BLACKEN MY MELODY: My Path To Hell [EP] [Eigenproduktion]

BLACKEN MY MELODY: My Path To Hell [EP] [Eigenproduktion]

Dass der Metalcore ein vergleichsweise junges Genre ist, spiegelt sich in der Art und Weise, wie mit stilgetreuen Bands umgegangen wird. Wo im Thrash Metal selbst die austauschbarsten Kopien alter Helden oft genug als Oldschool-Heroen abgefeiert werden, regiert im Metalcore das kollektive Jammern über fehlende Innovation und vorhersehbare Songschablonen. Das mag einerseits nicht fair sein, hilft aber nichts, wenn die Kritik trotz allem berechtigt ist.

Eben solche müssen sich BLACKEN MY MELODY gefallen lassen, können sie dem Genre doch weder neue Impulse noch qualitativ unverzichtbares Material schenken. Die üblichen Stilelemente aus Breakdowns, Melodic Death-Gitarren, aggressivem Gebrüll und nicht immer sattelfestem Klargesang beherrschen das Bild von Songs der Marke „Walking Down“ oder „I Won’t Fall“. Ob als Referenzen nun AS I LAY DYING, BULLET FOR MY VALENTINE oder UNEARTH herhalten müssen, ist vollkommen irrelevant – es kommt im Endeffekt sowieso aufs Gleiche raus. Schlecht ist „My Path To Hell deshalb zwar nicht, großartig und erinnerungswürdig sind bei aller spieltechnischer Solidität als Attribute ebenso fehl am Platz.

Für ein Debüt bringt „My Path To Hell“ viel Potenzial mit

Obwohl die gesamte Herangehensweise von BLACKEN MY MELODY also relativ unspektakulär erscheint, wäre es unentschuldbar, nicht auch die Stärken des Quartetts hervorzuheben: Für ein Debüt bringt „My Path To Hell“ erstaunlich viel Potenzial mit. Das Songwriting erweckt schon jetzt einen ungemein routinierten Eindruck, das Zusammenspiel der beiden Gitarristen Birt und Daniel ist wie aus einem Guss und melodisch beweisen BLACKEN MY MELODY ein sensibles Näschen. Zweifellos, da kann mit entsprechendem Profil noch viel mehr passieren. Vorausgesetzt natürlich, die Band findet den Weg aus dem Schatten der Vorbilder. Als erstes Lebenszeichen ist „My Path To Hell“ okay, über einen längeren Zeitraum nahrhaft sind die darauf enthaltenen Songs aus genannten Gründen dagegen nicht.

Veröffentlichungstermin: 18.12.2011

Spielzeit: 19:35 Min.

Line-Up:
Birt – Vocals, Guitar
Daniel – Guitar
Rob – Bass
Ringo – Drums
Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/BlackenMyMelody

BLACKEN MY MELODY „My Path To Hell“ Tracklist

01. Mirage Of A Broken Dream
02. I Won’t Fall
03. Walking Down
04. Through This
05. Out

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.