BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE am 29. Januar 2010 live im Z-Bau, Nürnberg.

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE am 29. Januar 2010 live im Z-Bau, Nürnberg.

Dead Gein ist mein Held der Woche. Abgesehen davon, dass ich eh ein Faible für singende Schlagzeuger habe (und wenn sie dann auch noch mit Handschuhen spielen – hach!), rettet der Mann aus Österreich ganz nebenher auch noch unser Interview. Als das digitale Aufnahmegerät schwächelt, zaubert er flugs eine frische Batterie aus seiner abgewetzten Lederjacke, als sei es das natürlichste auf der Welt. Der MacGyver der Gruselrock-Szene! Aber auch musikalisch lassen die BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE in dieser wunderbaren Nacht im gutbesuchten Roten Salon des Z-Baus nichts anbrennen …

Big D. und ich sind fleißig gewesen und haben unser Tagwerk zeitig und erfolgreich abgeschlossen, so dass wir überraschend früh im Z-Bau einschlagen. So früh, dass nicht nur Platz für ein kurzes Gespräch mit den Helden des Abends rausspringt – wir nehmen sogar noch das Vorprogramm mit.

Die völlig nichtssagenden OUT OF LUCK aus Straubing legen vor, nerven nicht groß, sind aber auch gleich wieder vergessen, als kurz nach elf endlich das Théâtre du Grand Guignol seine Pforten öffnet.

Die BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE fackeln nicht lange und gehen direkt in die Vollen. Abseits aller gängigen Genre-Schemata kreiert das Quartett aus Wien seinen ureigenen, sehr eigenwilligen Sound aus HorrorPunk, Rockabilly, Pop und einem Schuss Metal. Dazu blutrünstige Geschichten im Spannungsfeld zwischen B-Movie-Charme und Massenmörder-Romantik – fertig ist ein eigenwiliger Blutcocktail, der an diesem Abend mundet wie jene heißen Schokoladen in besagtem Wien des Jahres 2002, als der gefürchtete Alamir ai Khan und ich … (andere Geschichte).

Mit Schmackes kredenzen die BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE gute 70 Minuten einen flotten Querschnitt aus ihrem noch kurzen Schaffenswerk. Dazu zwei schicke Covers von den MISFITS (im Interview noch als unbedeutender Einfluss abgetan) und ALICE COOPER (Dead Veins All-time-fave!) – und siehe da, der Start ins Wochenende ist gerettet. Der Monster Mutant Boogie geht direkt ins Blut, der Saal zuckt und tanzt und schwitzt und feiert, und selbst Big D. scheint zufrieden.

Die machen schon verdammt viel richtig, knurrt der Meister aller Klassen und geht noch mal ´ne Runde Astra holen, während der Winter draußen erneut eine Schippe nachlegt und sämtliche Pläne, hernach noch nach Erlangen zu dieser netten Batcave-Party zu rutschen, auf Eis legt.

Feine Band, feiner Abend, feines Konzert.