GRIFTEGARD: Solemn Sacred Severe

Für den kleinen Doom-Hunger zwischendurch sind die Songs viel zu schwergängig, hier ist gezieltes Zuhören und Eintauchen in die sakrale Stimmung angesagt.

Nach der starken EP PSALM BOOK und der tollen Show beim DSR VI war es eigentlich klar, dass die Schweden GRIFTEGARD ordentlich nachlegen würden. Und das, was die Band um Per Broddesson mit der EP versprochen haben, das halten sie mit Solemn Sacred Servere.

Wieder ist zäheste Schwermut mit sakralen Anleihen angesagt, passend zum Textkonzept rund um biblische Themen. Dabei braucht der Hüne und Bandkopf Per gar nicht viele Worte, er lässt viel Raum zum Zuhören und Nachdenken. Diesen Raum bietet auch die Musik, wer bei Doom-Metal an Bands denkt wie CANDLEMASS oder TROUBLE, der wird auf eine große Geduldsprobe gestellt. Hier herrscht das eine Riff, der ewig schleppende Beat, die eindringlichen, epischen Melodien in Zeitlupe. Der Sound kommt aus einem Guss, es gibt keinen, der sich in den Vordergrund drängt. Selbst die gelegentlich auftauchenden Gitarrenmelodien stehen immer gleichberechtigt zum Gesamtbild des Songs. Obwohl oft schmerzlich träge, tragen die Songs jedoch eine erhabene Atmosphäre in die heimische Doom-Burg. Statt bösem Gedröhne gibt es ergreifende Melancholie. Aus dieser Stimmung erhebt sich der Gesang von Thomas Eriksson, angenehm natürlich und passend beschwörend, manchmal auch etwas gröhlend erzählt er abwechslungsreich die Geschichten. Charles Taze Russell kennt man bereits von der EP, hier kommt es etwas direkter, weniger verträumt. Dafür gibt es in den neuen Songs genug davon, immer wieder gibt es Passagen, die einen noch weiter in den Song ziehen. Für den kleinen Doom-Hunger zwischendurch sind die Songs viel zu schwergängig, hier ist gezieltes Zuhören und Eintauchen in die sakrale Stimmung angesagt. Wer dazu in der Lage ist, der wird beim Genuss von Salemn Sacred Servere dahinschweben, das Album ist voller schöner Melancholie. Ein toller Begleiter auch für einsame Nachtschichten.

Veröffentlichungstermin: 10.09.2009

Spielzeit: 46:25 Min.

Line-Up:
Thomas Eriksson – Vocals
Ola Blomkvist – Guitar
Per Broddesson – Guitar
Dennis Olsson – Bass
Jens Gustafsson – Drums

Label: Ván Records
MySpace: http://www.myspace.com/griftegrd

Tracklist:
1. Charles Taze Russell
2. Punishment & Ordeal
3. I Refuse These Ashes
4. Noah´s Hand
5. The Mire
6. Drunk With Wormwood