HUMAN DECAY: Disbelieve

Der Albumtitel hat schon Recht, so ganz mag man seinen Lauschern gar nicht trauen beim ersten Hören von "Disbelieve". Denn so ein Hammeralbum gab es im Elektrobereich seit Jahren nicht mehr zu hören! Wäre diese CD ein Film, er wäre noch besser, klaustrophobischer und packender als "Blade Runner" und "Alien" zusammen!

Der Albumtitel hat schon Recht, so ganz mag man seinen Lauschern gar nicht trauen beim ersten Hören von Disbelieve. Denn so ein Hammeralbum gab es im Elektrobereich seit Jahren nicht mehr zu hören! Ein derart schlüssiges Werk voller Gänsehautatmosphäre, mitreißender Rhythmik und unauslöschlichen Hooklines hätte ich HUMAN DECAY trotz des bereits sehr guten Vorgängers Perfect Visions nicht zugetraut! Hauptanteil daran hat die enorm verbesserte Einbindung von Sascha Schmidts Stimme in den Gesamtkontext der Musik. Wie schon zuvor kommt diese zeitlos gut daher und besticht durch ein komplexes Gewebe aus satten Grooves abseits von stumpfem Technowummern, einer breiten Palette an elektronischen Sounds, wo jeder einzelne Fetzen punktgenau und songorientiert eingesetzt wird, und stimmigen Arrangements. Wirklich herausragend wird sie jedoch besonders durch die unwiderstehlichen Gesangsmelodien, die die Gratwanderung zwischen Monotonie, Aggressivität und Melancholie bestens meistern und von einigen zielgerichtet eingesetzten Effekten weiter verfeinert werden. Wo andere Elektroalben nur ein wenig vor sich hinblubbern, holen HUMAN DECAY auf Disbelieve weit aus zu einem musikalischen Rundumschlag, bei dem jeder Schlag ein Treffer ist, und scheinen geradezu vor Kreativität aus allen Nähten zu platzen. Stets geschieht auf verschiedensten Ebenen Spannendes, das dermaßen perfekt miteinander verbunden ist, dass es fast schon beängstigend wird. Hier wird nicht nur vordergründig und plakativ das elektronische Raubein gepflegt, sondern mit allen Mitteln an einer finsteren Vision von gewaltigen Ausmaßen gefeilt. Immer, wenn man gerade dachte, man hätte einen Song voll erschlossen, kommt wieder ein irritierendes neues Element an die Oberfläche getaumelt, um den starken Grundfesten im Songgerüst eine neue Farbe zu verpassen. Einzelne Tracks hervorzuheben, spare ich mir, denn Disbelieve ist weit mehr als nur die Summe seiner Teile! Wäre diese CD ein Film, er wäre noch besser, klaustrophobischer und packender als Blade Runner und Alien zusammen!

Veröffentlichungstermin: 15.11.2004

Spielzeit: 56:49 Min.

Line-Up:
Danny E.

Sascha S.

André J.

Produziert von HUMAN DECAY
Label: Accession Records/Indigo

Homepage: http://www.humandecay.de

Email: black.dv@gmx.net

Tracklist:
Intro

Stagnant

Workerboy

Disbelieve

Reduplication

Modern Preacher

Anti-Fate

Solitude

Another Way

No

Workerboy (Remix by MNEMONIC)

Disbelieve (Remix by PLASTIC)