JODYMOON: The Life We Never Planned On

JODYMOON: The Life We Never Planned On

Digna Janssen und Johan Smeets sind bereits seit 2006 unterwegs, zuhause in den Niederlanden hat das Duo JODYMOON aus Maastricht bereits hohe Auszeichnungen bekommen. Nun gibt es das neue Album The Life We Never Planned On, aufgenommen wurde mit dem New Yorker Produzenten Bryce Goggin. Wieder gibt es persönliche Texte, einen bunten Mix aus traditioneller Musik, wieder mit Unterstützung  von Marie-José und Wim an den Streichern, die auch live feste Begleiter sind.

Schön: Man kann bei JODYMOON nicht platt die üblichen Singer/Songwriter-Schubladen aufziehen. Die Niederländer bewegen sich im klassischen Pool von Folk, Americana, einem Hauch von Klassik, eingebettet in eine meist melancholische Stimmung fließen diese Zutaten aber stimmig durcheinander. Gleich beim Opener fühlt man sich in einen alten Western versetzt, mit Banjo-Gedingel trabt man gemütlich auf einem noch gemütlicheren Muli über die Steppe. Mehr Wild West-Feeling kann man im Süd-Osten der Niederlande sicher kaum in Töne fassen. Auch das lange, dunklere City Lights geht in eine ähnliche Richtung. Sehr schön das minimierte, sentimentale I Got A Lifetime oder das verträumte Dream About – hinsetzen, zuhören, eintauchen. Der Titelsong mit dezentem CAT STEVENS-Touch hat trotz seiner Melancholie fast poppiges Hitpotential, vor allem aber das traurige, dabei absolut catchy daherkommende Money In Our Pockets. Die den Zuhörer umwebende melancholische Stimmung durchzieht das ganze Album, ohne dabei in Depri-Laune zu versetzen. Herrlich, selbst das abschließende Cover The Man Who Can´t Be Moved kommt dunkler als das fluffige Original der Iren THE SCRIPT. Auch hier ein schöner Song, dazu gibt es auch ein Video.

Die Songs leben von dieser schönen Melancholie, von den schönen Stimmen von Johan Smeets und vor allem Digna Janssen, sowie von der angenehm reduzierten, aber immer tollen Instrumentalisierung. Gitarre, Steelguitar, Dobro, Banjo, Piano, Bass, bunte Percussion, Harmonica sowie Cello und Violine begleiten die Songs, ohne sie totzuspielen. In kurzen Instrumentals präsentiert man sich auch mal deutlicher. Alles klingt sehr harmonisch, live ist JODYMOON sicher ein beeindruckendes Erlebnis. Klar gibt es hier auch Lagerfeuerromantik, aber eher die der fortgeschrittenen Nacht, wenn alle Gedankenversunken in die Glut schauen und persönliche, gern versteckte Dinge hochkommen. In den besonders melancholischen Momenten erinnert mich die Stimmung auf The Life We Never Planned On etwas an die tollen I AM OAK aus Uitrecht.

Wer Folk/Americana-Klänge, gepaart mit einem Hauch Klassik und tragender dunkler Stimmung mag, der ist bei JODYMOON genau richtig. Gerade jetzt, wo der Winter doch seine eisigen Hände ausstreckt. Ein schönes Album für kuschelige Abende, Wolldecke, Kräutertee, Ofen an, ein paar Kruidnoten knabbern, der Winter kann kommen!

JODYMOON: The Man Who Can´t Be Moved-Video bei YouTube

Veröffentlichungstermin: 04.10.2013

Spielzeit: 45:44 Min.

Line-Up:
Digna Janssen – Vocals, Wurlitzer, Piano, Percussion
Johan Smeets – Gitarre, Dobro, Banjo, Piano, Bass, Backing Vocals, Percussion, Harmonica
Wim Späpen – Violine
Marie-José Didderen – Cello

Produziert von Bryce Goggin
Label: G-Records/Rough Trade

Homepage: http://www.jodymoon.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/JodymoonFB

Tracklist:
1.Blue Sky Rainbow
2.City Lights
3.I Got A Lifetime
4.Innermost
5.After The Blue
6.Dream About
7.Close Your Eyes
8.The Life You Never Planned On
9.Oh My
10.Money In Our Pockets
11.Clouds
12.The Antidote
13.Watercolor Wasteland
14.The Man Who Can´t Be Moved

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.