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HENRY ROLLINS / BLACK FLAG

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HENRY ROLLINS: Bush is an evil man – die Inkarnation des Bösen

Er bezeichnet Adjektive als "langweilige Füllwörter" - aber um Henry Rollins zu beschreiben, wäre selbst das Adjektiv-Repertoire eines versierten, eloquenten Autors extrem gefordert - und notwendig, denn Rollins ist eine vielschichtige, echte Persönlichkeit - kompliziert, gebildet, kultiviert, sensibel, brutal, subtil, energisch, eitel sogar, laut in der Zeile und leise dazwischen, ein bisschen neurotisch auch und ein bisschen ordinär. Er hat das Zeug - alle Prädikate - einer Kultfigur. Seine Pressekonferenz in Roskilde war ein wirklicher Genuss - interessant, informativ und (man höre und staune) überaus unterhaltsam, stellenweise sogar witzig. Und trotzdem: Derjenige, dessen Muttersprache nicht Englisch ist, hat kaum die Chance, alles zu erfassen, was dem sehr sehr klugen Kopf dieses 33jährigen Kaliforniers entspringt. Verdammt sei hier die Sprachbarriere - und wer diesen Mangel nicht empfindet, ist entweder bewundernswert versiert im Englischen oder einfach nur ignorant. Nach der Konferenz hatte man das Gefühl "Das ist noch nicht ausgereizt, da ist noch mehr - und auch noch was Anderes". Nun will ich Rollins nicht zum "Heiligen Heinrich" zerreden, aber dass dieser Multi-Media-Künstler etwas ganz Besonderes ist (auch ohne Sahne?Bonbons), zeigen schon die eher unorthodoxen Fragen der internationalen Presse beim Roskilde-Festival im Juni 1994, die der Vielseitigkeit und dem Intellekt dieses Mannes Rechnung tragen. Der Versuch, die Antworten von Henry Rollins in Sinn und Pointe angemessen zu formulieren, gehört für mich mit zur anspruchsvollsten Übersetzerarbeit, die ich bisher gemacht hab´. Im Ernst!

STEVE VON TILL: Wir alle wissen, dass wir etwas sehr Fundamentales verloren haben

Ein neues Album von STEVE VON TILL ist stets eine Gelegenheit, zu reflektieren: Wo stehe ich im Leben? Wie sehr vereinnahmt mich das Weltgeschehen? Was fehlt mir derzeit? Wo sind die nötigen Stellschrauben? „Alone In A World Of Wounds“ gräbt dabei so tief, wie man es von dem Mann gewohnt ist, der mit NEUROSIS zu einer Legende im Bereich des Post Metals wurde, in den letzten zehn Jahren aber vor allem mit seinem Soloprojekt und mit der Improvisation von HARVESTMAN Akzente setzen konnte. Weil man mit diesem Menschen stundenlang sprechen und ihm zuhören könnte, war das anderthalbstündige Gespräch Ende März mehr als inspirierend – es geht unter anderem um das schlechte Verhältnis der westlichen Zivilisation zum Tod, wie Sprache uns prägt, warum es für ihn in Ordnung ist beim Touren draufzuzahlen und deutsche Gärten.

IOMMI: Fused

Wer wie ich auch heute noch mindestens einmal im Monat die erste BLACK SABBATH-Scheibe hört und dabei immer noch eine Gänsehaut bekommt, der träumt von dem großen Wunder der neuen "alten" BLACK SABBATH. Wer realistisch genug ist, dies als Wunschtraum zu sehen greift ohne Zweifel zu "Fused" und verstopft für Tage den heimischen CD-Player