CAVEAT: Alchemy [Eigenproduktion]

CAVEAT starten mit ihrem vierten Album “Alchemy” den nächsten Versuch, auch außerhalb Kanadas von sich Reden zu machen. Der abwechslungsreiche Progressive Metal hätte es sich verdient, selbst wenn es keinen Roten Faden gibt.

CAVEAT halten sich nun schon über zwei Jahrzehnte in der lokalen Metal-Szene des kanadischen Bundesstaates Alberta. Der Sprung nach Europa ist ihnen indessen noch nicht gelungen – zumindest nicht in dem Umfang, als dass sich ein (europäisches) Label um den Vertrieb der inzwischen vier Alben bemühte. Vielleicht liegt es auch daran, dass man schwer eine definierte Zielgruppe für die Musik der Band aus Calgary auszumachen vermag. Schließlich interpretieren CAVEAT ihren Progressive Metal als Zusammenstellung unterschiedlicher Metal-Spielarten.

Auf “Alchemy” vermisst man den Roten Faden

Auf “Alchemy”, dem aktuellen Album der Kanadier, stellt sich dies folgendermaßen dar: während der in seiner Grundstruktur etwas langsame Opener “Silver” mit einzelnen Passagen wie einem Gitarren-Solo und einem furiosen Ende mit mehrstimmigem Gesang zu punkten versteht, sticht der folgende und weit flottere sowie progressivere Titeltrack durch seinen Trap-Anteil hervor. Das gute “Infinite” spielt dann aufgrund des Zusammenspiels von Growls und powervollen Clean-Vocals sowie den “singenden” Gitarren mit UNLEASH THE ARCHERS-Tendenzen, während “Black Mirror”, das nett mit dem Bass einsteigt, eher mit einem Rock ‘n’ Roll-Vibe versehen ist.

Dieser bunte Faden zieht sich quer durch das Album. Eine klare Linie mag dadurch nicht gezogen werden. Was anfangs einem gewissen Überraschungseffekt zuträglich ist, ermüdet allerdings im Verlauf des Albums. Vor allem auch deshalb, weil “Alchemy” zusehend abfällt, wie das nicht zum Abschluss kommen wollende “Ghost” oder der allzu fröhliche Auftakt zu “Until Dawn” zeigt.

CAVEAT wäre mehr Bekanntheitsgrad in Europa zu gönnen

Dennoch würden es CAVEAT verdienen, auch in Europa etwas mehr an Bekanntheitsgrad zu erlangen. Schließlich beweist die Band phasenweise, dass sie in ihren Reihen ausgereifte Musiker mit einer Menge Ideen hat und auch ordentliche Vocals-Leistungen zu Wege bringt. Weiterhin ist “Alchemy” anständig produziert, weshalb sich zumindest der Sound dann doch wie ein Roter Faden durchs Album zieht.

Veröffentlichungstermin: 11.02.2022

Spielzeit: 49:52 Min.

Line-Up:
Greg Musgrave – Gesang & Gitarre
Amanda Marie Bourdon – Gesang & Keyboard
Joe Sikorski – Gitarre
Matt Petti – Bass
Casey Rogers – Schlagzeug

Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/caveatcalgary
Mehr im Netz: https://caveatcalgary.bandcamp.com

CAVEAT “Alchemy” Tracklist

1. Silver (7:03)
2. Alchemy (7:08) (Video bei YouTube)
3. Infinite (6:44) (Video bei Brave Words)
4. Black Mirror (7:06)
5. Ghost (8:35) (Playthrough-Video bei technicalmusicreview)
6. Until Dawn (5:55)
7. Zero Hour (7:21)