HEAVENLY: Coming from the Sky

HEAVENLY: Coming from the Sky

Als ich Coming from the Sky, das Debüt von HEAVENLY, zum ersten mal in Zimmerlautstärke so nebenbei hörte, wollte ich es eigentlich recht schnell in die Billige-HELLOWEEN-Kopie-Kiste schmeißen. Doch damit hätte ich mir wahrlich keinen Gefallen getan. Schon beim zweiten Durchlauf merkte ich, dass das Album nicht ohne ist. Zwar hört sich Coming from the Sky tatsächlich an wie eine Mischung aus alten HELLOWEEN und GAMMA RAY, doch hat HEAVENLY den vielen miesen Kopien einiges voraus. Mit jedem Durchlauf zündet Coming from the Sky noch ein bisschen mehr. Die Melodien, die beim ersten Durchlauf noch etwas gewöhnlich und einfallslos wirken, entfalten sich bei jedem Hören des Albums mehr und setzen sich in den Gehörgängen fest. Irgend etwas steckt in dieser Musik, das einen immer wieder dazu bewegt, die Play-Taste am CD-Player zu drücken. Ich denke, es ist in erster Linie die Energie, die in den einzelnen Songs steckt, die Leidenschaft und die Echtheit. Coming from the Sky hört sich nicht an, als hätten sich ein paar Leute zusammengesetzt, um halt mal wieder ´ne Platte im alten HELLOWEEN-Stil aufzunehmen. Vielmehr kommt es einem so vor, als wollten hier Fans einfach ihren alten Helden nacheifern und dazu auch alles geben.

Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Songs wie Riding through Hell könnten genausogut auch auf den letzten GAMMA RAY-Scheiben stehen. Und da wir gerade beim Thema sind: die zusätzlichen Lead-Vocals auf Time Machine wurden von Kai Hansen beigesteuert, womit er ja auch schon die jungen BLIND GUARDIAN etwas nach vorne trieb.

Einen echten Favoriten habe ich auf Coming from the Sky eigentlich nicht, da jeder der sehr vielschichtigen Song seine Momente hat, die mich begeistern können.

(Imaginären) Punkteabzug bekommt diese Scheibe eigentlich nur aufgrund mangelnder Eigenständigkeit (sogar der Sänger klingt wie eine Mischung aus Michael Kiske und Kai Hansen) und aufgrund der Tatsache, dass es HEAVENLY noch nicht ganz verstehen, in ihren Songs ähnliche Spannungsbögen aufzubauen, wie es bei den alten HELLOWEEN der Fall war. Manchmal scheint es eher so, als ob viele gute Parts aneinandergereiht wurden, ohne dass sich diese auf einen Höhepunkt zuarbeiten.

Dennoch gefällt mir Coming from the Sky deutlich besser als die letzte GAMMA RAY-Scheibe, weshalb Fans der Originale wirklich ohne Bedenken bei dieser Platte zuschlagen können.

Fierce

Die Scheibe erscheint übrigens auch als limitierter Digipack mit 2 Bonus-Tracks!

Veröffentlichungstermin: 22.05.00

Spielzeit: 52:10 Min.

Line-Up:
Ben – vocals

Max – drums

Laurent – bass

Chris – guitar

Produziert von Piet Sielck
Label: Noise

Tracklist:
1. Coming from the Sky

2. Carry your Heart

3. Riding through Hell

4. Time Machine

5. Number One

6. Our only Chance

7. Fairytale

8. My Turn will come

9. Until I Die

10. Million Ways

Fierce
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