Suche
Filter
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Beiträge & Bilder
Filter by Kategorien
News
CD-Reviews
Interviews
Live-Reviews
Multimedia
Blog
Tourdaten
Suche nach Band

KIVIMETSÄN DRUIDI: Betrayal, Justice, Revenge

KIVIMETSÄN DRUIDI: Betrayal, Justice, Revenge

Wenn KIVIMETSÄN DRUIDI eines besonders gut können, dann ist es zu vermeiden, allzu schnell in eine leichtfertig gewählte Schublade gesteckt zu werden. Betrayal, Justice, Revenge vereint Elemente des Folk, Symphonic, Gothic, ja sogar Black Metals und macht zugleich nicht Halt davor, die Grenzen dieser Genres gründlich auszuloten. Die Folge ist ein Sammelsurium aus Liedgut von beachtlicher Bandbreite, welches nichtsdestotrotz in stringenter Weise durchs Album führt.

So weist das nach dem melancholischen Intro eröffnende Aesis Lilim insbesondere im Refrain Parallelen zu NIGHTWISH auf, die nicht zuletzt aus dem Operettengesang von Frontfrau Leeni-Maria resultieren, während das Bombast-Keyboard im folgenden Seawitch And The Sorcerer an die Kompositionen von Soundtrack-Guru Hans Zimmer erinnert. Damit ist der Ideenreichtum von KIVIMETSÄN DRUIDI allerdings noch lange nicht erschöpft, wobei man fairerweise dennoch hervorheben sollte, dass sich die Finnen stilistisch teils stark an bereits etablierten Bands orientieren. Das von Leena-Marias Gesang getragene Manalan Vartija bewegt sich beispielsweise im beschwingten Folk Metal und bereitet so perfekt auf Tuoppein´Nostelulaulu mit seiner ausgelassenen Kneipenatmosphäre vor. Ganz im Stil von TURISAS eröffnet eine folkige Geigenmelodie, in die der raue Gesang von Gitarrist Joni einsetzt und schließlich mit der hinzukommenden E-Gitarre zum metalkonformen Screaming übergeht. Überhaupt nehmen die aggressiven Vocals einen nicht zu unterschätzenden Anteil auf Betrayal, Justice, Revenge ein, besonders Hartgesottene müssen also weder Hautausschläge oder Juckreiz ob einer Überdosis an Damengesang erdulden. Im schleppend beginnenden Of Betrayal gibt es gar ausschließlich die harsche Männerstimme zu hören, was den leicht Black Metal-geschwängerten Track, auch dank der unheilvollen Atmosphäre, zur härtesten Nummer des Albums macht.

An Eiern mangelt es KIVIMETSÄN DRUIDI also nicht, was aber nicht unbedingt heißen soll, dass Betrayal, Justice, Revenge frei von Kritikpunkten wäre. Da wäre zum einen die zwiespältige Leistung von Sängerin Leeni-Maria, die zwar insbesondere im Refrain von The Visitor im Duett mit ihrem Kollegen selbst höchste Tonregionen überzeugend meistert, ansonsten aber keinerlei weitere Stimmfarben aufweisen kann. Dies ist mit einer der Gründe, warum das Zweitwerk des Sextetts nicht gänzlich frei von Längen ist. Des Weiteren fehlt den Arrangements häufig der letzte entscheidende Biss, welcher die jeweiligen Songs zu mehr gemacht hätte als zwar gutem, aber nicht über die Maße originellem Folk / Symphonic Metal-Standard. Hierzu trägt ebenfalls der Mangel an Variation im Tempo bei, da trotz an sich großer stilistischer Bandbreite auf Albumlänge nahezu ausschließlich im Midtempo musiziert wird.

Ein Pflichtwerk ist Betrayal, Justice, Revenge folglich nicht. Fans von NIGHTWISH und TURISAS dürften dennoch ihre Freude mit KIVIMETSÄN DRUIDI haben, denn gut gemacht ist deren neues Output in jedem Fall. Nur reicht das allein eben nicht aus, um sich über der starken Konkurrenz platzieren zu können.

Veröffentlichungstermin: 23.04.2010

Spielzeit: 45:38 Min.

Line-Up:

Leeni-Maria – Vocals
Joni – Guitars, Growls
Rinksa – Guitars
Antti – Keyboards, Backing Vocals
Simo – Bass, Backing Vocals
Atte – Drums, Backing Vocals

Produziert von Aki Väkevä und Jani Huusari
Label: Century Media

Homepage: http://www.kivimetsandruidi.com
MySpace-Seite: http://www.myspace.com/kivimetsandruidi

Tracklist:

01. Lament For The Fallen
02. Aesis Lilim
03. Seawitch And The Sorcerer
04. The Visitor
05. Manalan Vartija
06. Tuoppein´Nostelulaulu
07. Chant Of The Winged One
08. Of Betrayal
09. Desolation: White Wolf

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal