DAYS OF RUIN: Extinction

DAYS OF RUIN: Extinction

„Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du wie ein Atompilz aussiehst?“ Sicher nicht der romantischste Eisbrecher, aber das Konterfei auf dem Frontcover des so passend betitelten „Extinction“ hat eben markante Züge. Solange das nicht das Einzige ist, das bei DAYS OF RUIN explosiv ist, soll uns das recht sein. Der markige Metalcore mit (melodischen) Death Metal-Einflüssen weiß jedenfalls, wie man Feuer im Pit legt.

Erstaunlicherweise orientieren sich die neun Tracks eher an der alten denn der neuen Schule. Beizeiten fühlen wir uns in der Folge eine gute Dekade in der Zeit zurückversetzt, vor allem wenn Fronter Michael Stuckis gesprochene Parts HEAVEN SHALL BURN zu „Antigone“-Zeiten heraufbeschwören (u.a. „Wake Up“). Auch NEAERA grüßen in „Manipulated“ aus der Ferne, bevor „Black Fog“ eine Prise LAMB OF GOD mit etwas Thrash und starker Hardcore-Schlagseite mixt.

DAYS OF RUIN laufen zur Bestform auf, wenn sie unerwartete Breaks oder Leads setzen

Die für das Genre typisch beißenden Vocals würzt Sänger Stucki ab und an mit gut platzierten Growls, vorherrschend sind jedoch stets die kratzenden Screams, die natürlich nicht auf dem Niveau Tomas Lindbergs (AT THE GATES) sind, aber auf jeden Fall in dieselbe Richtung gehen. Dessen Hauptband blitzt während „Blinded Eyes“ und zuvor „Form A Unit“ kurzzeitig in der Gitarrenarbeit auf, bevor uns DAYS OF RUIN dann aber beide Male ganz ungeniert mit einem Breakdown-Hagel in den Boden rammen.

Zu seiner Bestform läuft das Quintett meist dann auf, wenn sie ein groovendes Death Metal-Korsett wie in „False Friends“ oder „Hill Of Ants“ vollkommen unerwartet durch melodische Breaks und Leads in eine andere Richtung lenkt. Da ist es fast ein wenig schade, dass die Reise anschließend eigentlich immer in einem platten Moshpart endet. Das macht das sonst gelungene „Extinction“ auf Dauer nicht nur vorhersehbar, sondern raubt ihm auch etwas die Explosivität, die uns der erste Blick suggeriert hatte. Die wenig taktvolle Ausgangsfrage hatte übrigens dennoch den erwarteten Effekt: Zum Auftakt hat uns „Path Of Liberty“ gehörig eine verpasst. Den Vorschlaghammer haben wir uns allerdings verdient: Wer austeilt, muss auch einstecken können.

Veröffentlichungstermin: 6.03.2020

Spielzeit: 34:02

Line-Up

Michael Stucki – Vocals
Denis Ablondi – Gitarre
Silvano Dragonetti – Gitarre
Reto Rohrer – Bass
Enrico Sterlacci – Drums

Produziert von Hard Beat Studio, SOS-Basement Studio (Mix) und Dan Suter (Mastering)

Label: Eigenproduktion

Facebook: https://www.facebook.com/daysofruinhc

DAYS OF RUIN “Extinction” Tracklist

01. Path Of Liberty
02. Manipulated
03. Wake Up
04. Black Fog
05. Form A Unit
06. Blinded Eyes
07. Hill Of Ants
08. False Friends
09. Mad House

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.