ANTICHRISIS: A Legacy Of Love Mark II

"A Legacy Of Love" wurde bis auf den Gesang komplett neu eingespielt – ein wunderschönes Folk-Pop-Album mit Gothic- und Metal-Anleihen, welches gegen Ende leider etwas schwächelt.

Das 1998 veröffentlichte A Legacy Of Love hat damals zwar durchweg gute Kritiken bekommen, dennoch ist die Band irgendwie untergegangen, anstatt mit dieser Folk-Pop-Perle mit Metal- und Gothic-Anleihen so richtig durchzustarten. Nun arbeitet man an einer neuen CD, und um die lange Wartezeit zu überbrücken, hat man A Legacy Of Love einer Runderneuerung unterzogen. Sämtliche Songs wurden komplett überarbeitet und neu eingespielt, lediglich die originalen Gesangsspuren blieben erhalten. Am stärksten macht sich dies natürlich dadurch bemerkbar, dass der Drumcomputer der Originalversion durch echte Drums ersetzt wurde. Dazu gibt es mit End Of December ein bisher unveröffentlichtes Stück zu hören.

ANTICHRISIS gehen recht vielseitig vor. Es überwiegen jedoch sanfte Klänge, Midtempo-Songs mit zurückhaltendem, straightem Drumming, akustischen Rhythmusgitarren, dezenten Keyboards und der zauberhaften Stimme der damaligen Sängerin Lisa, deren mittelhoher Gesang zwar elfenhaft wirkt, aber dennoch alles andere als dünn ist. Ihre Stimme ist sehr gut ausgebildet und besitzt eine enorme Ausstrahlung. ANTICHRISIS haben genau die richtige Mischung gefunden: Die Musik auf A Legacy Of Love Mark II ist entspannend und atmosphärisch, aber auch voll von intelligenten Ohrwurm-Melodien, die auch nach längerer Zeit noch keine Abnutzungserscheinungen zeigen. Das kommerzielle Potenzial von Songs wie Our Last Show oder Nightswan, welches mit Bläsereinsätzen daherkommt, ist enorm. Beim überlangen und zunächst etwas schnelleren Forever I Ride kommen erstmals E-Gitarren als Rhythmusinstrument sowie der von Mastermind Sid beigesteuerte männliche Gesang zum Einsatz, der zwar in Ordnung ist, aber nicht mit dem von Lisa mithalten kann. Der Song entwickelt sich dank der tollen Dudelsack-Melodien und des kurzzeitig auftretenden Gekeifes an CRUACHAN und weist einen deutlichen Metal-Einschlag auf. Baleias Bailando kann dann mit tollem Wechselgesang von Lisa und Cid begeistern.

Es dominieren die hellen Klänge auf diesem Album, so dass die Grundstimmung zwar leicht melancholisch, aber dennoch positiv ist. Die keltisch geprägten Melodien bewegen sich dabei teilweise nahe am Kitsch, insbesondere beim ziemlich belanglos vor sich hinplätschernden End Of December. Überhaupt schwächeln ANTICHRISIS gegen Ende des Albums etwas. Das schleppende, metallische The Sea ist ebenso arm an guten Melodien wie Trying Not To Breathe. Ohne diese beiden jeweils fast zehnminütigen Ausflüge in düster-metallische Gefilde wäre A Legacy Of Love Mark II ein exzellentes Folk-Pop-Album – so allerdings wird der äußerst positive Eindruck am Ende doch etwas abgeschwächt. Zieht man diese Ausfälle ab, bleibt aber immer noch genug hochwertiges Material über. Wer die Originalversion noch nicht besitzt und nun hellhörig geworden ist, kann diese Neueinspielung – bislang ausschließlich – über http://www.playbaker.com beziehen.

Veröffentlichungstermin: 07.01.2005

Spielzeit: 73:16 Min.

Line-Up:
Sid – guitars, bass, keyboards, vocals

Frank – vocals Trying not to Breathe

Lisa – vocals

Näx – uilleann pipes, flutes

Gnu – guitars

Waran – keyboards, drum loops

Kugator – drums
Label: Reartone Records

Hompage: http://www.antichrisis.de

Email-Adresse der Band: sid@antichrisis.de

Tracklist:
1. How Can I Live On Top Of The Mountain?

2. Nightswan

3. Our Last Show

4. Forever I Ride

5. Dancing In The Midnight Sun

6. Baleias Bailando

7. Planet Kyrah

8. End Of December

9. The Sea

10. Trying Not To Breathe

11. The Farewell