen einfach zu oberflächlich, um im Innern zu berühren und vermag so höchstens vereinzelt zum Tanzen in einer Diskothek ermuntern. Und wenn dann noch ein Langweiler wie „Pale Skin“ zwischendurch erklingt, läuft man leider Gefahr, dabei einzuschlafen.

VÖ: 26.11.2001

Spielzeit: 48:52 Min.

Line-Up:
Tom – voc

Fabio – git

Antonio – b

Sergio – key, programming & samples

Nicolas – d

Label: Scarlet/Radar

Tracklist:
1. Transistor Fate

2. Cities And Faces

3. Inside

4. Pale Skin

5. Tell Me What It Seems

6. News

7. Blackest Time

8. U Got Mine

9. Modern World

10. Somewhere

11. Over The Sun

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Andreas ist mit vampster und Metal großgeworden, liebt Wald- und Wiesenmusik und dreckigen Punk und alles, was dazugehört (Whisky, Wanderschuhe und ein kaltes Bier in dunklen Kellern z.B.), und schreibt und singt und kämpft für das Wahre, Gute und Schöne.