PARADISE LOST / THE 69 EYES : Nürnberg Hirsch, 20.05.01

PARADISE LOST / THE 69 EYES  :   Nürnberg Hirsch, 20.05.01

Schon bei der „Host“ Tour machten PARADISE LOST Halt im Nürnberger Hirsch. Bei diesem Abstecher waren aber noch einige freie Flächen auszumachen, bei der jetzigen Tour war wie überall in Deutschland der Saal brechend voll. Auch waren realtiv wenige Metaller auszumachen, sondern viele schwarzgekleidete, kurzhaarige Menschen. Der hohe Anteil an weiblichen Besuchern hat mir sehr gut gefallen.
Den Anfang machten THE 69 EYES, welche gar keinen Platz auf Bühne hatten. Sie durften (mussten?) nämlich ihr eigenes Schlagzeug aufbauen, was zu einem komischen Bild auf der sowieso schon engen Bühne führte. Alle 5 Musiker standen nämlich nebeneinander und hatten keinen Platz sich zu bewegen. Am Anfang war der Schlagzeugsound zu dominant und die Gitarren waren fast gar nicht zu hören. Spätestens beim vierten Song, den von VIVA bekannten „Gothic Girl“, änderte sich aber der Sound und die Band bekam in der Songpause erstmal mehr als nur Höflichkeitsapplaus. 10 Songs durften die Nordlichter spielen und der Höhepunkt des Sets war für mich wie schon auf der CD „Stolen Season“. Einfach ein wunderschönes Stück. Zu Ende des Gigs konnten THE 69 EYES wirklich richtig abräumen und die Band wurde mit donnerten Applaus verabschiedet. Hat aber auch Spaß gemacht den Jungs zuzusehen.

Dann war es endlich so weit, ich durfte mal wieder PARADISE LOST live erleben. An die kurzen Haare hat man sich mittlerweile gewöhnt, das Outfit war unspektaktulär, die Lightshow effektiv, der Sound klasse. So viel zu den nackten Fakten.

Los gings mit „Mouth“. Um einiges härter und druckvoller war der Livesound als auf Platte. Weiter ging es mit „So much is lost“, welches für viele auf dem umstrittenen „Host“ Werk sicherlich nicht zu den kreativen Höhepunkten der Band gehörte. Aber auch dieser Song kam live um einiges frischer und härter rüber, gespielt wurden überwiegend Songs ab der „One Second“. Es ist schon beeindruckend, wieviele Hits die Band im Laufe ihrer Karriere geschrieben hat. Hit reihte sich an Hit. Es wurde zu keiner Sekunde langweilig und die Publikumsreaktionen waren normal, auf keinen Fall euphorisch. Crowdsurfer, Moshpits oder ähnliches wird man bei PARADISE LOST wohl nicht mehr erleben. Viel mehr standen die Fans brav nebeneinander, zuckten einwenig mit dem Oberkörper und sangen die Songs mit. Die lautesten Reaktionen gab es bei den beiden alten Hits „True Belief“ und den Zugaben „Enchantment“ und natürlich „As I Die“. Nur schade, daß Nick Holmes diese Stücke nicht mehr so tief und fies singt wie früher. Also alles im grünen Bereich? Fast. 75 Minuten Spielzeit für 42 Mark Eintritt sind eine Frechheit, ein bisschen Bewegung hat bei einem Livekonzert auch noch nie geschadet.

Trotzdem werde ich auch wieder zum nächsten PARADISE LOST Konzert gehen, da sie einfach geile Songs in ihrem Repertoire haben.

Eigentlich sollten auch ein paar Fotos von diesem Gig hier erscheinen. Nur leider hat der dämliche Schreiber dieser Zeilen den Foto vor Zurückspulen des Films geöffnet.

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