GRAND MAGUS: Wolf´s Return

GRAND MAGUS: Wolf´s Return

Es wäre schade, wenn GRAND MAGUS fortan als Band des SPIRITUAL BEGGARS-Sängers ein Schattendasein fristen müssten. Wolf´s Return hat zumindest das Potenzial, um aus diesem großen Schatten herauszutreten – schon deshalb, weil JB und seine Mannen auf diesem Album einen deutlich metallischeren Weg eingeschlagen haben als auf ihren bisherigen Alben, die musikalischen Parallelen zu den BEGGARS wurden also auf ein Mindestmaß heruntergefahren. Entzückte Monument den Hörer noch mit klassischem Doom Rock, so donnern die Schweden einem auf ihrem neuen Werk doomigen Heavy Metal um die Ohren. GRAND MAGUS machen von Anfang an keine Gefangenen. Kingslayer begeistert mit einem treibenden 6/8-Rhythmus, sägenden Gitarren und einem eingängigen Refrain, in dem JBs rauer Hardrock-Gesang voll zur Geltung kommt. Das ist bodenständiger, melodischer Metal mit einer gehörigen True Metal-Attitüde, der ein bisschen an MANOWAR in ihrer epischen Frühphase erinnert. Neben solchen schnellen Songs wie eben Kingslayer, dem straight rockenden Blood Oath oder dem doublebass-lastigen Repay In Kind gibt es aber auf Wolf´s Return natürlich weiterhin doomige Klänge zu hören, an Abwechslung mangelt es also nicht. Das schleppende Nine etwa glänzt mit orientalisch anmutender Melodik und variablem Gesang. JB singt hier auch mal tiefer, wodurch das Stück Erinnerungen an THUNDERSTORM weckt – Power Doom par excellence mit Hang zur Dramatik. Nicht minder doomig geht es beim starken Titelsong und bei Light Eater zu, wobei letzteres mit einem recht durchschnittlichen Riff daherkommt und nur durch den starken Gesang von JB gerettet wird. Sein bluesiges Organ reißt hier noch einiges raus.

Das ist aber wirklich nur in wenigen Fällen notwendig. Wirkliche Ausfälle gibt es auf Wolf´s Return nicht zu verzeichnen, wenn auch nicht alle Songs so überragend sind wie Nine oder Kingslayer. Das ungeschliffene und rau produzierte Material ist nicht übermäßig komplex, wird aber durch die interessante Gitarrenarbeit (Ashes) und die melodische, nachvollziehbare und songdienliche Solo-Arbeit aufgewertet. Abzüge gibt es nur für die drei schwedisch betitelten kurzen Instrumentalzwischenspiele, die ziemlich belanglos sind. Zieht man diese ab, ist die Spielzeit des Albums dann doch ein wenig kurz. Was bleibt ist ein ordentliches Power Doom-Album, das man als Genre-Fan haben kann, das aber keinen Pflichtkauf darstellt. Der erste Schritt aus dem Schatten ist getan. Der gehörte allerdings noch zum Anlauf. Wir warten auf den Sprung.

Veröffentlichungstermin: 23.05.2005

Spielzeit: 38:14 Min.

Line-Up:
JB – lead vocals and guitars

Fox – bass and backing vocals

Trisse – drums
Label: Rise Above Records

Hompage: http://www.grandmagus.com

Tracklist:
1. Kingslayer

2. Nine

3. Blodörn

4. Wolf´s Return

5. Blood Oath

6. Järnbörd

7. Repay In Kind

8. Hämnd

9. Ashes

10. Light Hater

11. Wolf´s Return Part II