MENNEN: Freakalive

MENNEN: Freakalive

Die Holländer MENNEN haben hier bei uns leider bisher nie richtig Fuß fassen können. Wie eigentlich üblich, können die Hardrocker in Japan und natürlich Holland selbst große Erfolge feiern, bei uns werden sie mehr oder weniger ignoriert. Dabei haben sie auf ihren fünf Scheiben plus einem Live-Album nie wirklich daneben gelegen, im Gegenteil. Bei den Aufnahmen in den USA zur bald kommenden Platte haben MENNEN die Gelegenheit genutzt, in Cincinnati ein paar Shows zu spielen und eine davon gleich ordentlich aufzunehmen. Diese Show vom November 2005 im Poison Room gibt es nun auf Freakalive zu bestaunen.

Mit wirklich gutem Sound, eingefangen von Erwin Musper (arbeitete mit VAN HALEN, DEF LEPPARD, BON JOVI,SCORPIONS), fühlt man sich schnell anwesend und bekommt eine gute dreiviertel Stunde klassischen, abwechslungsreichen Hard Rock mit leichten DOKKEN-Einschlag von einer Band, die sich hier erstklassig verkauft, klasse spielt und dabei eine gehörige Portion Spielfreude raushören lässt. Die Songs bestechen durch eingängige Melodien, dem starken Gesang von Bandkopf Joss Mennen und durchdachtes, nicht zu altbackenes Songwriting, also wie immer bei MENNEN. Das die Aufnahmen hier und da wohl etwas überarbeitet wurden und die Backing Vocals auch mal arg schräg kommen verzeiht man gerne, wenn man dafür gute Rocker bekommt wie The world stopped turning, Rain oder eine wirklich schöne, kitschfreie Knuffelnummer wie Secrets and lies. Absolut klasse auch die rockige Version des vielleicht besten SUPERTRAMP-Song School. Nun stellt sich bei Freakalive die Frage, wer sie kaufen soll. Neben dem Cover School und dem PAUL LAINE (DANGER DANGER) Song Two sides of love, der sich auch auf dem Album The great escape des MENNEN-Vorgängers ZINATRA finden lässt, gibt es ausschließlich Songs des letzten Studioalbums Freakazoid. Das hat man als Fan aber schon, und zwei neue Songs sind nicht viel. Aber beide Songs sind zu gut, um nicht in die Fansammlung zu kommen, vor allem, wenn die restlichen Songs so cool rüberkommen. Denn der Live-Kick wertet die Songs deutlich auf, die auf der Studioscheibe nicht jeden befriedigen konnten. Das fand sicher auch das Publikum, denn die Band wird gut gefeiert. Zu Recht, versteht sich..

Eine nette Scheibe, um die Wartezeit auf das etwas härter rüberkommende neue Album Planet black zu verkürzen. Für MENNEN-Fans empfehlenswert, für Hard Rocker, die diese Band bisher übersehen haben eine gute Gelegenheit, die Holländer kennen zu lernen.

Veröffentlichungstermin: 13.10.2006

Spielzeit: 46:27 Min.

Line-Up:
Joss Mennen – Vocals
Eric van de Kerkhof – Guitars
Alex Jansen – Bass
Fon Janssen – Drums

Produziert von Erwin Musper
Label: Armageddon Music

Homepage: http://www.mennen.net

Tracklist:
1. Intro
2. Bob
3. The world stopped turning
4. Down
5. School
6. Secrets and lies
7. Rain
8. Freakazoid
9. These good times
10. Two sides of love
11. Wicked white

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.