OBSCURA: Mehr ist mehr!

OBSCURA: Mehr ist mehr!

Mit Omnivium haben OBSCURA auch 2011 in Sachen technischer Death Metal die Hosen an. Packender als die Bayern plus niederländischen Bassisten kann man dieses Genre kaum zelebrieren. Also verabredeten wir uns an einem sonnigen Sonntagabend mit OBSCURA-Chefdenker Steffen Kummerer und sprachen über das neue Album und noch so einiges mehr.


Hey Steffen! Alles klar bei dir?

Ja, passt soweit! Wir waren mit der ganzen Band übers Wochenende auf der Musikmesse in Frankfurt und haben uns da mal diverses neues Equipment angesehen und waren beim Stand von T.C. Electronics mit vertreten. Das ist eine kleine Firma für Effekt-Geräte. Das war insoweit eigentlich ganz ergiebig. Wir haben viele bekannte Gesichter gesehen, es ist immer ganz nett, mal die Leute zu treffen, mit denen man auch sonst arbeitet, aber sie eigentlich nur über Email kennt. Ansonsten läuft es eigentlich hier soweit. Wir arbeiten gerade an diversen Touren für den Rest des Jahres und da gibt es viel zu tun.

Herzlichen Glückwunsch zum Release von Omnivium. Da habt ihr ja wieder ein feines Teil abgeliefert!

Freut mich, dankeschön. Ich weiß jetzt nicht ob die das Review bei euch geschrieben hast. Ich hab das gelesen und das war sehr nett anzusehen. Also vielen Dank dafür, freut mich, dass es euch gefällt.

Es gibt doch sicherlich ne Menge Selbstvertrauen, wenn man wie ihr mit Cosmogenesis so abräumt aber in gewissem Maße sicher auch Druck, man will mit dem nächsten Album das vorangegangene ja toppen. Denkst du, dass euch das gelungen ist?

Also sagen wir mal so, der Druck kam eigentlich eher von uns selber. Wir hatten den Anspruch, eine bessere Platte zu schreiben als Cosmogenesis. Die Platte war damals relativ aus dem Bauch heraus geschrieben, viele der Songs standen eigentlich schon auf dem Papier, bevor das Line-Up zusammenkam. Wir haben dann gemeinsam noch mal an den Files gearbeitet und deswegen gibt es da auch so viele Unterschiede. Die neue Platte klingt glaube ich mehr nach unserem bandeigenen Sound, als der Vorgänger. Daher glaub ich schon, dass wir ein bisschen mehr Potential ausgeschöpft haben. Ich glaube es ist uns gelungen, eine bessere Platte abliefern als die Vorherige.

Konzeptuell hängen Cosmogenesis und Omnivium ja zusammen, wie ich mal irgendwo gelesen zuhaben meine. Was genau steckt für ein Konzept hinter den Alben beziehungsweise den Texten?
 
Oh, umfassende Frage.

Ich hab versucht mich in die Thematik rein zu lesen, auch über Friedrich Schelling. Auf einem seiner Bücher beruht ja wohl das Grundkonzept von Omnivium. Aber um ehrlich zu sein, bin ich nicht so richtig durchgestiegen.

Ich kann das mal schnell grob erklären. Wir hatten ursprünglich die Idee, ein Konzept über vier Platten anzulegen, und das hat mit der Cosmogenesis begonnen. Das hängt größtenteils damit zusammen, dass wir einen Deal über vier Platten bei Relapse Records unterschrieben haben. Das ist recht schön und sieht einheitlich aus, wenn vier Platten über dasselbe Label rauskommen. Das wirkt dann auch geschlossen. Daher kam dann irgendwann die Idee, dass wir eben ein Konzept über diese vier Alben anlegen, das ist mehr oder weniger ein kompletter Zyklus. Wir haben mit der Cosmogenesis angefangen, quasi der Entstehung des großen Ganzen, die Existenz des Universalen. Du kannst alles hineininterpretieren auf einer recht physischen Ebene.

Die zweite Platte, dass ist Omnivium, behandelt recht abstrakt gehalten die Evolution. Nicht unbedingt nur auf dem biologischen Ansatz vom Affen zum Menschen und wieder zurück, sondern eigentlich relativ philosophisch angehaucht. Und das war eben die Grundlage des Buches von Friedrich Schelling On nature´s connection to the spirit world. Das Buch ist echt ziemlich großartig und kam so zu Schopenhauers Zeit heraus, ist also schon ein bisschen älter. Aber diese Grunddiskussion, die innerhalb des ganzen Buches geführt wird, habe ich quasi auf die Elemente übertragen und darüber dann aber noch eine Menge weiterer Schichten gelegt. Du kannst anstatt der Elemente auch Religionen einweben und dich über das Für und Wider unterhalten. Es ist relativ abstrakt und offen gehalten muss ich sagen. Es gibt keine eindeutige Deutung des Ganzen. Es ist einfach ein schönes Konzept zu dem sich jeder seine eigenen Gedanken machen kann und es ist auch nichts, das jemandem eine gewisse Denkweise vorschreibt – das war mir da ganz wichtig. Die dritte Platte wird sehr philosophisch angehaucht, da diskutieren wir gerade im Moment drüber. Und die Vierte, um das Ganze abzurunden und abzuschließen, wird quasi ein Requiem auf die Menschheit und das große Ganze. Und danach kannst du dir die Platten dann wieder von vorne anhören. Es ist also wirklich als Zyklus angelegt. Ich finde das immer noch ganz originell, denn ich kenne niemanden, der so was in der Art gemacht hat. Es ist ein schönes, langfristiges Konzept, da kann man viele Jahre dran arbeiten und dann schauen wir mal, was danach passiert.    

Was ich beim Versuch mich rein zu lesen gemerkt habe, ist der durchaus vorhandene religiöse Bezug bei beiden Alben, zum Beispiel bei der Kosmogenese.

Mitunter, ja. Ich fand es wichtig, das mit einzuweben. Da kommt vielleicht auch die eigene Meinung ein bisschen durch. Ich habe mit Religionen ehrlich gesagt nicht großartig etwas zu tun. Unsere Gesellschaft wurde durch Religion beeinflusst und wird es auch immer noch. Aber vom Glaubensstandpunkt habe ich da überhaupt kein Verständnis und muss leider sagen, dass jeder, der wirklich Vertrauen in den Glauben setzt, nicht wirklich ernst zu nehmen ist. Ich bin Ingenieur, ich kann mich eher mit Formeln auszudrücken. Deswegen ist das immer ganz gern der etwas seriösere Ansatz des Black Metals würde ich mal sagen. Wir setzen uns nicht hin und schreiben Heil Satan sondern versuchen das argumentativ ein bisschen einzuweben. Aber das ist nur eine von vielen Spielwiesen.

Das ist ja schon etwas anspruchsvollere Klo-Literatur.

Vielen Dank (lacht). Das war das Netteste, das ich jemals gehört habe.

Hast du in diese Richtung studiert und wie kommt es zu deinem Interesse an diesem Themengebiet?

Das kam eigentlich relativ zufällig. Ich habe Medienproduktion und -technik studiert. Das ist ein Ingenieurs-Beruf, ist also das gleiche Vordiplom wie ein Maschinenbauer. Das ist sehr technisch angehaucht und es gab halt die Möglichkeit, verschiedene andere Kurse dazu zu nehmen und da fand ich Philosophie ganz interessant, das hat nämlich sonst keiner gemacht. Ich würde aber nicht sagen, dass ich in dem Thema sonderlich belesen bin. Ich bin einfach nur interessiert und versuche die Themen die mich auch persönlich interessieren, mit in unsere Arbeit einzuweben.

Da du es ja beim letzten Mal unbedingt hören wolltest: Woher stammt euer Bandname?

Der Name hat sich von der Band GORGUTS eingeschlichen, aber die kennt eigentlich eh keiner. Das ist auch nicht so relevant.

OBSCURA:
OBSCURA (v.l.n.r.): Christian Muenzner (g), Steffen KUmerer (v, g), Hannes Großmann (d) und Jeroen Paul Thesseling (b)


Cosmogenesis klang hauptsächlich nach DEATH und CYNIC. Auf Omnivium habt ihr euer Klangspektrum erweitert, so klingt Ocean Gateways deutlich nach MORBID ANGEL und bei Velocity höre ich sogar späte EMPEROR raus.
 
Oh ja, richtig. Finde ich cool, dass du gerade EMPEROR erwähnst, denn das hat bisher eigentlich kaum einer raus gehört – obwohl ich der Meinung bin, dass das schon relativ offensichtlich ist, dass da mehr oder weniger ein Kniefall betrieben wird. Ocean Gateways ist eigentlich nur bedingt an MORBID ANGEL angelehnt. Die Grundidee war eigentlich, verschiedene Links zu den Vorgängern, Brücken zu den alten Platten zu erstellen. Es gibt den Song Nothing, das ist der zweite Song unseres Debütalbums. Der ist eigentlich sehr, sehr ähnlich oder zumindest in einem ähnlichen Prinzip gehalten. Der ist auch ziemlich langsam und hat diesen MORBID ANGEL-Vibe. Die Einbindung von verschiedenen Instrumenten – um mal auf das erweiterte Klangspektrum einzugehen – haben wir eigentlich schon seit der ersten Demo mit verfolgt. Dieses Mal waren es halt mitunter Keyboards und verschiedene, flächige Vocal-Sounds, damals war es zum Beispiel neben Keyboard auch ein Cello, dass wir damals akustisch aufgenommen haben. Das ganze Spektrum hat sich so entwickelt, dass die ganzen Dynamiken viel bessern durchkommen. Zum Beispiel die Akustik-Gitarren, die im totalen Gegensatz zu den tiefer gestimmten, siebenseitigen E-Gitarren stehen. Das ist einfach ein Riesenspektrum und dadurch hast du einfach viel mehr Möglichkeiten. Jeder von den Songwritern hat eben auch seinen eigenen Background noch mehr eingebracht. Du hast ja erwähnt, dass die vorherige Platte sehr nach CYNIC und DEATH klang. Das lag mitunter auch an den Songs, die schon sehr alt waren. Incarnated oder Anticosmic Overload sind noch aus 2005 und das waren eben damals die Haupteinflüsse. Wenn man jetzt im Gegensatz dazu einfach mal die Omnivium auflegt, dann hört man schon raus, dass sich da der Fokus ein bisschen verschoben hat und dass Einflüsse EMPERORSYMPHONY X oder RUSH dazu gekommen sind und alles Mögliche von Death über Black bis zu Thrash Metal. Und wir arbeiten das alles einfach ein und haben da keine Berührungsängste. Wir wollen den Gesamtsound nach OBSCURA klingen lassen, aber trotzdem noch neue Ideen einfließen lassen und das Ganze einfach soweit interessant halten.

Besonders dein Gesang bei Velocity erinnert mich teilweise an IHSAHN von EMPEROR. Ich denke allgemein, dass du dein gesangliches Spektrum auf Omnivium noch mal erweitert hast, oder?

Ja, wir haben mehr ausprobiert. In vielen Reviews habe ich gelesen, dass der Klargesang mehr gefeatured wurde, was auf den bisherigen Alben aber auch schon passiert ist, wenn vielleicht auch nicht in dem Maße. Aber generell haben wir sehr viel mit Sounds experimentiert. Bei dem Song Velocity, wo IHSAHN so ein bisschen durchscheint gibt es zum Beispiel 46 Gesangsspuren.

Wow!

Die ganzen Chöre zu Beginn des Songs sind nicht aus der Konserve sondern komplett eingesungen.

Also habt ihr euch da noch Unterstützung ins Studio geholt?

Nein, nein, ich hab das alles selber eingesungen. Das waren sehr, sehr lange, aufwendige Gesangs-Session. Daher auch die Anzahl der Spuren. Zehn Vocal-Sounds, geschrieen, geshoutet oder klar gesungen und für alles eine eigene Spur, die dann teilweise auch noch gedoppelt oder mehrfach genommen wird. Wir haben uns sehr viel Zeit genommen um eben nicht nur musikalisch, mit den Instrumenten ein Stück weiter zu gehen sondern auch den ganzen Gesang mehr zu featuren. Ich finde es gibt nichts Langweiligeres als so einen Cookie Monster-Sänger der nur einen krächzenden Ton eine ganze Platte lang runter grunzt. Das ist halt unser Ansatz. Es gibt Beispiele wo das funktioniert, aber das ist nicht unbedingt das, was wir machen wollen. Ich denke, wenn du wirklich anspruchsvolle Musik komponierst und aufnimmst und dir wirklich viel Arbeit damit machst, dann ist es auch wichtig, dass du nicht nur die Musik featurest sondern auch das ganze Drumherum, sei es das Artwork, Fotos, die Texte oder die Vocals. Dass das alles auch ins Detail mit ausgearbeitet wird mit dem gleichen Aufwand ist mir schon ein großes Anliegen.

Richtig. Ich denke bei einer Truppe wo das musikalische Konzept Stumpf ist Trumpf heisst, stört es auch nicht so sehr, wenn der Sänger vierzig Minuten durch röchelt – aber gerade eine Scheibe mit einem gewissen musikalischen Anspruch kann durch so was echt getötet werden, was ich auf einigen Alben durchaus schon gehört habe.

Es ist schade aber vielen Leuten, seien es Musiker oder eben die Fans, die es dann kaufen, scheint das egal zu sein. Da kocht halt jeder sein eigenes Süppchen, die einen spielen SODOM-Cover, die anderen versuchen SYMPHONY X zu covern. Es geht auch beides, aber das wird schwierig.

Auf Cosmogenesis hattet ihr ja unter anderem ein Gastsolo von Ron Jarzombek am Start. Habt ihr dieses mal auf ein paar Gastauftritte auf dem Album?

Auf der Cosmogenesis waren Tymon Kruidenier von CYNIC und Ron Jarzombek dabei. Auf der Omnivium war der Tommy Talamanca von der italienischen Band SADIST mit einem Solo bei dem Song Euclidean Elements vertreten.

SADIST kenne ich, die sind cool.

Ach die kennst du. Die sind leider ein bisschen weg vom Fenster.

Ja, die kennen nicht so viele Leute. Ich hab die Band vor ein paar Jahren auf dem DONG OPEN AIR kennen gelernt. Die waren da Co-Headliner oder so und haben mich echt umgehauen.

Auf jeden Fall talentierte Leute. Der zweite Gastbeitrag kam von Morean, dem Sänger von DARK FORTRESS. Der hat bei Velocity ein Gitarrensolo eingespielt.

Mit Concerto habt ihr für die Limited Edition von Omnivium ein Cover von CACOPHONY aufgenommen. Die kennt ja heute kaum noch einer, wie seit ihr denn auf die Band gekommen?

Ach, das war eigentlich eine Idee von unserem Gitarristen Christian Muenzener. Wir mussten nicht, aber unser Label hat uns gebeten, für die Japan-Version und das Digipack, dass da auf den Markt geworfen wurde, noch Bonusmaterial aufzunehmen. Und wir sind davon ausgegangen, dass das Teil hauptsächlich in Japan verkauft wird und haben uns dann eben überlegt, was die Japaner gerne hören. Das waren YNGWIE MALMSTEEN, MARTY FRIEDMAN, der da unten ein halber Gott ist und Jason Becker. Diese ganzen alten Shred-Gitarristen, die irgendwelche Platten über Shrappnel Records raus gebracht haben. Und da war eigentlich die Entscheidung schnell getroffen Concerto von CACOPHONY zu covern, weil es einfach ganz cheesy ist.

Also eine rein marketingtechnische Entscheidung – könnte man sagen.

Nein, eigentlich war es direkt auf Japan zugeschnitten. Das hat jetzt mit Marketing meiner Meinung nach nicht soviel zu tun. Wir haben uns eben einfach nur Gedanken gemacht, was interessant für die Leute wäre und eben genau das gecovert. Wir hatten eine Liste, die fünf Seiten umspannt mit verschiedenen Songs, die wir gerne machen würden. Wir haben schon über RUSH diskutiert, über SYMPHONY X, über YNGWIE MALMSTEEN-Coverversioen. Aber genauso auch in die andere Richtung, zum Bespiel mal EMPEROR zu covern in unserem Soundgewand. Aber letztendlich schreiben wir dann doch lieber eigene Songs.

Da wäre doch mal Platz für ein richtig abwechslungsreiches Cover-Album.

Das machen SIX FEET UNDER schon gut genug mit drei Riffs pro Album.

Na ja, ob man da nach der Ersten oder überhaupt mal irgendwas braucht…

Ich weiß es nicht, ist nicht mein Sound. Aber es gibt anscheinend genug Leute, die es kaufen und die es interessiert. Es ist irgendwo dann doch immer das Selbe. Aber auf der anderen Seite machen das AC/DC ja auch seit über dreißig Jahren und verkaufen damit mehr, als wir jemals werden. Ich finde Cover-Alben auch an sich langweilig. Cover-Alben und Live-Alben braucht eigentlich kein Mensch.

OBSCURA:
Bassist Jeroen Paul Thesseling 2009 live in Essen auf der Tour als Support von ATHEIST.

Na ja, bei letzterem würde ich dir widersprechen. Es gibt Alben wie Live And Dangerous von THIN LIZZY oder Life After Death von IRON MAIDEN, ohne die wäre meine Platensammlung unvollständig. Aber klar, es gibt auch jede Menge lieblos zusammegerotzte Live-Mitschnitte nach dem Motto wir haben irgendwann bei einem Konzert mal ein Mikro hingehalten weil wir noch ne Bonus-DVD brauchten.

Ja, das macht keinen Sinn. Sobald was lieblos aufgenommen oder auf den Markt geschmissen wird, klinke ich mich da aus. Das finde ich blöd, da hat ja keiner eine Nutzen von. Die Live-Atmosphäre kannst du eigentlich nur halbwegs einfangen, wenn das Budget dafür da ist. Eine ordentliche Live-CD oder Live-DVD zu produzieren, dass geht meiner Meinung nach nicht unter ein paar tausend Euro.

Inzwischen ist es ja wirklich zu einer Schwemme an Live-Mitschnitten gekommen. Wenn ich da an eine Band wie AMON AMARTH denke, die haben inzwischen bei jedem Album einen Live-Mitschnitt in irgendeiner Form dabei, dazu noch eine Dreifach-DVD mit Konzertmitschnitten. Da frage ich mich irgendwann, wer das alles braucht…

Ich finde das auch übertrieben, kenne mich aber mit AMON AMARTH nicht so aus. Ein gutes Beispiel für solche Sachen finde ich diese CANNIBAL CORPSE History-DVD. Da wird über drei DVD´s wirklich das ganze Umfeld seit dem Beginn der band ausgeleuchtet und jeder kommt zu Wort. So etwas finde ich echt interessant aber so was kann man eben auch nur machen, wenn man 25 Jahre existiert, oder lass es fünfzehn oder zwanzig Jahre sein. Und vorher macht es überhaupt keinen Sinn eine Live-Platte oder DVD auf den Markt zu schmeißen, es sei denn du versuchst da noch dreihundert Euro dran zu verdienen.

Ich finde solche Dokus auch viel interessanter. Ich hab mir letztens noch Flight 666 von
IRON MAIDEN und Beyond The Lighted Stage von RUSH angesehen, das waren echt mal unterhaltsame Dinger.

Da steckt eben auch ein gewisses Budget hinter.

Ja klar, wer es sich leisten kann… Wie geht ihr eigentlich ans Songwriting heran? Jamt ihr überhaupt oder schreibt bei euch jeder seine Songs bis ins Detail komplett fertig bevor er damit ankommt und dann geht es ans Flip-Chart?
 
Wir haben das Problem, dass wir extrem weit außeinander wohnen und daher nicht miteinander im Proberaum jammen können. Das funktioniert gar nicht. Wir hatten jetzt am Wochenende die Diskussion, wie das mit den Proben weiter laufen soll. Wir haben das mal grob überschlagen und sind auf siebzehn Proben gekommen, die im Verhältnis zu 160 Shows stehen. Das ist eigentlich kein gutes Zeichen. Um auf das Songwriting zurück zu kommen, da werden wir jetzt auch ein bisschen was ändern. Wir haben bisher immer alle Ideen zu Hause in Guitar Pro ausgearbeitet. Ich weiß nicht, ob dir das ein Begriff ist…

Ich hab den Namen schon mal gehört aber als Nichtmusiker bin ich da etwas unbedarft.

Das ist eine Art Notationsprogramm, Midi-basiert. Du kannst da alle Kompositionen, alles was du da rein schreibst direkt abspielen lassen in einer Art Super Mario-Sound. Das ist ein sehr interessantes Tool und ist auch sehr einfach zu bedienen. Und die Files die du damit generierst sind sehr klein, du kannst die also ohne Probleme per Email rumschicken. Damit werden dann alle Ideen von jedem, der bei uns Input hat an alle verschickt und wir puzzeln das dann am digitalen Flip-Chart solange zusammen, bis der Song fertig ist. Und dann gehen wir uns Studio ohne die Sachen vorher geprobt zu haben. Es muss sich jeder zu Hause sehr gut vorbereiten und im Studio wird dann eigentlich nur noch aufgenommen, was vorher schon komponiert wurde. In Zukunft wollten wir aber grobe Vorproduktionen generieren und dann auch selber zu Hause ein bisschen aufnehmen. Da hat jetzt auch jeder die Möglichkeit. Wir haben uns mehr oder weniger kleine Home-Studios eingerichtet, dass ist ja heutzutage relativ einfach. Da wird sich dann auch der Workflow ein bisschen ändern.

Das heißt aber, dass ihr schon an allen Songs gemeinsam arbeitet und dass nicht irgendjemand beispielsweise mit zwei Nummern komplett fertig zum Aufnehmen ankommt.

Nein, das funktioniert nicht. Wir sind ein Kollektiv aus drei Songrwritern, der Hannes Großmann, der Christian Muenzner und ich. Wir schicken uns die Sachen einfach untereinander und arbeiten das dann gemeinsam aus. Ich würde jetzt mal grob überschlagen sagen, der Hannes Großmann und ich sind so die Hauptsongwriter und er Christian Muenzner bringt dann eben auch noch seine zwei, drei Songs mit ein. Aber letztendlich arbeitet wirklich jeder an jedem Song. Da hat auch jeder ein Veto-recht, wenn eine Idee nicht dem entspricht, was man im Sinn hat. Das funktioniert recht demokratisch. Ich finde, es ist wirklich ausgeglichen und letztendlich zählt einfach wer den besseren Song oder die bessere Idee hat. Das ist vollkommene egal, wer wie viel schreibt. Wenn da das absolute Hit-Album entsteht, kann das von mir aus auch der Schlagzeuger alleine schreiben. Letztendlich ist es das Resultat, das zählt.

OBSCURA:
Wir wollen es keinem Hörer absichtlich schwer machen, sich mit unserem Material auseinander zu setzen – Steffen Kummerer frickelt lieber songdienlich.

Den Zugang zu Omnivium zu finden, ist nicht ganz so einfach wie bei Cosmogenesis. Euer letztes Album war da deutlich eingängiger. War es eine bewusste Entscheidung komplexeres Material zu schreiben?

Eigentlich wollten wir die Eingängigkeit beibehalten, haben das auch bedingt geschafft würde ich sagen. Es gibt schon Nummern auf der Platte die zünden, man muss sie halt zweimal hören, nicht einmal. Velocity finde ich sehr eingängig, der Opener auch, auch wenn er sehr lang ist. Der zweite Song, Vortex Omnivium ist meiner Meinung nach für Death Metal-Verhältnisse fast schon radiotauglich. Wir versuchen immer die Balance zu halten, drei, vier wirklich eingängige Nummern zu schreiben und dann aber vielleicht auch mal ein oder zwei Nummern zu komponieren, bei denen man nicht permanent die Live-Situation im Hinterkopf hat. Das ist zum Beispiel bei dem Instrumental oder bei Velocity geschehen, da haben wir uns nicht darum gekümmert uns auf zwei Gitarren zu beschränken sondern haben einfach mal geschrieben was uns im Magen hing und dabei kam dann halt der Song raus mit sechs Rhythmus-Gitarren, die gegeneinander laufen zum Beispiel. Das ist einfach das Schöne: wenn man die Freiheit hat, kann man sich auch kompositorisch komplett ausleben und ich finde, es ist ein schöner Kontrast. Aber ich glaube du hast schon Recht, es dauert bei der Platte ein bisschen länger, bis die einzelnen Songs zünden, das war aber nicht wirklich bewusst. Wir wollen es keinem Hörer absichtlich schwer machen, sich mit unserem Material auseinander zu setzen. Das machen SPASTIC INC, glaube ich.

Wie intensiv müsst ihr eigentlich als Band oder eben auch als einzelne Musiker proben, damit eure Songs live auch zu hundert Prozent sitzen?

Das ist ne gute Frage. Das kommt immer drauf an wie viel Zeit übrig bleibt. Ich für meinen Teil probe schon zwei Stunden am Tag. Manchmal mehr, manchmal weniger, im Schnitt aber zwei Stunden. Ich glaube, dass sollte auch genügen. Dadurch, dass wir mit dieser Notations-Software arbeiten kann sich jeder zu Hause vorbereiten. Kann sein, dass man zwei Uhr nachts nach Hause kommt und nicht schlafen kann. Dann setzt man sich halt mit der Gitarre vor den Rechner und spielt ein paar Stunden. Das geht halt bei Bandproben nicht unbedingt. Wir haben Probetermine, die dann mehr oder weniger als Generalprobe fungieren und bis dahin muss das Material halt sitzen.

Werdet ihr die Songs von Omnivium alle zu hundert Prozent live umsetzen können?
 
Och, wenn wir nicht daneben greifen schon. Das passiert ja hin und wieder. Wie angesprochen, es gibt zwei Nummern die nicht wirklich für die Live-Situation geschrieben sind aber ansonsten spielen wir die Sachen auch wirklich. Das wird sehr probeintensiv die nächsten drei Wochen bis zum Tourstart aber ich denke, dass wird funktionieren. Da bin ich eigentlich ganz guter Dinge.

DECREPIT BIRTH haben mit Polarity letztes Jahr ebenfalls ein ziemlich gutes Album veröffentlicht, das stilistisch nicht weit von euch entfernt ist. 2009 haben GOROD mit Process Of A New Decline ebenfalls ein ziemlich cooles Album raus gebracht. Kennst du die beiden Alben, beziehungsweise die Bands?
 
Ich kenne die Bands auf jeden Fall. Wir haben GOROD zum Beispiel auf dem letztjährigen HELLFEST getroffen. Das sind sehr nette Leute. Wir haben uns auch über gemeinsame Touren unterhalten, vielleicht kann man da in naher Zukunft etwas realisieren. Du hast schon recht, stilistisch ist das schon nahe an uns; beziehungsweise wir haben halt einfach die gleichen Einflüsse und eigentlich einen ziemlich ähnlichen Background, so rein musikalisch gesehen. Wir haben uns ein bisschen mit denen unterhalten, das war schon ganz interessant.

Um auf DECREPIT BIRTH zu kommen, das sind auch sehr nette Leute. Die sind glaube ich in San Francisco angesiedelt. Da haben wir uns mit zwei oder drei von denen getroffen, dass waren eigentlich auch echt nette Leute. Ich finde es einfach wichtig, dass es auch charakterlich passt, wenn man eine Tour zusammenstellt. Das ist ja ne Stress-Situation, so eingepfercht im Van oder Nightliner. Und wenn man dann zwei oder drei Leute dabei hat, die dir das Leben schwer machen, dann macht das ganze überhaupt keinen Spaß. Aber nicht mit den Bands! Ich finde aber, dass es in dem ganzen Bereich einige gute Platten gab und da in der letzten Zeit auch einige wirklich interessante Sachen veröffentlicht wurden.

Irgendwelche Tipps? Ich bin da immer neugierig.

Die neue ATHEIST hat mich sehr überrascht muss ich sagen weil der Spirit von der Inquestionable Presence eigentlich sehr gut eingefangen wurde. Ich hätte nicht gedacht, dass die Band es wirklich schafft noch mal dieses alte Feeling zu generieren aber es kling wirklich absolut nach AHTEIST und deutlich besser als die Elements. Die kann ich wirklich jedem empfehlen, der diesen Sound mag.

Es gibt sehr viele kleine Underground-Bands, die wirklich sehr interessant sind. Ich könnte jetzt welche aus Deutschland aufzählen, oder aus den USA. In Deutschland sind DEFEATED SANITY neben NECROPHAGIST und uns wohl eine der größeren Bands. Die kann ich auch jedem nahe legen, der Zwölfton-Musik auf SUFFOCATION-Basis mag. Die haben das gleiche Glück wie NECROPHAGIST und OBSCURA, die kennt in Deutschland kaum jemand aber im Ausland fahren die Headliner-Touren und spielen von den USA bis Singapur alles. Und hier in Deutschland spielen die vor fünfzig Leuten was echt schade und eigentlich echt bitter ist.

Das war ja in anderen Maßstäben bei anderen Bands – seien es die SCORPIONS oder HELLOWEEN – schon häufig so, dass heimische Bands es in Deutschland schwerer gehabt haben als im Ausland.

Ich möchte mir jetzt nicht anmaßen, mit den heiligen SCORPIONS verglichen zu werden, aber ich weiß worauf du hinaus willst. Aber mir ist gerade noch eine Band eingefallen und zwar UNSOUL aus Berlin. Sehr interessante Band. Und was DISILLUSION aus Leipzig in letzter Zeit so gemacht haben ist auch ein bisschen unter gegangen. Das war auch ne interessante Band, die in den letzten Jahren echt gute Releases abgeliefert hat, aber ich weiß nicht, ob die noch aktiv sind.

OBSCURA:
Das Cover-Artwork von Omnivium

Beim Interview mit unserem Captain zu Cosmogenesis hast du gesagt, dass schon fünf Songs für das nächste Album fertig wären. An dieser Aussage gemessen sind zwei Jahre ja doch ne ganze Weile. Haben die letzten vier so lange gebraucht oder was?
 
Nein, nein, nein. Diese besagten Songs sind zwar nicht umgeschmissen aber noch mal umarrangiert worden. Da ist noch ewig lange dran gearbeitet worden. Man kann nicht sagen, wie schnell wir eine Platte schreiben. Das kann passieren, dass wir nächstes Jahr wieder ins Studio gehen, es kann aber auch passieren, dass wir erst in drei Jahren wieder gehen. Das kommt ganz drauf an, ob einen die Muse küsst oder eben nicht. Wir müssen nichts übers Knie brechen, wir müssen nichts erzwingen, wir schreiben, wenn wir die Ideen dazu haben.

Wobei es ja schon beachtlich ist, bei dem was ihr an Touren gefahren habt, dass ihr überhaupt innerhalb von zwei Jahren schon wieder mit einem neuen Album am Start seid. Da scheint die Muse ja ordentlich zugelangt zu haben.

Joa, es hat funktioniert. Hätten wir nicht die Ideen, mit denen wir zufrieden wären, dann hätten wir es auch nicht aufgenommen. Aber ich denke es ist soweit ganz in Ordnung geworden.

Ihr habt ja wie gesagt zwischen Cosmogenesis und Omnivium einiges an Touren gefahren, unter andere mit THE BLACK DAHLIA MURDER, CANNIBAL CORPSE und ATHEIST. Was war da euer größtes Highlight und gibt es sonst irgendwelche Tour-Anekdoten?

Lass mich überlegen. Ich glaube das absolut unrealistischste war die Japan-Tour mit NILE und TRIPTYKON. Da hat uns Steve DiGiorgio am Bass ausgeholfen und ich habe meinen Geburtstag mit Tom G. Warrior und Steve DiGiorgio in Tokyo gefeiert. Das war sehr absurd.

Macht man auch nicht alle Tage…

Da war ich durchaus sprachlos, ganz ehrlich. Das hat wirklich Spaß gemacht. Wir hatten es auch auf jeder Tour größtenteils mit wirklich coolen Leuten zu tun. Die ATHEIST-Tour vor zwei Jahren war zum Beispiel auch was großartiges. Das war im Sommer, mehr oder weniger eine Festival-Tour mit noch einigen Einzel-Dates.

Ich hab euch in Essen gesehen, im Turock.

Ah ja, das war zum Beispiel eine wunderbare Show, die ganze Tour war großartig. Das war eine Van-Tour. ATHEIST waren super freundlich, total nette Leute. Und die Tour war nicht so lang. Ich glaube zehn Tage, das reicht dann auch schon wieder. Das hat wirklich Spaß gemacht. Es hat aufgehört, als es gerade langweilig wurde.

Ihr geht jetzt erst mal mit HATE ETERNAL auf Tour. Wird es auch noch eine Headliner-Tour geben oder hängt ihr euch wieder hauptsächlich an größere Bands dran?

Beides. Nach der HATE ETERNAL-Tour geht direkt am nächsten Tag eine Tour mit meiner zweiten Band THULCANDRA los. Dann sind zehn Tage frei und dann geht es mit CHILDREN OF BODOM auf US-Tour. Danach gibt es eine Asien-Tour über Indien, China nach Australien und die ganze Ecke und Ende des Jahres wollten wir noch mal für eine Europa-Tour zurückkommen. Aber da planen wir gerade, da ist noch nichts spruchreif.

Du hast gerade schon gesagt, dass am Tag nach dem letzten Konzert der OBSCURA-Tour mit HATE ETERNAL direkt die Tour mit THULCANDRA los geht. Das wird ganz schön stressig im Mai, oder?

Ja, das wird glaube ich ganz interessant. Aber die THULCANDRA-Tour ist relativ überschaubar. Das ist zwar recht lang aber die Distanzen sind relativ klein. Das ist ne Van-Tour und es ist ne schöne Sache einfach mal was ganz anderes zu machen, weniger stressige Musik auf die Bühne zu bringen und einfach mit Freunden eine gute Zeit zu haben.

Das schöne daran ist, dass ihr die eine Tour in Essen beendet und am Folgetag die andere in Köln startet. Sehr nett von euch, mir das Wochenende komplett zu verplanen.

Tut mir leid. Wenn du auf beide Shows kommen möchtest, bist du immer gern gesehen als ein Gast auf ein oder zwei Bierchen.

So viel wie du unterwegs bis gehe ich mal davon aus, dass du mit der Mucke deinen Lebensunterhalt verdienst, oder?

Nein. Ich habe jetzt gerade meine Bachelor-Arbeit in Medienproduktion und Technik fertig, habe jetzt aber noch parallel den Master angefangen. Aber ich glaube, die Vorlesungen werde ich wohl nicht so oft besuchen können.

Ah ok, dann hast du da die Möglichkeit dich entsprechend auszuklinken für lange Touren und so.

Ja, das Problem sind dann eher die Prüfungsblöcke aber das funktioniert schon irgendwie. Es hat die letzten zwei Jahre ganz gut geklappt. Also es hat irgendwie geklappt, es war jetzt nicht immer der Idealfall, aber wir haben wegen der Uni noch keine Touren abgesagt und umgekehrt habe ich wegen der Band noch keine Semester ausgesetzt. Es geht irgendwie.

Wie sieht es denn bei THULCANDRA aus? Wie ist euer Debüt angekommen und wann kommt das neue Album?

Ab übermorgen (Das Interview fand am 10. April statt) mischen wir di Platte. Die ist schon fertig aufgenommen. Es kommt dann ganz auf den Herrn Wahlin an, wann er das Cover-Artwork abliefert. Der ist weltweit dafür bekannt, dass er jede Art von Deadline ignoriert.

Tatsächlich?

Ja, das sei ihm aber auch gegönnt. Da ist jeder Pinselstrich wirklich noch von Hand gemacht und nicht mit Photoshop eben schnell editiert. Das ist es auf jeden Fall wert und wir haben da auch wenig Druck. Sobald das Artwork da ist können wir das Layout erledigen und ich hoffe mal, dass die Platte dann im August oder September veröffentlicht wird. Aber das Material ist ganz interessant geworden, wir haben uns bei den Gitarrenlayern sehr, sehr ausgetobt.

Ich bin mal gespannt. Ich muss ja zugeben, dass ich heute das erste Mal bei MySpace in die Songs vom ersten Album rein gehört habe und die haben mir echt gefallen.

Das freut mich. Ich glaube dass jeder, der was mit DISSECTION, UNANIMATED und Konsorten anfangen kann, der wird da sicher gerne mal ein Ohr riskieren. Die Platte ist auch ganz gut angekommen, die Verkaufszahlen sprechen da für sich. Es funktioniert. Es wäre halt schön noch ein paar Konzerte mehr zu spielen und da kam jetzt diese Europatour mit ABIGAIL WILLIAMS gerade recht. Das Package ist auch stimmig muss ich sagen. ABIGAIL WILLIAMS und ISKALD mit uns, ich glaube, das funktioniert.

Die alte Homepage von OBSCURA ist ja anscheinend tot. Konzentriert ihr euch da zukünftig auf MySpace, Facebook und Co., oder arbeitet ihr an einer neuen Seite?

Die Seite ist auch noch auf meiner ToDo-Liste. Da wird definitiv noch eine Neue entstehen, im Design passend zur neuen Platte aber das dauert noch ein paar Tage bis die online ist. Aber wo du gerade Social Media ansprichst, dass werden wir definitiv auch weiter verfolgen. Das funktioniert einfach sehr gut und der ganze Markt verlagert sich mehr und mehr auf diese digitalen Vertriebswege. Das wird seitens der Plattenfirma auch sehr gefördert. Man muss sagen, dass Relapse den Sprung ins digitale Zeitalter ganz gut genommen haben und direkt für die Art von Online Promotion und Marketing Leute angestellt, die das professionell angehen. Und die Ergebnisse sprechen bisher für sich.

Klar, man kann da mit verhältnismäßig geringem Aufwand viele Leute erreichen. Von daher wäre es fahrlässig, nicht auf solche Seiten zu setzen. Aber ich denke, gerade bei einer Band wie euch ist eine eigene Homepage mit entsprechender Optik und Animationen auch eine geile Sache. Es gibt ja auch Bands, die sich nur noch auf MySpace konzentrieren und eine Bandhomepage komplett außen vor lassen.

Ich denke man braucht schon beides. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Frei nach dem Prinzip mehr ist mehr machen wir dann auch beides.

So, jetzt hast du es auch schon überstanden. Hast du noch irgendwelche berühmten letzten Worte?

Die berühmten letzten Worte: Kauft unser Album! Nein, im Ernst, mich würde es freuen, wenn ein paar Leute in die neue CD rein hören und wenn möglich auch im Einzelhandel eueres Vertrauens und nicht einen drei Mal gerippten Stream, der irgendwo zum Download steht und dadurch einen ersten Eindruck von der Platte kriegt. Ich hab mir das mal selber angehört, dass klingt furchtbar. In Mono, da ist die komplette Produktion verzerrt, das gibt dann überhaupt nichts wieder, das ärgert mich dann doch. Mein Gott. Das waren meine berühmten letzten Worte.

Alles klar, dann sag ich mal danke für deine Zeit

Vielleicht sehen wir uns ja in Köln zu Kaffee und Krach. Dann würde ich sagen, ich wünsch dir ne schöne Woche und bis nächsten Monat.

Dir auch, Tschüss!

Servus!