Suche
Filter
Suche im Titel
Suche im Inhalt
Beiträge & Bilder
Filter by Kategorien
News
CD-Reviews
Interviews
Live-Reviews
Multimedia
Blog
Tourdaten
Suche nach Band

ACROSS THE SUN: Before The Night Takes Us

ACROSS THE SUN: Before The Night Takes Us

Dass Keyboards im Modern Metal zum guten Ton gehören, ist nun wahrlich keine Neuigkeit mehr und auch aus dem Metalcore sind dosiert gestreute Synthesizer kaum noch wegzudenken. Ein Keyboarder in den eigenen Reihen ist für einen Hybrid wie ACROSS THE SUN demnach absolute Ehrensache. Viel ungewöhnlicher ist da eher die Ambivalenz des Instruments, denn die großzügig eingesetzten Synthies sind für Before The Night Takes Us Segen und Fluch zugleich. Doch dazu später mehr.

Positiv hervorzuheben ist gleich zu Begin das routinierte Songwriting, welches zugegeben wenig Raum für Überraschungen lässt, die Kerndisziplinen der Genres jedoch so gründlich in sich aufgesogen hat, dass sich Anhänger von SOILWORK, KILLSWITCH ENGAGE, SONIC SYNDICATE und SCAR SYMMETRY sofort zu Hause fühlen dürften. Dominiert werden Tipping The Scales, das dynamische Song For The Hopeless, In The Face Of Adversity und Descent & Discovery von dem altbekannten Schema aus aggressiven Strophen und eingängigen, zumeist klar gesungenen Refrains, während die Gitarren mal stakkatoartig Akzente setzen, mal ungehalten losshredden, häufig aber auch mit melodischen Leads und Riffs bestechen. Begeistern können ACROSS THE SUN damit selten, unterhaltsam ist Before The Night Takes Us zwischendurch dafür allemal, was nicht zuletzt Songs wie Ghost Of Grandeur oder das instrumentale A Moment Of Clarity zu verantworten haben.

Die gesangliche Leistung, die sich zu etwa einem Drittel aus Screams und Growling sowie zwei Drittel Klargesang zusammensetzt, ist im Grunde überzeugend, krankt jedoch an Sänger Brandons fehlendem Charisma. Trotz seiner eigentlich vielversprechenden Stimme lassen die Gesangslinien große Emotionen vermissen; bleiben in der Folge recht kalt. Und hier kommen wir zur eingangs angesprochenen Ambivalenz. So wie die Gesangsleistung einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt, kann auch dem dominanten Keyboard kein durchgehend positiver Effekt attestiert werden. Sorgt Shane Murray im Opener noch für eine greifbare Grundstimmung und übertrifft das Ganze im direkt anschließenden Song For The Hopeless, so schlägt er im weiteren Verlauf einige Male deutlich über die Stränge. Wo das Piano zu Beginn von Seasons noch frisch und unverbraucht daher kommt, nerven die omnipräsenten, flächigen Bombastspitzen schon beim ersten Hören. Selbiges gilt für das an sich ausgesprochen gute Ghost Of Grandeur, das durch die Synthesizer nur einen unnötigen Kitschanstrich bekommt und mit dezenterer Hintergrunduntermalung mindestens genauso prächtig funktioniert hätte.

Davon abgesehen ist Before The Night Takes Us ein solides Modern Metalcore-Album, das vielleicht ab und an, wie im Titeltrack, zu dick aufträgt und produktionstechnisch mehr Leben vertragen hätte, ansonsten allerdings eine ordentliche Anlaufstelle für die junge, dynamische Zielgruppe verkörpert. Nachhaltigkeit sieht anders aus, das sollte klar sein, aber bei der heutigen Schnelllebigkeit wartet die nächste Band sowieso schon hinter der nächsten Ecke darauf, den Platz von ACROSS THE SUN einzunehmen.

Veröffentlichungstermin: 11.03.2011

Spielzeit: 40:16 Min.

Line-Up:
Brandon Davis – Vocals
Sam Hafer – Guitar
Shane Murray – Keyboards
John Malloy – Bass
Alan Ashcraft – Drums

Produziert von Daniel Castleman
Label: Metal Blade

MySpace-Seite: http://www.myspace.com/acrossthesun

Tracklist:
01. Tipping The Scales
02. Song For The Hopeless
03. Seasons
04. Descent & Discovery
05. Ghost Of Grandeur
06. Before The Night Takes Us
07. A Moment Of Clarity
08. Blessing In Disguise
09. In The Face Of Adversity
10. Belay My Judgement

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal