MIRROR OF DECEPTION: Conversion

Mit dieser Scheibe zeigen MIRROR OF DECEPTION eindeutig warum sie international als DIE deutsche Doom-Band gehandelt werden.

Ich war bisher nicht wirklich der größte MIRROR OF DECEPTION-Fan, umso neugieriger war ich auf die neue EP der Band um Meister Jochen Fopp, dem personifizierten Sinnbild der deutschen Doom-Szene und sicher einen der liebenswertesten Menschen überhaupt in der Metal-Szene.
Mit einem hypnotisch gesprochenen Intro führt uns Siffi zum ersten Song. Distant groovt dann auch sofort im typischen MOD-Beat los, man möchte gleich mitsingen oder tänzelnd durchs Zimmer wackeln. Die letzte Strophe wird uns dann auch noch in deutscher Sprache vorgetragen. Songs mit deutschen Texten gehören seit dem Mirrorsoil-Hit Weiß ja auf jede MOD-Platte, man erwartet das einfach! Entgleiten wälzt sich aus den Boxen um dann mit einem soften, fast schon gothic-mäßigen Mittelteil zu begeistern der die von Trennung erzählenden Lyrics perfekt untermalt.
Conversion überrascht mit einem fast SISTERS OF MERCY-artigen Einstieg, überhaupt hat dieser Song richtiggehend Hitpotential, in jedem gepflegten Club sollte Conversion sicher die Tanzflächen füllen. Ja, dieser Song könnte der neue MOD-Hit werden!
Vanished ist dann wieder eine typische Walze bei der man nach zwei Takten weiß dass muss MOD sein. Eine schwerfällig-verträumte Nummer mit einer packenden Melodieline in einem total witzigen Sound, klingt nach Oboe oder so, tolle Idee! Ein kurzes Outro beendet die Scheibe und nötigt zum Betätigen der Repeat-Taste. Lasst Euch nicht von den im Cover aufgelisteten 4 Tracks irritieren, Intro und Outro fanden noch ihren Weg auf die CD als das Cover bereits fertig war.
Mit dieser Scheibe zeigen MIRROR OF DECEPTION eindeutig warum sie international als DIE deutsche Doom-Band gehandelt werden. MOD lassen sich mit keiner anderen Band vergleichen, sind spätestens mit Conversion absolut eigenständig. Die größte Uberraschung aber ist mit Sicherheit Michael Siffermanns Gesang. Nach dem Abschied vom langjährigen Sänger Baumi und den dadurch fehlenden zweistimmigen Gesang war ich eher skeptisch ob Siffi den Posten komplett ausfüllen kann. Aber seine melodischen kraftvollen Vocals überzeugen voll und zu keiner Sekunde wünscht man sich einen anderen Sänger. Auch die Songs sind nicht mehr so verspielt wie in der Vergangenheit, alles ist viel mehr auf das Nötigste reduziert und lässt trotzdem genug Freiraum für Feinheiten.
Der Sound der Scheibe ist sehr druckvoll und heavy, etwas was mir bei den bisherigen Veröffentlichungen fehlte, und auch die Gitarren klingen nun endlich nach Metal, das Aufrüsten hat sich hier definitiv gelohnt.
Ich wüsste keinen Doomer der sich diese CD nicht kaufen sollte. Aber diese Scheibe limitiert
MOD nicht mehr nur auf die Doom-Szene, auch Freunde von gepflegter melodisch-harter Rock-Musik sollten hier unbedingt einmal reinhören.

Spielzeit: 25:25 Min.

Line-Up:
Michael Siffermann – Vocals, Guitar
Jochen Fopp – Guitar
Klaus Schmidt – Bass
Gunnar Drescher – Drums

Produziert von Carsten Fisch
Label: The Miskatonic Foundation

Homepage: http://www.mirrorofdeception.com

Email: mirrorsoil@gmx.net

Tracklist:
1) Intro
2) Distant
3) Conversion
4) Vanished
6) Outro