SANKT OTTEN: 808! [brainstorming]

SANKT OTTEN: 808! [brainstorming]

Wer gerne mal über den Tellerrand blickt, hat vermutlich letzten Monat das wunderschöne Album Morgen wieder lustig des lakonischen Duos SANKT OTTEN gehört. Zwischen KRAFTWERK, ZOMBI, SIGUR ROS und BOREN UND DER CLUB OF GORE zeigen sich die beiden Osnabrücker von einer extrem kreativen Seite, die sowohl den Dancefloor füllt, als auch zum entspannen in den heißen Quellen Islands perfekt geeignet ist. Spacig und spaßig ist nicht nur die Musik, sondern auch unsere Fragen, die Bandchef Stephan Otten viele interessante Ansichtspunkte entlockt haben: Bühne frei für ein neues [brainstorming]!

 

Heavy Metal?

Wohl mit Abstand der Musikstil, von dem wir am wenigsten aufgesaugt haben. War für uns beide auch nie ein größeres Anziehungsziel. Ah doch, da fällt mir ein, dass wir vor Jahren mal eine Coverversion mit übersetzten deutschen Texten, eines echten Klassikers dieses Genres aufgenommen haben. Der hieß Blutregen. Na, von wem ist das Original?

ZOMBI?

Du meinst sicher die Band aus den USA? Wir sind erst vor knapp einem halben Jahr auf sie gestoßen, auf einen Tipp von den DENOVALI-Jungs hin. Wir kannten ZOMBI vorher nicht, haben sie mittlerweile sehr ins Herz geschlossen. Ein netter Mix aus King Crimson und 80er Elektro.

Zombiefilme?

Wenn ich mir das recht überlege, habe ich nie einen gesehen.

Dancefloor?

Nichts dagegen einzuwenden. Hier gibt es auch nur wenig brauchbares, zum Beispiel THE FIELD.

Ich bin dann mal oben?

Der ideale Song für des letzte Stück auf einem Album.

Duos?

Die ideale Bandbesetzung!

Bud Spencer?

Bitte nicht.

HELGE SCHNEIDER?

Ab und an übertreibt er den Klamauk.

KRAFTWERK?

Groß! Computerwelt gehört zu den All Time-Favorites von Oli und mir.

Köln?

Dom, Rhein, Kompakt.

BOHREN UND DER CLUB OF GORE?

Die Großmeister der Entschleunigung. Bin Fan seit 100 Jahren. Wir haben die Ehre im April in Osnabrück mit ihnen spielen zu können. Man merkt, dass die auch, wie Helge, aus Mühlheim kommen. Mit unter sehr humorige Ansagen bei Konzerten.

Independent-Labels?

Haben aktuell mit DENOVALI einen sehr guten Partner. Nette Menschen, die einfach nur das veröffentlichen, was sie gut finden, ohne ausschließlich auf die Verkaufszahlen zu schielen.

Analog-Synthesizer?

Yamaha CS-80, Arp, Mini-Moog – ohne die würden wir blass aussehen.

Lieblingssounds?

Altmodische analoge Flächensounds und Sequencer Melodien.

Songwriting?

Läuft bei uns meist so ab, dass ich einen Track grob vorbereite und schöne Synthsounds hierfür zusammenschraube. Oli verfeinert die Songs dann mit Gitarre und wir biegen dann zusammen alles solange hin und her, bis es beiden gefällt.

Gitarren?

Machen einen Großteil und den Wiedererkennungswert unseres Sounds aus. Oli spielt meist mit E-Bow. Der erzeugt diesen stehenden Sound, der eher wie ein Synth als wie eine Gitarre klingt.

Drumcomputer?

808!

Stagediving?

Hat bei uns bisher keiner probiert.

TANGERINE DREAM?

Hatten mal um 1980 und auch zum Teil früher große Momente. Wird allerdings mal Zeit, dass die in den Ruhestand versetzt werden. Das aktuelle Schaffen ist für meinen Geschmack nur sehr schwer verdaulich.

Science Fiction?

Ich sag nur Blade Runner von VANGELIS!

Soundtracks?

Ich bin ein großer Freund von JOHN BARRY. Von dem sind unter anderem ein Großteil der James Bond-Soundtracks. Wir würden auch gerne mal etwas für einen Film beisteuern – denke, das würde sicher gut zu zum ein oder anderen passen.

Groupies?

Wir arbeiten daran.

Schwarz-Weiß-Videoclips?

Wir haben einen sehr schönen.

BLUENECK?

Sehr, sehr nette Jungs. Mit ihnen haben wir schon zweimal mit spielen dürfen. Deren Sänger mag uns auch, denke ich. Hat auf jeden Fall beim letzten Konzert unseren halben Merchandise-Stand leer gekauft.

Deutsche Welle?

Die DW hat kürzlich unser Video zu Lustig, lustig, demain encore lustig angespielt und uns vorgestellt. Ich glaube, das war das erste mal, dass wir im Fernsehen waren.

DIY?

Sympathisch.

Melancholie?

Ist das, was wir versuchen, in vielen unser Songs rüber zu bringen.

Musik aus Deutschland?

Generell brauchen wir uns in Deutschland nicht mit unseren Bands zu verstecken. Von den Siebzigern bis heute gibt es viele gute deutsche Kapellen.

John Carpenter?

Nicht so mein Fall.

Konzerte?

Wir haben 6 Jahre keine gegeben, aber im November wieder angefangen welche zu spielen. Machen demnächst eine kleine Minitour mit unseren Labelkollegen von KOM, wenn alles klappt.

Minimalismus?

Klassiker des Genres: STEVE REICH: Music For 18 Musicians.

Was kann man euch vormachen?

Wenig.

Französisch?

Ich wünschte, ich hätte in der Schule besser aufgepasst.

Zufrieden?

Wir sind aktuell mit unserer Entwicklung gut zufrieden.

Bild: (c) Denovali Records