DERIS: Done by Mirrors

DERIS: Done by Mirrors

Freunde von (posigem?) Heavy Rock aufgepasst (aber auch all diejenigen, die sich für die letzten beiden QUEENSRYCHE-Outputs begeistern konnten, sollten die nächsten Zeilen lesen): Hier kommt die CD, die vielleicht wieder frischen Wind in dieses Genre bringen könnte. Wobei ich dem Solo-Album von HELLOWEEN und Ex-PINK CREAM 69 – Sänger Andi Deris mit dieser Schubladisierung schon wieder unrecht tue.

Denn der Mann hat es tatsächlich geschafft, ein Album einzuspielen, das seinesgleichen sucht. Die Musik von Done by Mirrors ist stark von den 80ern geprägt, klingt aber sowohl altbacken, wie auch frisch zugleich. DERIS hat wohl die Vorzüge von modernem Studio-Equipment für sich entdeckt und spielt an allen Ecken und Enden mit den verschiedensten Knöpfchen, ohne jedoch jemals den Anspruch zu erheben, in ein Genre einzubrechen, mit dem seine Musik einfach nichts zu tun hat. Und gerade das gefällt mir an Done by Mirrors. Das Album wirkt ehrlich und versucht nicht etwas vorzugeben, was es nicht ist. Auf dem Album sind eine ganze Menge eingängiger Melodien verarbeitet und dennoch wird man dieser zu keiner Zeit überdrüssig. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und jeder mit seinem eigenen Flair versehen.

Und wie es der Sänger auf dem Cover bereits mit seiner Brille andeutet, gibt es auf Done by Mirrors zwei Seiten des Musikers zu entdecken. Während mit den ersten drei Songs eher Sonnenscheinmusik geboten wird, schlägt DERIS mit Harvest bereits melancholischere Töne an. Und auch die Musik wird ein ganzes Stück tiefgründiger. Hier kommen dann auch die oben angeführten Vergleich mit den letzten QUEENSRYCHE-Alben zum tragen, da DERIS auf den folgenden Songs melancholische Rock Musik bietet, die es meiner Meinung nach ohne Probleme mit dem Material von Hear in the Now Frontier und Q2K aufnehmen kann.

Mit Child of my Fear, dem Aussteiger aus dem Album, hat DERIS zuguterletzt auch noch einen potentiellen Single-Hit am Start, der es sicher mit der entsprechenden Promotion auch in die Radios schaffen könnte.

Done by Mirrors ist ehrlich, bietet hervorragende Melodien und strotzt vor Ideen (beim Opener Let your Love fly free macht die Band sogar aus einem Schlagzeugverspieler ein cooles Riff >g< ). Nicht ganz meine Tasse Tee, aber das, was DERIS mit dem Album wohl machen wollte, hat er perfekt umgesetzt. Zumindest gefällt mir Done by Mirrors um einiges besser, als die letzten HELLOWEEN-Alben, da im Gegensatz zu den Kürbisköpfen die Stimme von Andi Deris auch zur Musik passt. Fierce
Veröffentlichungstermin: 15.05.00

Spielzeit: 39:28 Min.
Label: Massacre / CMM

Tracklist:
1. Let your Love fly free

2. Dangerous

3. The Best you don´t need to pay for

4. Harvest

5. Free

6. Did it all for you

7. A little bit more each day

8. I don´t believe in the good

9. Patient

10. Back again

11. Child of my fear

Fierce
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