ATREYU: Lead Sails Paper Anchor

ATREYU: Lead Sails Paper Anchor

Willkommen im Modern-Metal-Superstore! Statt zu eindimensional vor sich hinzumoshen – oder wie bei Suicide Notes And Butterfly Kisses die schwedischen Vorbilder zu auffällig zu zitieren -, reizen ATREYU alle Facetten des modernen Rocks bis aufs Letzte aus. Der Opener Doomsday zeigt so manchen tätowierten Schwergewichten, wie die Melange aus fetten Breakdowns und melodischem Refrain zu funktionieren hat. Punkiger und dennoch hartmetallisch geht´s danach gleich mit Honor weiter, hier schnellt der Hitfaktor spätestens bei den Fight, fight, fight till the break of dawn!-Gangshouts in astronomische Höhen. Damit wäre dem Straßenpathos Genüge getan, Zeit für locker-flockiges Triolen-Grooven mit Falling Down. Sind hier die BEATSTEAKS heimlich ins Studio eingedrungen und haben ATREYU den besten Song ihrer Karriere untergejubelt? Das Tanzbein zuckt jedenfalls – und dennoch wirkt der Song trotz Pop-Appeal und Bläsereinsatz nicht im Geringsten deplatziert, das macht spätestens das Metalsolo im Mittelteil deutlich. Becoming The Bull dürfte die wohl erste Internet-Single zum Selberbasteln gewesen sein, da man sich den Track im Netz selber aus verschiedenen Fitzeln zusammenpfriemeln musste – bei dem ständig zwischen wuchtigen Gitarrenläufen und hymnischem Refrain schwankenden Arrangement keine leichte Aufgabe, doch eine lohnenswerte, denn so muss moderner Metal klingen – hart und präzise, melodisch, aber nie cheesy. Zeit für eine Verschnaufpause? Denkste, denn Two Becoming One ballert nach kurzer Balladenvortäuschung mit Vollgas aus den Boxen, um mit der derb groovenden Bridge endgültig das Zimmer zu demolieren. Muss ich ergänzen, dass eine absolute Mörderhookline den Song krönt? Hier ist eine Band in Bestform zu bewundern, die auch in der Folge Granate um Granate abfeuert. Selbst die tatsächliche Halbballade Lose It besitzt mehr Härte als so mancher Pseudohärtling mit Pandagesicht, selbst die Hardrock-Verneigung Blow lässt die Fäuste nach oben schnellen. Theoretisch müsste man hiermit allen weiteren Bands in diesem Genre die Lizenz zum Musizieren entziehen, denn besser geht es kaum. Bis zum abschließenden Titelsong, der um eine wehmütige Countrygitarre kreist, zeigen ATREYU keine einzige Schwäche und demonstrieren, wie harte, erwachsene Musik heutzutage zu klingen hat.

Veröffentlichungstermin: 24.08.2007

Spielzeit: 41:16 Min.

Line-Up:
Alex Varkatzas – Gesang
BIG Dan Jacobs – Gitarre
Travis Miguel – Gitarre
Marc McKnight – Bass
Brandon Saller – Schlagzeug, Gesang

Produziert von John Feldmann
Label: Roadrunner

Homepage: http://www.atreyurock.com

Tracklist:
Doomsday
Honor
Falling Down
Becoming The Bull
Two Become One
Lose It
No One Cares
Can´t Happen Here
Slow Burn
Blow
Lead Sails (And A Paper Anchor)