BAD MACHINE: Motörfreakout

Guter Schweinerock aus Finnland im Stile des grossen M´s

Ja, verdammt nochmal! Muss ich BAD MACHINE denn jetzt auch wieder mit MOTÖRHEAD vergleichen? Der Trend geht zum Austausch-Review… Man könnte natürlich ins Feld führen, dass jemand, der seine Platte Motörfreakout nennt, es durchaus auf diesen Vergleich anlegt. Trotzdem scheint dieser Vergleich in jeder meiner Kritiken in letzter Zeit aufzutauchen. Erstaunlich, wie einflussreich ein einzelner Mensch sein kann… Natürlich könnte ich stattdessen auch andere Bands, die wie M. klingen, als Vergleiche ins Feld führen, aber wer hat etwas von einem Vergleich, wenn man unbekannte Band X mit noch unbekannterer Band Y vergleicht? Ausser Punk´n Roll-Szenekennern wahrscheinlich niemand. Man würde dann zwar sehen, wie viele tolle Bands ich doch kenne, und vor dem Bildschirm ganz laut: Uuijuijui! sagen, aber etwas über die Platte würde man nicht erfahren. Und ausserdem klingt ein Song wie Introduction to Outrage nun mal 1a so wie M. im Jahre 1978. Und wer das mag, soll sich auch angesprochen fühlen. Ergo: Lieber immer wieder die guten, alten Vergleiche, denn die guten, alten Riffs können ja auch immer wieder gut sein. Nochmal: BAD MACHINE aus Finnland lehnen sich extrem stark an die alten MOTÖRHEAD aus England an. Ist das jetzt gut oder schlecht? In diesem Fall ist es gut. Eine wirklich gute Platte. Keine Sensation, aber sehr solide. Einige Ausreisser nach unten, aber mehr nach oben.

Im Gegensatz zum oft recht gnadenlosen Speedrock-Gebolze mancher Kollegen, das zwar auch seine Vorteile hat, lassen es BAD MACHINE auch mal etwas ruhiger angehen und haben gerade in den Mid-Tempo-lastigeren Liedern ihre Stärken. Touched by Evil und All set up to Go sind zwei solcher wirklich guten Songs oder das eben genannte Introduction to Outrage, das für mich das Highlight der Platte darstellt. Etwas relaxtere, aber packende Riffs, gute Refrains, auch mal mit Background-Uuuh´s, und ein Tempo, dass man auch während des Biertrinkens noch mitbangen kann. Gelungen!

Die schnelleren Lieder ragen nicht alle über die Messlatte für Durchschnitt heraus, sind aber allesamt gut gemacht und mit Herz gespielt. Vielleicht wäre für BAD MACHINE eine Spezialisierung angesagt. Sozusagen Speedrock-mit-mittlerer-Drehzahl oder so.

Damit hätte ich dann als perfekter Klischee-Schreiberling auch noch eine neue Genre-Schublade erfunden. Herrlich, das Leben kann so schön sein! Und damit es noch besser wird, höre ich jetzt erstmal etwas M. Danach etwas PETER PAN SPEEDROCK, V8WANKERS, DUSTSUCKER und dann nochmal BAD MACHINE.

Besser geht´s dann kaum noch…

Spielzeit: 30.04 Min.

Line-Up:
Masa – Bass, Vox

Ade – Drums, B-Vox

Ana – Guitar, Vox

Make – Guitar, B-Vox

Produziert von Bad Machine
Label: Punk´n´Drunk

Homepage: http://www.badmachine.tk/

Tracklist:
1. Motörfreakout

2. Deathrace

3. Let the Wanna-Be´s eat the Dust

4. Introduction to Outrage

5. On your own now

6. Evil Freak

7. Tuoched by Evil

8. Take a Ride with me

9. Cenobites

10. Emotional Overdrive

11. All set up go