CALL OF THE VOID: Dragged Down A Dead End Path

CALL OF THE VOID: Dragged Down A Dead End Path

Nein, SOUTHERN LORD haben noch kein Monopol auf schmutzig und crustig grindenden Metal und Hardcore, der mit Sludge gewürzt wird. CALL OF THE VOID sind bei RELAPSE untergekommen, ihr Debütalbum Dragged Down A Dead End Path versohlt diejenigen, die ihre Hausaufgabe in diesem herrlich undefinierten Genre gemacht haben und bei CURSED, FROM ASHES RISE, ENABLER, Wolverine Blues-ENTOMBED, Frühneunziger-NAPALM DEATH und TRAP THEM völlig aus dem Häuschen sind. Was das bedeutet, ist klar: Ein Gitarrensound, der brachial verzerrt im Magen wühlt, Riffs die eingängig und punkig sind, eine schöne Mischung aus Blast Beats, altmodischem Uptempo-Hardcore und nihilistischem Sludge, alles gekrönt von wirklich wütendem Gebrüll. Das alles ist natürlich so neu wie der Gebrauchtwagen, der dir letzte Woche angedreht wurde und der nächste Woche die 200.000 Kilometermarke sprengt.

Aber immerhin haben CALL OF THE VOID ein paar Argumente, die durchaus für sie sprechen. Zunächst ist die Geschwindigkeit auf dem unverschämt kurzen Album sehr ausgewogen. Die ultraschnellen Momente ergänzen sich gut mit den schwerfälligen Parts, ohne dass irgendwo die Aggression und die Wut verwässern. Und egal ob CALL OF THE VOID nun mit einem Affenzahn in den Niederungen der Gesellschaft Amok laufen, oder ob Dragged Down A Dead End Path wie ein unterleibsloser Zombie auf Futtersuche langsam in Richtung einer ahnungslosen Menschenmenge kriecht, es bleibt stets heavy und brutal. CALL OF THE VOID haben viel Abwechslung in ihre zehn Songs gepackt, ihre Ideen zünden fast immer. Und sogar ihre Herangehensweise an die musikalische Thematik ist frisch und sorgt dafür, dass die Band aus der nicht gerade kleinen Szene mit einem eigenen Klang heraussticht.

Und trotzdem, mit TRAP THEM oder BLACK BREATH können CALL OF THE VOID qualitativ noch nicht mithalten, und es wird auch dauern, bis dem so ist. Und das liegt nicht nur daran, dass CALL OF THE VOID nicht bei Meister Ballou im Studio waren, denn die wuchtige und brachiale Produktion ist in jedem Fall gelungen. CALL OF THE VOID schreiben gute Songs, sie schreiben aus dem Bauch heraus und mit der nötigen Wut. Aber die Hits, die Songs, die in drei Jahren noch immer für völlige Ekstase sorgen, die haben diese vier Jungs aus Colorado noch nicht drauf. Dragged Down A Dead End Path macht trotzdem Spaß, wirkt bei kleinen Wutausbrüchen Wunder, und das auch mehr als nur einmal.

Veröffentlichungstermin: 15. März 2013

Spielzeit: 26:00 Min.

Line-Up:
Steve Vanica – Vocals
Patrick Alberts – Guitar
Alex Pace – Bass
Gordon Koch – Drums

Label: Relapse Records

Homepage: http://callofthevoid303.bandcamp.com/
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/CalloftheVoid303

Tracklist:
1. Failure
2. Theory Of Mind
3. Bottom Feeder
4. Endless Ritual Abuse
5. Abomination
6. Breeding Grounds
7. Napalm Lungs
8. The Liar´s Heart
9. I Hope You Two Fuck
10. Faith & Filth

Captain Chaos
Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle