MOTORJESUS, SUPERSOMA, GUERRILLA und LIVESAFER, Mönchengladbach, Aquarium, 22.04.2006

MOTORJESUS, SUPERSOMA, GUERRILLA und LIVESAFER, Mönchengladbach, Aquarium, 22.04.2006

Pünktlich zum Release der neuen Scheibe (durch die Verschiebung des Releases um eine Woche sogar überpünktlich), luden die Mönchengladbacher Heavy-Rocker MOTORJESUS in ihre Heimatstadt, um das Erscheinen von Deathrider gebührend zu feiern. Als besonderes Extra für die Anwesenden gab es die neue CD Deathrider zusammen mit einem T-Shirt im günstigen Sparpaket für 20 Euro. Und das dazu noch eine Woche vor dem offiziellen Release. Da habe nicht nur ich zugeschlagen.

Den Opener machten die Neusser Punk´n Roll Monsters LIFESAVER. Und die traten dem anwesenden Publikum gewaltig in den Arsch. Die Jungs gaben von der ersten Minute an richtig Gas und groovten wie die Hölle. Mit ihren sympathischen Ansagen konnte die Band weitere Punkte sammeln. Musikalisch konnte es kaum eine bessere Wahl als Opener geben. Daumen hoch!

Als nächstes standen die Kölner Thrasher GUERRILLA auf dem Plan. Diese machten mit ihrer Start-Ansage erst mal mächtig einen auf dicke Hose: Das hier ist die MOTORJESUS-Release-Party, aber in den nächsten 30 Minuten gehört euer Arsch uns. Ich hatte die Band von einem zurückliegenden Auftritt relativ mäßig in Erinnerung, was vor allem an den relativ monotonen Shouts von Marcello White lag. Nun ja, viel besser gefällt mir die Stimme des Sängers an diesem Tage auch nicht, aber der Rest überzeugt auf ganzer Linie. Besonders die Gitarrenfraktion um Timur Slapke und Pete Rode hat so manch geiles Riff auf Lager und als die Band dann kurz vor Schluss noch Raining Blood und den alles zermalmenden Moshpart von Davidian anspielt, rollen die Schädel im Auarium. Mit Imperial Gloom beenden GUERRILLA einen starken Auftritt.

Als letzter Anheizer stehen die Mönchengladbacher Doom-Coreler SUPERSOMA an. Deren Sänger Ingo Bajonczak, der ein wenig wie die Mönchengladbacher Version von Phil Anselmo wirkt, bot an diesem Abend eine großartige Leistung. Seinen verdammt starken und abwechslungsreichen Gesang unterstrich der Hüne mit vielen Gesten. Der Kerl gehört definitiv auf eine große Bühne. Musikalisch fing es eher Heavy-rockig an. Jedoch wurde im Verlauf des Konzertes die Aggro Schraube weiter nach oben gedreht. Mal gingen SUPERSOMA eher doomig zu Werke,wie bei Bleed, während zum Beispiel bei Prison ordentlich aufs Gaspedal getreten wurde. Bemerkenswert war außerdem das starke SACRED REICH-Cover Independence. Nur der Wunsch des Sängers nach einem Circle Pit ging an diesem Abend leider nicht in Erfüllung.

Motorjesus
Setlist MOTORJESUS:

Powertool, Dirty Pounding Gasoline, Legion Of Rock, Destroyer, Supersonic, Demonride, The Howling, The Undertaken, Distortion Sleep, The Seven, The Black Days, Deathrider, Burning, Death Hammer Overload, Return Of The Demons

Hellmachine, Nitro, Unspoken

Motorjesus, A New War

Und dann war es endlich Zeit für den Headliner. Und MOTORJESUS hatten sich einiges vorgenommen heute. Mit einem klasse Bühnenbild mit Back- und Sidedrops im Stile des Covers der neuen Scheibe, sah die Bühne schon mal sehr amtlich aus. Schließlich galt es das starke neue Langeisen im angemessenen Rahmen zu präsentieren. Doch los ging es erst mal wie gewohnt mit dem göttlichen Powertool. Das Publikum stand von der ersten Note an wie ein Mann hinter den Jungs um Frontsau Chris Birx. Kein Wunder beim Heimspiel. Dass allerdings die Lautstärke der Fans im Laufe des Abends manch großen Act beschämt hätten, überraschte dann doch. Mein Gott, war dieser Mob euphorisch. Und zu was? Zu recht! Denn MOTORJESUS gaben live wieder einmal alles. Ganze acht Songs von Deathrider und sogar deren elf vom Debüt-Götterwerk Dirty Pounding Gasoline plus den Demo-Song Demonride gaben die Jungs an diesem Abend zum Besten. Bei den beiden Balladen The Undertaken (gut) und Burning (Besser!) hatte man kurz Zeit zum verschnaufen während gerade bei The Seven mal wieder die Hölle im Moshpit los war. Mit Return Of The Demons verabschiedeten sich MOTORJESUS das erste mal von der Bühne, kehrten aber schnell zurück und spielten erst mal Hellmachine, Nitro und das von mir mit gewaltiger Vorfreude erwartete Unspoken. Dann ging es noch mal kurz von der Bühne bevor dem Mönchengladbacher Auditorium mit der Bandhymne Motorjesus und dem Smasher A New War endgültig die Lichter ausgeblasen wurden. Ok, spielerisch hatten sich heute ein oder zwei kleine Schnitzer eingeschlichen, aber bei dem hohen Energielevel fiel das eigentlich kaum auf. Zum wiederholten Mal haben MOTORJESUS an diesem Abend bewiesen, dass sie mit Sicherheit eine der heißesten Live-Bands des deutschen Undergrounds sind. Hoffen wir, dass Sie mit dem bärenstarken neuen Album im Rücken die Gelegenheit bekommen, dies mal wieder einem größeren Publikum zu beweisen.

Bilder: Nataliya Doronina