DAYSEND: Severance

Ein geniales Debüt zwischen IN FLAMES und SEVENDUST. Hart, groovend und melodisch…

Wenn ein Song einer Metalband in die Playlist eines Radiosenders aufgenommen wird, dann bedeutet das oft nichts Gutes. Im Fall der Australier DAYSEND ist genau dies geschehen. Der Song Countdown wurde in der Heimat vom Radiosender Triple J in die Rotation genommen. Aber, ohh Wunder, in diesem Falle bedeutet es tatsächlich etwas Gutes.

Der Stil von DAYSEND ist nicht ganz einfach zu charakterisieren. Vielleicht ist das am Ende Melodic Death Metal, der allerdings mit allerhand Mainstream kompatiblen Elementen gepaart ist. Es ist durchaus positiv, dass einem dadurch beim Hören nicht die ganze Zeit der Name einer schwedischen Stadt in den Kopf kommt. Ein Merkmal sind sicher die Melodien und Strukturen, die ein angenehmes Maß an Mainstream, das bedeutet Eingängigkeit, in den Sound bringen. Aber, genau dann wenn man das Gefühl hat, es mit einer simpel groovenden NuMetal-, Crossover- oder ähnlich gelagerten Platte zu tun zu haben, überrascht Severance mit kreischendem Gesang, dezenten Blastbeats und instrumentalen Einlagen. Ja, die Musiker beherrschen ihre Instrumente. Kein Wunder, da man die erste Tour mit DAYSEND als Instrumentalband absolvierte. Genauso bekommt die Band aber wieder die Kurve, wenn man das Gefühl hat, Entspannung zu brauchen. Manchmal kommen einem Vergleiche zu SUBSTYLE (Born Is The Enemy) oder auch zu IN FLAMES (Sellout) hoch, aber das trifft tatsächlich nur partiell zu, da zwar unterschiedliche Gewichtung, aber niemals Ausschließlichkeit vorherrscht. Insgesamt kann man zwei deutliche Strömungen auf Severance ausmachen. Der bereits erwähnte melodische, groovende Teil und die rauere Seite. Persönlich hat mich der melodischere Part mehr überzeugt, da DAYSEND vor allem für breite Harmoniewände ein wirklich gutes Gefühl haben. Seltener kommen ruhige Passagen wie in September zum Tragen. Ganz stark sind auch die Passagen, in denen groovende Gitarrenriffs über eine harmonische Wand gelegt sind und darüber auch noch geshouted wird. Am Ende verschmilzt dann alles zu einer homogenen Einheit.

Wer sich also einen Verbund aus Death Metal und Bands wie SUBSTYLE oder SEVENDUST als reizvoll vorstellen kann, der liegt hier genau richtig. Qualitativ, dazu gehört auch der Sound, ist Severance ein überaus gutes Album geworden. Dass DAYSEND schon als Support Act für SKINLAB, ENTOMBED und THE HAUNTED diente, lässt hoffen, dass der Weg der Band weitergeht und lässt uns gespannt in die Zukunft blicken, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird.

Veröffentlichungstermin: 25.10.2004

Spielzeit: 46:56 Min.

Line-Up:
Aaron Bilbija – Guitars

Meredeith Webster – Bass

Michael Kordek – Guitars

Wayne Morris – Drums

Produziert von d.w. Norton & Nik Tropiano
Label: Locomotive Music

Homepage: http://www.daysend.com.au/

Tracklist:
1. Born Is The Enemy

2. Ignorance Of Bliss

3. The Blood Of Angels

4. Countdown

5. Prism Of You

6. End Of Days

7. Severance Day

8. Sellout

9. September

10. Beggars With Knives

11. Sibling