LAPKO: Scandal

LAPKO: Scandal

Skandal! Eine finnische Band, die nicht Metal macht? Das hatten wir doch letztens schon ein paar Mal, oder? Und jetzt schon wieder. Diesmal heißt die Band LAPKO und liefert ungewöhnliche Musik ab, die aus dem Raster fällt und teilweise wirklich zu gefallen weiß. Rock, mal leicht progressiv und mal etwas emotional angehaucht kommt auf den Hörer zu und auch bei ihrer ungewöhnlichen Art und Weise, Songs zu schreiben, bleiben LAPKO immer greifbar. Nicht unbedingt leicht zugänglich aber doch so, dass man nach wenigen Durchläufen die Songs im Ohr hat.

The Arms und Pistol in a Way machen den Anfang und stechen aus dem Rezept dann doch hervor. Die bleiben nämlich recht schnell im Hirn des Hörers verwurzelt, mit ihren großartigen und ungewöhnlichen Refrains. Zwischen gezügelter Wut und Melancholie schwimmen LAPKO auf einer ähnlichen Welle wie COHEED AND CAMBRIA und haben doch eigentlich nichts mit diesen zu tun. Vielleicht liegt es am Gesang, der eigentlich nicht nach COHEED AND CAMBRIA klingt, vielleicht an der eingesetzten Melodik. Ist letztendlich auch egal, denn das finnische Trio dürfte dasselbe Klientel fesseln.

LAPKO jedenfalls sind irdischer und bodenständiger, was aber nicht heißt, dass sie weniger fordernd sind. Die einzigen Stücke auf Scandal, die man als unbeschwerte Rocksongs bezeichnen kann, sind der Titeltrack und Panda Eyes, ansonsten zeigen sich die Finnen von ihrer nordischen, ernsthaften Seite. Auf ihre eigene Art auch durchaus leidenschaftlich. LAPKO laufen aber hier und da Gefahr zu nerven – einerseits wegen dem hohen Gesang, andererseits wegen der unterschwelligen Hektik, die sie an den Tag legen.

Sind LAPKO nun ein Power-Trio oder eine Heulsusen-Band? Die Antwort liegt wie so oft dazwischen. Teils zu nett, teils zu schwermütig und teils schlicht großartig pendeln LAPKO auf ihrem zweiten Album zwischen den Extremen. Nichts für eine bestimmte Stimmung, aber dennoch hin und wieder erfrischend und anders. Ich bin gespannt, was hier noch nachkommt. Reinhören kann jedoch nicht schaden.

Veröffentlichungstermin: 23. Februar 2007

Spielzeit: 42:08 Min.

Line-Up:
Malja – Guitar, Vocals
Nordberg – Bass
Heikkonen – Drums

Label: Fullsteam Records

Homepage: http://www.lapko.com

Tracklist:
1. A Month Among the Years
2. The Arms
3. Pistol in a Way
4. All the Best Girls
5. Fire Horses
6. Scandal
7. Date with Time
8. Barrel of the Past
9. My Cry Works
10. Panda Eyes
11. The Passers By
12. End of the Month