ATREYU: Congregation Of The Damned

ATREYU: Congregation Of The Damned

Wie ordnet man ein Album wie „Congregation Of The Damned“ am besten ein? Mit klassischem Metalcore hat die Platte nur noch eingeschränkt zu tun, Emo trifft auch nicht zu und Alternative ist bekanntlich ein äußerst dehnbarer Begriff. Fakt ist, dass ATREYUs neuester Sprössling zumindest ansatzweise in allen drei Schubladen zu Hause ist und trotz des insgesamt hohen Pop-Faktors eine ganze Reihe an guten, mitreißenden Songs aufweisen kann.

Geht es mit den ersten beiden Stücken „Stop! Before It´s Too Late And We’ve Destroyed It All“ und „Bleeding Is A Luxury“ noch mit halbwegs traditionellem Metalcore samt MeloDeath-Einflüssen, wie sie RAUNCHY auf ihrem letzten Studiowerk „Wasteland Discotheque“ auch gerne verwendeten, los, offenbart „Congregation Of The Damned“ jedoch bald seine melodische Seite. Beim fast schon hymnischen „Coffin Nails“, wo sogar mit doppelläufigen Leadgitarren gearbeitet wird, dominiert erstmals vollständig Sänger Alex‘ Klargesang, der letztlich auch das restliche Album über die Maßen prägt.

Der Hang zur Melodie prägt „Congregation Of The Damned“

Dieser Hang zur Melodie und zu eingängigen Refrains mit Ohrwurmpotential manifestiert sich letztlich in Titeln der Marke „Storm To Pass“, „Gallows“, „So Wrong“ oder der abschließenden Ballade „Wait For You“. Mit wirklichem Metalcore hat das, wie auch schon bei „Lead Sails Paper Anchor„, logischerweise wenig zu tun, schädlich für den Gesamteindruck sind die poppigen Songstrukturen allerdings keinesfalls. Lediglich „Black Days Begin“ und „Lonely“ sind im Endeffekt etwas seicht und belanglos geraten, doch darüber kann man getrost hinwegsehen, zumal es mit „Ravenous“ sowie „You Were The King, Now You’re Unconscious“ durchaus härteres Material auf das Album geschafft hat. Vor allem Letzteres beginnt spannend mit Percussion-Einsätzen und mausert sich im weiteren Verlauf zu einer unkomplizierten, aber durchaus frischen Nummer, die zum Finale hin selbst Fans von Alex Varkatzas‘ Screams frohlocken lassen wird.

Die Evolution des Metalcore steht ATREYU gut zu Gesicht

Anhänger ATREYUs, die nach dem Stilbruch des Vorgängers vom Metalcore hin zu melodiegeschwängertem Hard Rock enttäuscht waren, werden mit „Congregation Of The Damned“ sicherlich wieder ihre Probleme haben. Musikalisch aufgeschlossenen Naturen offenbart sich dafür ein abwechslungsreiches Album mit hohem Suchtfaktor, das den Stil von „Lead Sails Paper Anchor“ durch ein paar metallische Elemente ergänzt und vor allem dank der verspielten wie überzeugenden Gitarrenarbeit, die in ihren besten Momenten sogar mit IRON MAIDEN liebäugelt, nahezu ausnahmslos überzeugen kann. Wenn das die Evolution des Metalcore ist, dann ist die Zukunft des Genres aber ganz bestimmt gesichert.

Veröffentlichungstermin: 23.10.2009

Spielzeit: 48:45 Min.

Line-Up:
Alex Varkatzas – Vocals
Dan Jacobs – Guitars
Travis Miguel – Guitars
Marc McKnight – Bass, Vocals
Brandon Seller – Drums, Percussions, Vocals

Produziert von Bob Marlette
Label: Roadrunner Records

Homepage: http://www.atreyurock.com

ATREYU „Congregation Of The Damned“ Tracklist

01. Stop! Before It’s Too Late And We’ve Destroyed It All
02. Bleeding Is A Luxury
03. Congregation Of The Damned
04. Coffin Nails
05. Black Days Begin
06. Gallows (Video bei YouTube)
07. Storm To Pass (Video bei YouTube)
08. You Were The King, Now You’re Unconscious
09. Insatiable
10. So Wrong
11. Ravenous
12. Lonely
13. Wait for You

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.