GOTTHARD: Bang

GOTTHARD: Bang
Mit Bang ist bereits das zweite GOTTHARD-Album seit dem Tod von Sänger Steve Lee anno 2010 am Start. Und so makaber es klingen mag – es ist gut, dass GOTTHARD nicht aufgegeben haben, dass die Trauer sie nicht hat verstummen lassen. Natürlich darf man als beinharter Metaller GOTTHARD nur zu ihren Dial Hard-Zeiten mögen, aber respektieren muss man die Hardrocker für ihren Durchhaltewillen im Business eh – Hausfrauenrockruf hin oder her.
Und genau da setzt Bang irgendwie an. Nein, die Lyrics des Titelsongs Bang sind nicht von lyrischem Tiefgang geprägt: Bang, bang, bangin´ around, bangin´ around the world!, auch wenn man natürlich zwischen einem Headbanger- und einem Sex-bezogenen Interpretationszugang wählen mag. So oder so, flott ist der Song auf jeden Fall, er hat was groovig-bluesiges und das steht GOTTHARD gut zu Gesicht.
Nach drei Songs hat man die Hoffnung auf Kitsch aufgegeben, doch dann kommt C`est la vie um die Ecke – inklusive Geigen, Background-Sängerinnen, Akkordeon und cleanen Gitarren. Ja, damit wären GOTTHARD wieder bei den Balladen angelangt, die beim Art On Ice-Publikum für Gänsehaut und Feuerzeugverbrauch sorgen. Schwer, sich als Dial Hard-Anhängerin da durchzuhören, und der Frauengesang bei Maybe ist mir dann definitiv viel zu sülzig. Andererseits muss man auch realistisch genug sein, GOTTHARD als weiterentwickelte, erwachsene Band zu sehen – und zur Marke GOTTHARD gehören halt einfach Balladen.
Jump the Gun ist dann wieder eher grooviger Stoff mit einem coolen Southern Rock-Feeling, das mitreisst. Cadillacs, Amerika, Freiheit – Musik für lange Autofahrten, keine Frage. Und Sänger Nic zeigt hier, dass er sich gesanglich nicht hinter seinem Vorgänger verstecken muss. Mit einem ähnlichen Groove eröffnen GOTTHARD Spread Your Wings, und What You Get zieht auch wieder ordentlich nach vorn. Bis zum sehr langen und etwas gar gefühlvollen Thank You (eine Dankeserklärung an die Mütter dieser Welt) zum Ende gibt es ordentlichen Groove, und neuere GOTTHARD-Fans kommen an Bang kaum vorbei. 
Fazit: Wer Firebirth mochte, der wird mit Bang glücklich. Definitiv schön ist, dass die Balladen nicht zu zahlreich vertreten sind – und gerade Maybe hätte man sich definitiv sparen können. Abgesehen davon: Respekt an GOTTHARD, die es schaffen, auf ihrem 14. (!) Album nicht angestaubt zu klingen.

Veröffentlichungstermin: 04.04.2014

Spielzeit: 63:00 Min.

Line-Up:

Nic Mäder – Vocals
Hena Habegger – Drums
Leo Leoni – Gitarren
Freddy Scherer – Gitarren
Marc Lynn – Bassist
Gastmusiker
Melody Tibbit: Vocals in “Maybe”

Produziert von Ronald Prent, Leo Leoni, Charlie Bauerfeind
Label: G.Records / PIAS

Homepage: http://www.gotthard.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/Gotthard

Tracklist:

1. Bang!
2. Get Up ´N Move…
3. Feel What I Feel
4. C`est la vie
5. Jump The Gun
6. Spread Your Wings
7. I Won´t Look Down
8. My Belief
9. Maybe
10. Red On A Sleeve
11. What You Get
12. Mr. Ticket Man
13. Thank You
Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.