MIDNITE SKY: Rock the Planet

Man bewegt sich über ein ganzes Album hinweg irgendwo zwischen Acts wie POISON, DEF LEPPARD oder BONFIRE und scheint auch ganz zufrieden damit zu sein, auf dieser Party irgendwo unbeachtet in der Menge zu stehen und den großen Stars zuzuschauen, wie die für die richtige Stimmung sorgen.

Rock the Pläääneet! (Rock the Pläääneet – Hintergrundchor)!!! Rock around the World! – stellt euch zu diesen Textzeilen ein 08/15-Melodic-Hardrock-Riff vor, unterstellt einer Band jegliches Fehlen von Eigenständigkeit und ich bin mir sicher 95 Prozent von euch da draußen wissen genau, wie der Opener und Titelsong des MIDNITE SKY-Debüts klingt. Richtig heftig wird das Stück allerdings, wenn zum Schluss noch diverse Come on come on come ons Shout it outs und Yeah yeahs derart vom Papier abgelesen erschallen, dass sich die Truppe gleich zu Beginn jeglicher Authentizität beraubt. Wäre man bösartig, müsste man angesichts dieses Album-Aushängeschilds die CD gleich wieder aus dem Player nehmen und die ehemaligen ZARDOZ als hoffnungslosen Fall abtun.

Doch schon der zweite Song Web of Desire deutet an, dass man zu mehr durchaus in der Lage wäre – während der Strophe ist da richtig Spannung in der Luft und durch den Gesang kommen mir sogar ganz leichte Erinnerungen an die alten HITTMAN in den Sinn. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, der sich zwar über das ganze Album hinweg halten kann, ein Feuer entfacht man damit allerdings nicht. Stücke wie das schnelle, leicht in die VICTORY-Richtung tendierende Hard as a Rock können zwar als durchaus gelungen bezeichnet werden, MIDNITE SKY sind aber weit davon entfernt, wirklich interessante Musik zu erschaffen. Das rockt schon alles ganz nett und ordentlich, für diesen Sound durchaus wichtige Klischees werden zu genüge verbraten und auch die Umsetzung ist gelungen. Dennoch hat man bei Rock the Planet immer viel zu viel das Gefühl, dass man auf das baut, was einem schon zu genüge vorgemacht wurde, denn dass man dem eigenen Herzen folgt – der anfänglich erwähnte Come on, come on, come on!-Effekt, den man am besten einfach gar nicht erst versucht, mit Textzeilen wie Parts of you are Plastic, nothing is real! (aus Bombastic Plastic) in Verbindung zu setzen.

Und so bewegt man sich eben über ein ganzes Album hinweg irgendwo zwischen Acts wie POISON, DEF LEPPARD oder von mir aus auch BONFIRE und scheint auch ganz zufrieden damit zu sein, auf dieser Party irgendwo unbeachtet in der Menge zu stehen und den großen Stars zuzuschauen, wie die für die richtige Stimmung sorgen. Vielleicht kann man sich ja doch noch ein bisschen was abschauen und auf der heimischen Fete für das ein oder andere Aha-Erlebnis sorgen. Das Selbe ist das aber dennoch nicht.

Veröffentlichungstermin: 19. April 2004

Spielzeit: 45:20 Min.

Line-Up:
Gesang – Holger Blickle

Gitarre, Gesang – Stefan Kreutz

Gitarre – Christoph Renner

Bass, Gesang – Frank Hafner

Drums, Gesang – Markus Schübel

Produziert von Jörg Rainer Friede
Label: TTS Media Music

Hompage: http://www.midnitesky.de

Tracklist:
01. Rock the Planet (5:06)

02. Web of Desire ( 3:06)

03. Let´s Talk about Me (3:30)

04. Hard as a Rock (3:40)

05. Summer in my Heart (5:03)

06. Goodbye to Yesterday (3:10)

07. Bombastic Plastic (4:49)

08. Running through the Night (5:13)

09. Go (3:54)

10. Call my Name (4:25)

11. Calling the Doctor (3:25)