LACRIMAS PROFUNDERE: Ave End

An “Ave End” wird das Dilemma eines ganzen Genres deutlich. LACRIMAS PROFUNDERE verharren in vorhersehbaren Gothic-Metal-Gefilden.

Wer heutzutage Gothic Rock bzw. Gothic Metal macht, steht vor einer überaus schwierigen, kaum lösbaren Aufgabe. So gut wie alles, was es zu sagen gibt in diesem Genre, wurde schon gesagt, nicht selten mehrfach. Neue Elemente einzubauen gelingt nur selten, da Jazzgitarren, seltsame Ethnojodler oder Blackmetalparts dem an sich besinnlichen, auf ruhige Art und Weise finsteren Grundgefühl der Musik nicht wirklich zuträglich sind. Was bleibt den Musikanten übrig? Entweder klau(b)t man sich seine Beigaben bei den erfolgreichen Acts oder den ursprünglichen Vorkämpfern, oder man versucht sich mehr schlecht als recht an der Sisyphos-Aufgabe, verschiedene Elemente auf mehr oder minder originelle Weise miteinander zu kombinieren. Und auch wenn mir vermutlich die Jungs von LACRIMAS PROFUNDERE widersprechen werden: „Ave End“ ist keine Ausnahme, auch hier wird das Dilemma eines ganzen Genres deutlich. Der Sound stimmt, das Cover verheißt Ungewöhnliches, Spannendes, und auch die Grundzutaten sind nicht zu verachten – treibende Drums, einiges an Dynamik und in Ansätzen eigener Charakter zu vereinen können nicht viele Bands von sich behaupten. Doch trotz dieser positiven Merkmale zündet „Ave End“ nicht. Zu viele Stellen und Sounds wirken schon x-mal gehört, zu sehr stört eine jammerige Nuance in der Stimmfarbe von Sänger Christopher. Da hilft es nichts, dass einige Passagen angenehm an „The Silent Enigma“ von ANATHEMA erinnern und das Bestreben, die Grundkomponenten zu einer soliden Variante rockigen Gothic Metals zu machen, erkennbar wird. Zu sehr verharren Stücke wie „Wake down“ im zu erwartenden Rahmen, zu wenig Haken und Ösen sind in die elf Stücke von „Ave End“ integriert, als dass das Verweilen in den Klangwelten verlockend werden würde. Mehr Mut zu Extremen hätte der Platte sicherlich gut getan, so bleibt sie unspektakulär und nur bedingt empfehlenswert.

Veröffentlichungstermin: 28.06.2004

Spielzeit: 43:28 Min.

Line-Up:
Christopher – Gesang

Oliver Nikolas – Gitarre

Christian – Keyboard

Willi – Schlagzeug

Chriss – Gitarre

Daniel – Bass
Label: Napalm Records/SPV

Homepage: http://www.lacrimas.com

Email: mail@lacrimas.com

Tracklist:
One Hope´s Evening

Ave End

To Bleed or Not to Be

Sarah Lou

Amber Girl

Testified

Astronautum

Evade

Wake down

Black

Come, Solitude