Captain Chaos

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Ehemann, Vater, Musikenthusiast, Plattensammler, Trauerbegleiter, Logistiker, Autor, Wandergeselle

MINDNAPPING: Ein Medium, das viel zu bieten hat.

Patrick Holtheuers kleines Indie-Hörspiellabel AUDIONARCHIE ist immer noch ein Geheimtipp, dabei ist die dort beheimatete Reihe MINDNAPPING das vermutlich Beste, das Hörspielfreunde im (Psycho-)Bereich finden können. Mittlerweile gibt es sechzehn Folgen, die nicht nur originelle Spannung mit Köpfchen bieten, sondern sich auch vor den großen Meistern der Spannung wie John Carpenter ("Das Geschwür"), David Lynch ("Montana oder eine seltsame Schleife") und den Cohen Brüdern ("Insel-Menschen") verneigen. Die jüngste Folge "Vier Köpfe" ist nicht nur eine der stärksten der MINDNAPPING-Reihe, sondern auch eine gelungene Hommage an Alfred Hitchcocks brillante Thriller. Grund genug, Patrick Holtheuer ein paar Fragen zu stellen.

SEBASTIAN PLANO: Die Kraft des Sprungs

SEBASTIAN PLANO ist ein Wunderknabe aus Argentinien, der seine Zelte nun in Berlin aufgeschlagen hat. Der junge Komponist und Multiinstrumentalist hat mit "Impetus" ein derart betörend schönes Zweitwerk geschrieben, dass stellenweise das Herz vor Glück beinahe zerspringen möchte. Beheimatet in Neoklassik und Tango, sucht sich SEBASTIAN PLANO, ähnlich wie OLAFUR ARNALDS seinen Weg raus aus seiner klassischen Vorbildung, hin zu einer Verschmelzung mit sanfter Elektronik und ein wenig Indie. Wir haben uns den freundlichen SEBASTIAN PLANO per E-Mail zur Brust genommen.

DEFEATER: I, Snowden [brainstorming]

DEFEATER haben es tatsächlich geschafft, dass ihr neues Album "Letters Home", dem mächtigen "Empty Days & Sleepless Nights" in nichts nachsteht, auch ganz ohne Akustiksongs. Allein die rohe Power der anspruchsvollen Hardcore-Punk-Songs reißt mit und steckt an, und dank der Emotionalität geht "Letters Home", ein konzeptioneller Seitenschritt mit einer Erzählstruktur im Stil des Films "Memento", tief unter die Haut. DEFEATER waren jüngst wegen patriotischer Anwandlungen vor allem bei Linken in Europa in der Kritik, Gitarrist Jay Maas, der nach rekordverdächtigen drei Monaten unser kleines Brainstorming beantwortet, erweist sich aber als bodenständiger Interviewpartner, mit dem Herz am richtigen Fleck.

THE OCEAN: Eine introspektive Reise zum Meeresboden

Irgendwie ist es müßig, aber jedes neue Album von THE OCEAN kann zu Recht als Magnum Opus bezeichnet werden. Das trifft auch auf "Pelagial" zu, das alle Stärken von THE OCEAN vereint und in einer Stunde eine Reise in die Tiefe des Meeres und der Psyche wagt. Robin Staps und seine Schweizer Kollegen präsentieren sich im Jahr 2013 noch ambitionierter als gewöhnlich, haben nicht nur ein großes, musikalisches Konzept parat, sondern auch den dazugehörigen Film im Gepäck und eine sehr luxuriöse optische Gestaltung parat. Egal ob mit Gesang, oder als reine Instrumentalscheibe, "Pelagial" fesselt und untermauert den hart erarbeiteten Status von THE OCEAN. Wie sollte es auch anders sein, wir fragen bei Robin Staps wieder einmal nach.