MORTALIA: Naked Warrior

Cosmic Odyssee Metal: Mortalia reisen zwischen verschiedenen Metal-Stilen, Rock, modernen Elementen, Folk und nehmen hier und dort etwas mit, um am Ende ihrer Reise ein Mosaik zu präsentieren, in dem die unterschiedlichsten Einzelteile zu einem stimmigen Klangbild zusammengefügt sind.

Gleich der Opener überrascht: At Stormy Nights ist ein richtiger Hinhörer: Durch die beiden übereinander gelegten Gesangsspuren – einmal klar, einmal leicht verzerrt und eher gesprochen als gesungen – macht der Song neugierig auf den Rest des Albums. Und der enttäuscht nicht, ganz im Gegenteil. Die Berliner Band zeigt sich sehr vielseitig, was eine Einordnung in gängige Schemata natürlich nicht gerade einfach macht, doch das ist durchaus erfreulich – zeigt es doch, dass Mortalia eine eigenen Stil entwickelt haben. Cosmic Odyssee Metal nennt das Label den Stil – und ganz unrecht hat es nicht: Mortalia reisen zwischen verschiedenen Metal-Stilen, Rock, modernen Elementen, Folk und nehmen hier und dort etwas mit, um am Ende ihrer Reise ein Mosaik zu präsentieren, in dem die unterschiedlichsten Einzelteile zu einem stimmigen Klangbild zusammengefügt sind. Der weibliche Gesang, beziehungsweise der Wechsel zwischen Frauen und Männerstimmen lässt auf Gothic schließen, doch von Düstergewabere ist Naked Warrior weit entfernt, die Songs klingen frisch, unverbraucht und machen schlicht und ergreifend Spaß.

Melodisch, eingängig, abwechslungsreich, emotional, vielseitig, – diese Umschreibungen passen alle und Mortalia bieten noch mehr. Vom rockigen Everlastig über das modern-eingängige Aliens Like me, das beschwingte The Spirits Fly, das düstere Stranger bis zum ruhigen Titelsong – Mortalia schillern in vielen Farben. Mit L`âme Immortelle hat die junge Band einen französischsprachigen Song aufgenommen, normalerweise graust mir vor dieser Sprache, doch bei Mortalia stört mich der Klang des Französischen überhaupt nicht. Zum Abschluss zeigt Shanti die Band nochmals in einem ganz anderen Licht, sehr folkig und eindringlich.

Naked Warrior ist ein schönes und vor allem ungekünsteltes Album, das geschickt altbekannte Elemente mit komplexem, aber immer eingängigem Songwriting verbindet und eine gehörige Steigerung zum Demo Orpheo zeigt. Doublebass-Atacken und ein druckvoller Sound geben den Songs eine ordentliche Portion Power, die Wurzeln der Band liegen hörbar im Metal. Als Krönung steht über der Musik der klare und sehr natürliche Gesang von Antje Dieckmann.

Man sollte der sympathischen Band auf alle Fälle eine Chance geben und mal reinhören, als Anspieltipp empfehle ich der Opener At Stormy Nights und den gefühlvollen Titeltrack Naked Warrior .

Tracklist:

At Stormy Nights

Everlasting

Aliens Like Me

The Spirit`s Fly

Stranger

165 Bpm

Naked Warrior

Hymne

L`âme Immortelle

Shanti

Besetzung:

Steffen Staumeister – Keyboards

Hannes Klitta – Gitarre

Gerald Herzig – Schlagzeug, Gesang

Christoph Zahl Klitta – Bass, Gesang

PeterHellwig – Gitarre, Gesang

Antje Dieckmann – Gesang

Spielzeit: 46:07

VÖ: 23.3. 2001

Label: Moonstorm Records