GORESKINCOFFIN: Release My Suffering

Im sonnigen Kalifornien verdunkelt sich der Himmel, denn GORESKINCOFFIN bitten zum Stelldichein. Mit „Release My Suffering“ erwartet uns das dritte Studioalbum der Amerikaner, das Blackenend Death Metal gekonnt mit Grindcore-Elementen in Szene setzt.

GORESKINCOFFIN verdunkeln den Himmel

Was 2011 als Trio begann, entwickelte sich über die Jahre hinweg zu einem Quintett. Zum jetzigen Zeitpunkt bekommen die fünf Musiker von Lou Kelly am Keyboard Unterstützung. Wer jetzt daran denkt, das Klangbild würde deshalb etwas sonniger ausfallen – der irrt. Pechschwarze Orchester-Parts tragen wohl nicht unbedingt dazu bei, den Sound in einem harmloseren Licht erscheinen zu lassen. Denn die sieben Tracks sind bitterböse ausgefallen und wissen mit gezielt eingesetzten Samples zu überzeugen.

So auch der Opener, den eine flehende Frauenstimme eröffnet, ehe sie von einem wuchtigen Scream von Sänger Cody Winter abgelöst wird. Und es geht gleich in die Vollen: Es wird wild drauf los geknüppelt und in schwarzmetallischer Manier der „Plague Father“ beschworen. Doch es ist auch immer eine Note Death Metal dabei, wenn die Band zum Rundumschlag ausholt.  GORESKINCOFFIN verstehen es gut, den Hörer mitzureißen und setzen auch ab und zu Spoken-Word-Parts ein, wie im darauffolgenden „Wrath And Ruin“. Hört man die tiefe Stimme in der Strophe, stößt man unwillkürlich auf den Todesblei-Einfluss in der Musik der Amis.

Im Midtempo in extreme Höhen & Tiefen

Eine gute Nummer ist die Single „Elegy For Mankind’s Falling“ geworden, zu der es auch ein sehr aufschlussreiches Lyric Video auf YouTube gibt. Die Single steht jedoch  – zumindest was das Tempo angeht –  nicht stellvertretend für die übrigen Tracks auf dem Album. Im Gegensatz zum Rest ist die Auskoppelung im Midtempo gehalten und wird von orchestralen Parts getragen. Sehr detailverliebt und technisch versiert ist der Drum Sound ausgefallen. Schlagzeuger Dean Rice weiß wirklich zu überzeugen. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Lamentations Of A Broken Ange“. Vom Tempo her etwas behäbig unterwegs mit abgrundtiefen Growls, sowie mit krächzend hohem Gesang versehen. Doch gerade die schwarzmetallischen Parts sind mit Double-Base-Salven untermalt und verbreiten Endzeitstimmung. Dazu trägt einmal mehr die Arbeit von Lou Kelly bei, der mit Keyboard-Sounds das Ergebnis im apokalyptischen Licht erstrahlen lässt.

Mit kurzer Spielzeit zu längerem Hörvergnügen

Auffallend ist, dass die sieben Tracks eine durchschnittliche Spielzeit von gut drei Minuten nicht übersteigen. Oft erwarten einen überlange Songs – GORESKINCOFFIN machen davon aber keinen Gebrauch und bringen es auch in kürzere Spieldauer auf den Punkt. Stellvertretend für diese Tatsache steht der Track „Defiant Misanthropy“, der es in 2:40 Minuten schafft, den Hörer zu packen. Brutal, ungestüm und tief dem Blackened Death Metal verbunden wird in der vermeintlich kurzen Spieldauer alles in Grund und Boden geprügelt.

Als Anspieltipps empfehle ich die Titel „It Will Not Die“ und den Titeltrack „Release My Suffering“. Beide Songs stehen stellvertretend für die musikalischen Künste des Quintetts. GORESKINCOFFIN zeigen, dass das Gaspedal nicht zwingend durchgehend bis auf Anschlag durchgetreten werden muss, um den Härtegrad nach oben zu schrauben. Die Lyrics sind abwechselnd tief oder hoch und sind dreckig genug, um auch ohne Pig Squeals dem Grindcore-Anteil gerecht zu werden.

Fazit: „Release My Suffering“ ist ein gelungenes Stück Extrem-Metal geworden und langweilt zu keinem Zeitpunkt. Die Amerikaner verstehen es gut, mit ihrer persönlichen Note zu überzeugen und machen Lust auf mehr. Stellt sich nur mehr die Frage, wie sie es schaffen werden, auf der Bühne die Qualität zu halten. Die Zukunft wird es zeigen…

Veröffentlichungsdatum: 14.01.2022

Label: Funeral Goat Records

Line Up:
Cody Winter – Gesang
Dustin Stark – Gitarre
Justice Reckis – Gitarre
Edgar Castro-Salazar – Bass
Dean Rice – Drums

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GORESKINCOFFIN “Release My Suffering” Tracklist

The Plague Father (Audio bei Bandcamp)
Wrath and Ruin (Audio bei Bandcamp)
Release My Suffering
It Will Not Die
Elegy for Mankind’s Failings (Lyric-Video bei YouTube)
Defiant Misanthropy
Lamentations for a Broken Angel