GRAVEYARD DIRT: Shadows of old ghosts [EP] [Eigenproduktion]

Auf der grünen Insel steht wieder mal eine starke Band bereit, den kleinen Doom-Kosmos zu erobern.

Bereits 1994 gegründet, gingen die Iren GRAVEYARD DIRT nach einem Demotape 98 wieder getrennte Wege. 2005 fand man jedoch erneut zusammen, das alte Demo wurde diesen Mai noch mal als CD veröffentlicht und nun schiebt die Band mit Shadows of old ghosts ihre erste EP nach. Eine EP mit drei Songs bei 34 Minuten Spielzeit, klar, Doom ist angesagt.

Es ist sehr schnell zu erkennen, dass es sich hier um Iren handelt, Gemeinsamkeiten mit Bands wie MY DYING BRIDE oder MOURNING BELOVETH sind schnell ausgemacht. Immer wieder tauchen aber auch Passagen auf, die etwas an TIAMAT erinnern, allgegenwärtig sind vor allem die älteren ANATHEMA. Die Songs kommen sehr episch, sind voll gestopft mit Melodien, erheben sich in harte Parts, fallen zusammen in melancholischer Schwerfälligkeit und nehmen den Zuhörer gefangen. Sehr schön auch die hochmelodischen Soli fast ohne Metalanleihen, nicht nur das ausleitende Solo von Gathering storm hat durchaus was von PINK FLOYD-Feeling. Das kurze Keyboard-Outro hätte man sich nach diesem tollen Ausklang jedoch sparen können, zumal sich ein paar schiefe Töne eingeschlichen haben.
Der gröhlige Gesang Richtung gewürgter Teddybär gehen in Ordnung, beeindruckend intensiv aber sind die cleanen Sprechvocals. Sie erinnern sehr an Dan Swanö (EDGE OF SANITY, NIGHTINGALE) auf der unvergessenen Trauerscheibe As the shadows fall von GODSEND, sind sehr eindringlich und drücken einen in eine nachhaltig tiefe Traurigkeit, wunderschön!
Die drei Songs vereinen eindrucksvoll bei passendem Sound das, was man von Bands dieses Genre erwartet, in diesem Rahmen gehen GRAVEYARD DIRT aber genügend eigene Wege. Gerade das Auftauchen von fast PINK FLOYD-mäßigen Melodien macht Shadows of old ghosts weniger erdrückend als die Songs manch andere Kollegen. Wer bisher Angst hatte, von solchen Sounds in tiefe Depressionen gestürzt zu werden, der/die sollte hier ruhig man reinhören.
Wer diese Ecke des Doom mag, der wird schnell erkennen, dass Shadows of old ghosts ein echtes Highlight ist und auf der grünen Insel wieder mal eine starke Doom-Band bereit steht, den kleinen Doom-Kosmos zu erobern. Für die kalte Jahreszeit der perfekte Soundtrack, der mit melancholischer Stimmung definitiv besinnlicher stimmt als all die quitschbunten Weihnachtslichter. Hoffen wir mal, dass der erste Longplayer nicht so lange auf sich warten lässt.

Wie landet man nun als irische Band bei einem spanischen Label, das sich um den Vertrieb kümmert? Nun, das erklärt sich schnell, letztendlich ist beim Label Lugga Music Adrian Butler (Ex-MOURNING BELOVETH-Basser) tätig und für GRAVEYARD DIRT zuständig.
Alternativ bekommt man die EP über Österreichs Psychedoomelic Records, Pariah Child aus Irland und sicher auch bei der Band selbst.

Veröffentlichungstermin: 29.09.2007

Spielzeit: 34:02 Min.

Line-Up:
Paul Leyden – Vocals
Kieran O´Toole – Guitar
David Reilly – Guitar
Tony Barr – Bass
Gary Sweeney – Drums

Produziert von Graveyard Dirt
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.myspace.com/graveyarddirt

Email: graveyarddirt07@eircom.net

Tracklist:
1. Rise…fallen skies
2. A tearless lament
3. Gathering storm