VICTORY: A Few Beers Later (Interview)

VICTORY: A Few Beers Later (Interview)

Kurz vor Weihnachten wurde das Live-Doppelalbum „Two Years And A Few Beers Later“ veröffentlicht. Ein guter Grund noch am 23. Dezember etwas mit Herman Frank zu plaudern.

Euer aktuelles Line-Up besteht jetzt seit 2013. Was zeichnet diese Band aus?

Spielfreude, einfach die Spielfreude, wie man bei den Auftritten auch gesehen hat. Und deswegen haben wir uns entschlossen, das einfach auf CD zu bannen. Die Band hat, finde ich, live richtig Power, frisches Blut. Es ist sehr schade, dass Tommy ( Tommy Newton, Gitarre bis 2011) oder Peter (Fargo-Peter Knorn, Bass bis 2011) nicht mehr mitmachen können, aber da sind diverse Gründe, persönliche Gründe auch und da braucht man nicht näher drauf eingehen. Man muss das so respektieren. Jioti (Jioti Parcharidis, Vocals 2005-2011 und ab 2013) und ich wurden halt immer gefragt: „Mensch, macht doch weiter“, „spielt doch noch ein paar Shows“, „Victory ist so ne tolle Band“ und deswegen haben wir das auch weiter gemacht. Und ich finde, der große Unterschied ist einfach… Jioti ist sowieso der Sänger, und Peter (Peter Pichl, Bass seit 2013), Micha (Michael Wolpers, Drums seit 2013) und Christos (Christos Mamalitsidis, Gitarre seit 2013) , das sind echte Kumpels. Wenn wir wegfahren, dann ist auch gute Stimmung und alles ist prima und live kommt das richtig satt rüber.

Wann entstand die Idee in aktueller Besetzung ein Live-Album auf den Markt zu bringen?

cdreviewIch glaube letzten Sommer. Weil ich nichts zu tun hatte (lacht). Nein. Ich habe meine „The Devil Rides Out“ (aktuelles Herman Frank Album) fertig gehabt und da dachte ich „Mensch Jungs“, wir haben schon immer ein bisschen mitgeschnitten, das geht ja heute ziemlich leicht. Der Front Of House-Mischer stellt da irgendwas neben sein Pult und nimmt Sachen auf und der hat mir dann irgendwann die ganzen Files gegeben und ich habs durchgesehen und dachte „Mensch, das knallt richtig!“ Und dann dachte ich „das wäre schade, vor allem weil wir auch ein paar Nummern haben, die Victory früher gar nicht gespielt hat“.  Wenn so ein paar neue Songs da sind, die richtig knackig kommen und knallen, könnte man ein Gimmick für Fans machen. Einfach so ein Live-Special.

Heißt das, ihr habt euch damit gegen ein neues Studioalbum entschieden?

Nein. Wir arbeiten dran. Also das neue Studioalbum ist eigentlich schon recht weit gediehen. Man muss einfach den richtigen Zeitpunkt finden. Ich hatte zu tun mit meiner Platte, dann hatte Micha mit RUNNING WILD zu tun gehabt und so weiter. Wir müssen uns jetzt einfach mal hinsetzen, du hast recht (lacht). Wir sind in den Vorbereitungen für ein neues Album und das kommt nächstes Jahr.

title=Victory

 

Schön zu hören. Aus welchen Shows stammen die Aufnahmen vom aktuellen Live-Album?

Ehrlich gesagt konnte ich das gar nicht mehr ganz nachvollziehen, weil ich einfach auf Festplatte von diesen Konzerten irgendwelche Files bekommen habe und habe versucht am Applaus rauszuhören, wo das sein könnte, bin aber nicht weiter gekommen. Also aus den ganzen Shows der letzten 2 Jahre. Bis auf das Schiff. Bei 70.000 Tonnen konnten wir nicht mitschneiden, da waren die technischen Möglichkeiten nicht da, aber sonst war jede Show eigentlich irgendwo auf einer Festplatte. Und deswegen auch der Titel: Two Years And A Few Beers Later.

Du hast das Album auch selbst gemixt. Ist das der Grund warum die CD nur direkt bei euch zu erwerben ist?

Nö. Es war geplant als Special für Fans, ich wollte einfach keine Plattenfirma haben. Ich dachte:“ Hey, das kann ich auch irgendwie selber machen“ und ich wollte es einfach mal probieren. Und, hätte ich es einer Plattenfirma geben sollen? Warum?

Nein, wenn es auch so funktioniert, klar.

Das finde ich auch. Ich dachte die zwei CDs kann ich auch selber verschicken. Es wird aber leider viel viel mehr, wie ich gerade sehe.

Das ist zu vermuten.

(Lacht) Ja, ich habe das etwas unterschätzt. Eigentlich war es erst vor einer Woche, das es angekündigt wurde und vor ein paar Tagen habe ich gedacht, ich wäre froh, wenn eine Plattenfirma da wäre, die das alles erledigt.

Ich habe auf Facebook gesehen, dass ihr Werbung macht, das ist für Fans sehr verlockend, mit Autogrammkarte dabei…

Ja. Obwohl dann auch noch Fragen kommen, ob man nicht noch die CD signieren könnte und ob man die am Besten noch persönlich vorbeibringt. Mach ich übrigens nicht.

Das wäre natürlich noch ein nettes Special.

Ja genau (lacht). Also leider ist es mir aber nicht möglich. Ich bin nicht der Weihnachtsmann, der mit dem Rentier irgendwo in den Schornstein oben was reinwirft. Schaff ich nicht. Mach ja auch nicht ich alles alleine. Ich bin in erster Linie Musiker, habe das Ding irgendwie eingespielt, habe das dann gemischt, weil ich ein Studio habe. Und wenn man in einer Band ist, dann weiß man am Besten welchen Song man jetzt von wo nimmt, welcher die beste Stimmung hat, wo die besten Vibes sind, da macht man das am Besten gleich selber.

VICTORY

 

Welchen der Songs spielst du live besonders gerne?

(Lacht) Welches meiner Kinder habe ich am liebsten?

Ja.

Genau. Das ist eine tückische Frage… (überlegt)

Hast du einen Lieblingssong, live?

„Standing“ find ich absolut cool, weil er abgeht. Dann einer der neuen „Welcome To The Show“.

Das ist auch mein Lieblingssong auf der CD.

Dann „Hero“, „Temples“ kann man cool spielen, die ballern schön und so, bei „Backseat Rider“ gehen die Leute gut mit, „Checks In The Mail“ ist ganz klar auch ein Favorite von mir, weil ich mit Christos einfach ein bissel Gitarrenduell machen kann und da steh ich drauf.

Du hast parallel zu VICTORY noch viele andere Projekte laufen.

Nicht mehr so viele. Ich habe etwas ausgedünnt. Aber stell doch erstmal deine Frage (lacht).

Es ist z.B. gerade die neue CD rausgekommen (Herman Frank – The Devil Rides Out). Welchen Stellenwert hat VICTORY für dich persönlich? Was bedeutet dir die Band?

Das ist mein Herz irgendwo. Da häng ich schon länger als zwei Jahre dran, wie die Leute wissen. Und das ist halt mein Steckenpferd und wenn man da sein Herz verloren hat, dann bleibt man der Sache treu und wenn es die Zeit erlaubt, und die Zeit erlaubt es mir, dann kann man das durchaus gleichwertig parallel laufen lassen. Hätte ich jetzt mit VICTORY ganz viel zu tun, müsste ich den Herman Frank ein bisschen zurückstecken und wäre ich mit Herman Frank das ganze Jahr auf Tournee, dann müsste halt VICTORY mal warten. So sehe ich das. Ich mag es gern, wenn ich verschiedene Spielwiesen habe.

Wie sieht die nahe Zukunft von VICTORY aus? Wird es 2017 Live-Shows oder Festivals geben?

Man versucht immer live zu spielen. Also man macht ja eigentlich eine Platte oder man macht ne Band damit man live spielen kann. Es sieht halt im Moment etwas haarig aus auf dem Live-Markt. Es ist nicht ganz so leicht. Bei jedem Festival, für jeden Slot der frei ist, melden sich 50 Bands und da hängt es schon ein bisschen dran, dass wir jetzt endlich ein neues Produkt rausbringen.

Gibt es ansonsten noch irgendwas, das du deinen Fans mitteilen möchtest?

Die Live-Scheibe zeigt das, was eine Band einfach live macht. Und das soll es irgendwie rüberbringen. Also diese Spielfreude. Ich finde, es ist eine coole CD geworden, die man sich partymäßig gut anhören kann und sie zeigt einfach den jetzigen Stand der Band.

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