MOTORJESUS: Keinen Bock auf Weltherrschaft!

MOTORJESUS: Keinen Bock auf Weltherrschaft!

MOTORJESUS haben mit ihrem neuen Album Electric Revelation einen richtigen Kracher abgeliefert, vermutlich mein Album des Jahres. Da war es natürlich selbstverständlich, dass wir uns Sänger Chris Birx für ein Interview schnappen. Lest hier, was Chris über das neue Album, die Band an sich und seinen Gesundheitszustand zu sagen hat.

Moin Chris! Erst mal vielen Dank für Electric Revelation, für mich ein ganz klarer Kandidat für das Album des Jahres. Wie zufrieden seid ihr mit dem Album?

Chris Birx (Sänger): Da fragst du genau den richtigen. Ich bin eigentlich nie zufrieden und hab immer Sachen, die mir im Nachhinein auffallen, die man hätte verbessern können. Aber ich hab die Platte so akzeptiert, wie sie jetzt ist und man kann ja auch nichts mehr dran ändern. Die Band ist aber recht zufrieden mit dem Ergebnis.

Es fällt mir, als Fan der (fast) ersten Stunde – und somit natürlich auch des ersten Albums – nicht ganz leicht, das zu sagen. Aber ich denke, dass Electric Revelation euer bisher komplettestes und bestes Album ist.

Chris: Schwer zu sagen, da ich ja auch sehr tief im Entstehungsprozess mit drin stecke und die Songs vom Demo-Status bis zur Fertigstellung kenne. Aber ich denke schon, dass wir an einigen Punkten vielleicht auch einiges richtig gemacht haben. Wichtig war uns, dass man die Platte gut durchhören kann, und dass sie zum Beispiel nicht übertrieben in die Länge gezogen wurde oder mit überflüssigem Material versehen ist. Wir wollten etwas sehr kompaktes. Das war eins unserer Ziele bei Electric Revelation.

Ihr habt meiner Meinung nach in allen Belangen noch mal einen Schritt nach vorne gemacht. Der Sound ist der bisher beste, die Arrangements der Songs wirken noch ausgefeilter, und auch dein Gesang klingt besser als je zuvor. Das muss doch ganz schön harte Arbeit gewesen sein.

Chris: Eigentlich war die Arbeit am Album für uns sozusagen wie immer. Wir haben einfach drauflos geschrieben, unsere Demos gemacht und alles so vorbereitet, wie es eben unser Ding ist. Dass sich da an einigen Stellen Dinge verbessert haben, haben wir erst ganz zum Schluss, beim fertigen Mix so richtig gemerkt. Aber es freut einen immer zu hören, dass man sich vielleicht etwas weiterentwickelt und verbessert hat. Das geschieht bei uns aber nie vorsätzlich, sondern scheinbar recht intuitiv.

Bei den letzten Alben war es ja soweit ich weiß so, dass du und Andy (Peters, Gitarrist) den Großteil des Materials geschrieben haben. War das dieses Mal auch so?

Chris: Es gibt da inzwischen so etwas wie mehrere Kreativteams, also unterschiedliche Konstellationen, welche die Musik schreiben. Das sind zum einen ich und Andreas, die sich während der Songwritingphase halt auch sehr häufig privat außerhalb der Proben treffen, um zum Beispiel auf der Couch mit einer Akustik-Gitarre, aber auch lärmend im Proberaum nach brauchbaren Riffs zu suchen. Dann machen wir auch manchmal zu dritt kleinere Sessions vor der Probe oder eben mit allen im Proberaum. Manchmal kommt aber zum Beispiel auch Guido allein mit einer meist sehr konkreten Idee oder einem fertigen Song zur Probe – das kann auch passieren. So ungefähr läuft das eigentlich immer ab. Bei Electric Revelation hatten wir zum Beispiel wirklich viel Material gesammelt. Am Ende waren es über zwanzig Songs, wovon dann siebzehn in die engere Wahl kamen, davon nur fünfzehn aufgenommen wurden und letzten Endes nur zwölf gut genug für das Album waren. Wir sind da sehr selektiv und auch recht kritisch mit unserem Material. Das muss erst mal unseren eigenen Qualitätstest bestehen ­čśë

Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, das Album von Dan Swanö mixen zu lassen. Steckst da du als alter Schweden Death-Fan hinter?

MOTORJESUS:Chris: Der gute Herr Swanö wurde uns zunächst vom Label vorgeschlagen, da die bereits mal mit ihm gearbeitet hatten. Ich als alter Schwedentod-Nerd bin natürlich sofort vor Begeisterung im Dreieck gesprungen und wollte das unbedingt ausprobieren. Nun ist Dan ja eher für Produktionen aus dem Death Metal oder Black Metal bekannt und nicht gerade für Rockmusik. Er hatte aber zum Beispiel mal Platten von MILLENCOLIN gemacht und einige Hardcore Sachen. Darum fanden wir das Experiment eigentlich sinnvoll. Wir hatten aber von Anfang an keine Zweifel, dass Dan da schon was Gutes zaubern wird. Die Arbeit mit ihm war dann auch sehr aufs wesentliche fokussiert und sehr angenehm und reibungslos. Wir haben mit ihm auch solange am Album geschraubt, bis wirklich jeder mit dem Ergebnis zufrieden war.

Die Kritiken scheinen mal wieder durch die Bank gut bis überragend zu sein. Ich musste schon lange wühlen um eine Rezension zu finden, die eher mittelprächtig war, und der konnte ich inhaltlich nicht so recht folgen. ­čśë Das muss doch gut tun, wenn man merkt, dass man wohl irgendwas richtig gemacht hat.

Chris: Ja, tatsächlich haben wir fast keine negativ Kritik bekommen und wenn, dann waren die etwas seltsam verfasst. Aber gut, das ist ja immer das subjektive Empfinden einer einzelnen Person. Dem kann ich zustimmen, muss ich aber nicht. Heutzutage gehen die Leute eher ins Internet und machen sich ihre Meinung selbst, und das finde ich auch ganz gut so. Das viele positive Feedback und die vielen Leute, die zu unseren Konzerten kommen zeigen uns jedenfalls, dass wir da scheinbar irgendwas richtig gemacht haben müssen.

Wenn dann noch ein Mensch wie Dan Swanö so warme Worte für Electric Revelation findet (One of the best albums I have had the pleasure to mix… a future classic…), kann es ja zur Weltherrschaft nicht mehr weit sein, oder?

Chris: Ja, dem Dan hat diese Produktion auch merklich Spaß gemacht, weil es für ihn glaube ich auch was anderes war, eine Rockplatte zu mischen und mit einem guten Sound zu versehen. Ich glaube, der meint das auch ehrlich, was er gesagt hat. Das ist schon echt toll, so ein großes Lob von jemandem zu hören, den man selbst seit den 90er Jahren sehr als Musiker schätzt und von dem man seine gesammelten Werke im Schrank stehen hat. Die Weltherrschaft wollen wir aber gar nicht, wir wollen eine gute Zeit haben, Spaß haben und Musik machen.

Inzwischen gibt es zu fast jedem Album vorab einen oder mehrere Songs zu hören, und spätestens zum Release dann teilweise auch komplette Album-Streams. Wie wichtig sind CD-Kritiken eurer Meinung nach noch für eine Band?

Chris: Wie eben schon erwähnt kaufen Leute glaub ich einfach nicht mehr die Katze im Sack oder verlassen sich blind auf die Bewertung der Musik durch eine einzelne Person. Musik ist mehr denn je sehr subjektives und absolutes Geschmacksempfinden des Einzelnen. Darum ist es toll, dass man sich selbst die Musik heutzutage nach seinem eigenen Geschmack aussuchen kann, und ich verlange auch überhaupt nicht, dass jeder jetzt MOTORJESUS super finden muss. Ich glaube aber, dass die Leute heutzutage ein Gespür dafür haben, was eben noch echt und handgemacht ist und wirklich vom Herzen kommt. Ich denke, da hat jeder so seinen Bullshitdetektor und man merkt schnell, ob Musik von den jeweiligen Leuten für den schnellen Erfolg geschrieben wurde und irgendwelchen kurzlebigen Trends folgt, oder ob es eben echt ist. Dass man vorher einiges zum Hören bereitstellt, das gehört auch dazu, damit die Leute sich eben ihre eigene Meinung machen können. Ich denke, dass live spielen und eben live auch zu überzeugen gehört aber auch sehr dazu.

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Euer Label scheint definitiv an euch und an das Album zu glauben. Zusätzlich zu Sachen wie Trailern und einem Lyric-Video, was inzwischen ja jeder zu machen scheint, gab es auch Fernseh-Werbung, um genau zu sein bei DMAX. Das ist ja schon ordentlich Promotion.

Chris: Ja, zu unserem Label Drakkar haben wir ein sehr familiäres Verhältnis und man merkt, dass die Leute dort wirklich Bock auf die Band haben und an uns glauben. Auch signen die einfach weniger Bands als andere Labels, kümmern sich aber dafür sehr um deren Themen, wenn man so will. So sollte meiner Meinung nach jedes Label arbeiten.

Electric Revelation ist jetzt das zweite Album, welches Ihr über Drakkar veröffentlicht. Wie groß ist der Unterschied zu Locomotive Records damals?

Chris: Ach, Locomotive Records haben ja die ersten beiden Alben Dirty Pounding Gasoline und Deathrider veröffentlicht, und haben eigentlich getan, was in ihrer Macht stand. Da wurde mit einem minimalen Budget trotzdem so viel für die Band getan, wie eben möglich war. Und auch mit Locomotive hatten wir ein sehr gutes Verhältnis. Allein das Drakkar eine Tochter von Sony Music ist zeigt natürlich, dass da für uns als Band einfach mehr Möglichkeiten gegeben sind. Da ist einfach finanziell mehr machbar.

Du hattest ja letztes Jahr gesundheitliche Probleme beziehungsweise musstest am Herzen operiert werden. Wie geht es dir denn inzwischen? Bist du wieder voll auf dem Damm?

Chris: Ja, ich bin wieder fit und eigentlich sollte alles besser funktionieren als vorher. Ab und zu merk ich schon noch, dass man an mir herum geschnippelt hat. Ich nehme auch noch ein paar Medikamente und verzichte zum Beispiel auf Alkohol und sonstiges. Aber das nehme ich gern in Kauf, Hauptsache die Pumpe läuft jetzt wieder vernünftig. Ich tue auch viel mehr dafür als früher, dass das auch so bleibt.

Musst du jetzt in irgendeiner Form kürzer treten oder bist du nach der OP quasi so gut wie neu?

Chris: Ja, ich versuche regelmäßig Sport zu treiben und mich besser zu ernähren und so weiter. Das ist schon wichtig. Der angeborene Herzfehler, den ich habe, ist ja durch die OP nicht beseitigt, sondern nur die Verschleiß-Erscheinungen sind wieder repariert worden. Darum muss ich immer noch etwas auf mich achtgeben.

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Das Ganze hast du ja auch mit einem Songtext auf dem aktuellen Album verarbeitet. Was fällt dir schwerer? Solche sehr persönlichen Texte zu schreiben oder den zehnten Song über Autos und Motoren, ohne dabei redundant zu klingen?

Chris: Solche eher persönlichen Texte oder solche Erlebnisse in einen Song zu fassen ist ein bisschen so, als wenn man sich ganz ungeschützt und nackt auf dem Servierteller präsentiert. Hinter solchen Texten über Rock, dicke Hose und dicke Autos versteckt man sich ja eher, oder man lenkt durch vielleicht witzige Lyrics oder nicht ernst gemeinte Texte von sich selbst ab. Bei Rust hab ich das schon ganz bewusst so gemacht und habe mich dafür entschieden, so einen Text zu schreiben, um mir das ganze Drama mal von der Seele zu schreiben. Ich wollte auch keine fünf Texte über Herzschmerz und Depressionen auf dem Album – Rumheulen ist auch nicht mein Ding. Aber der Song entstand genau zu der Zeit, als das sehr akut war, und darum ist er letzten Endes dann aufs Album gekommen.

Mit dem Motorjesus habt ihr ja seit dem letzten Album eine Art Maskottchen. Letztes Mal hat man ihn nur hinter der Windschutzscheibe des fetten Schlittens gesehen, jetzt steht er mitten auf dem Cover. Wer hat sich den Kerl ausgedacht?

Chris: Uns kam bei der Wheels of Purgatory damals schon die Idee, unseren Bandnamen MOTORJESUS auch mal visuell in irgendeiner Form darzustellen, weshalb wir die Idee mit der Verbindung vom Jesus im Auto hatten. Beim neuen Album wollten wir die Geschichte weiterführen und man sieht, wohin der Motorjupp mit seiner Karre gefahren ist. Das Auto steht ja auch geparkt im Hintergrund. Das entstand alles ein bisschen per Zufall, und da wir eh große Fans von großen Cover-Artworks, wie zum Beispiel denen von IRON MAIDEN sind, auf denen es was zu gucken gibt, wollten wir diesmal mehr kleine Details, die man entdecken kann. Darum auch die Stadt mit den vielen kleinen Details am Rand. Ob wir das jetzt nochmal weiterführen, das wissen wir aber noch nicht.

MOTORJESUS:Kommen wir mal zu den Songs. Electric Revelation ist ein älteres Stück, oder? Zumindest meine ich, dass ihr den Song vor ein paar Jahren schon mal live im Programm hattet.

Chris: Stimmt, der Song Electric Revelation ist eigentlich sogar einer der ersten Songs, die nach der Deathrider geschrieben wurden, zumindest die Musik dazu. Wir haben es nur nie geschafft, den Song mit einer guten Hookline und guten Lyrics auszustatten, so dass er es wert gewesen wäre, auf einem Album zu erscheinen. Irgendwie war bei dem Song immer der Wurm drin. Jetzt hat es aber endlich funktioniert, ein Text wurde gefunden, und darum ist das Album dann letzten Endes auch so genannt worden, weil es eigentlich der dienstälteste Song ist und der Titel schon so lange herumschwirrte. Ich denke, der Song hatte es verdient, endlich mal zu erscheinen.

Der Song zählt für mich zu den stärksten des Albums. Der Breakdown im Mittelteil ist richtig heftig, das hat auch dank deiner Shouts schon fast was vom Metalcore.

Chris: Oha, ja wenn du das so siehst… ich hoffe trotzdem nicht, dass wir uns zum Metalcore entwickeln werden. Wie jeder weiß bin ich einer der Metal-Fraktionen in der Band und ich hatte echt Spaß daran, mal wieder ein paar Shouts zu wagen und an manchen Stellen die Metal-Keule zu schwingen. Musste einfach mal wieder sein.

Auch 100.000 Volt Survivor und Dead Army sind nicht neu. Beide Songs stammen von der 100.000 Volt Survivor-EP. Hattet ihr beim Songwriting Zeitdruck oder wolltet ihr die Songs einfach noch mal auf einem vollwertigen Release unterbringen? Verdient haben es beide Songs ohne Frage.

Chris: Zum einen haben wir die beiden Songs nie mit dem jetzigen Line-Up eingespielt, und zum anderen gab es diese 100.000 Volt Survivor EP ja nur für kurze Zeit und fast ausschließlich zum Download. Wir waren zu der Zeit auch ohne Label, die EP war ja auch nie regulär im Handel. Darum haben wir uns entschieden, die Songs zumindest nochmal aufzunehmen. Es war vorher aber noch nicht so ganz klar, ob die dann aufs Album kommen oder wenn, dann als Bonustrack und so weiter. Als dann von den fünfzehn aufgenommenen Songs ein paar doch nicht fürs Album getaugt haben, hatten wir noch die beiden Songs sozusagen auf der Ersatzbank. Ich denke aber, dass viele neuere Fans die Songs auch nicht kannten. Sie reihen sich außerdem gut in den gesamten Albumkontext ein. Wir fanden das stimmig.

Sehr geil finde ich auch Back In The Action Car, vor allem dieser THIN LIZZY-mäßige Einstieg. Wer ist denn bei euch der größte THIN LIZZY-Fan?

Chris: Ich denke, das ist ein bisschen auf meinem Mist gewachsen. Ich hatte früher nie den großen Bezug zu 70er Jahre-Rock, aber THIN LIZZY hab ich wirklich irgendwann sehr zu schätzen gelernt. Die haben einfach lange vor IRON MAIDEN diesen Twin Guitar-Stil schon gehabt, und von denen gibt es echt geile Platten. Back In The Action Car hat zwar so einen THIN LIZZY-Vibe, es war aber nicht als Tribute-Song oder so geplant. Wir haben da einfach drauflos geschrieben und es passte halt auch mit dieser Lead-Melodie. Ist ein starker Song geworden, ich mag ihn auch mit am liebsten auf dem Album.

Was diente dir neben schnellen Autos und deiner Krankheit dieses Mal eigentlich als Inspiration für deine Texte?

Chris: Ach, ich bin ja immer beeinflusst von irgendwelchen 80er Action Filmen, B-Movies oder anderen Sachen, die ich selber als trashig oder lustig erachte. Wir hatten aber zum Beispiel das Albumartwork sehr früh fertig, weshalb ich Songs wie Ressurection Man, Trouble In Motor City oder The Run geschrieben habe, die ein bisschen die Atmosphäre des Albums widerspiegeln sollten. Wir sind halt Fans davon wenn alles musikalisch, lyrisch und optisch stimmig ist und am Ende eine starke Einheit bildet. Das war der Plan.

Ihr habt gerade eine kleine Tour mit EAT THE GUN und GLOOMBALL hinter euch. Wie war die Tour? Gab es irgendwelche erzählenswerten Anekdoten?

Chris: Ja, die Tour war sehr erfolgreich, aber leider viel zu kurz. Wir haben fast jeden Abend die jeweiligen Läden ausverkauft und die Leute hatten echt total Bock auf das Paket. Bis auf eine kleine Essensschlacht mit Garnelen im Backstage in Oldenburg gab es aber keine größeren Eskapaden. Die Fotos dazu findet man auf unserer Facebook-Seite. War eine sehr coole Nummer, die Bands haben sich auch super verstanden. Wir planen im Herbst ein paar weitere Dates nachzulegen.

Haut ihr auf Tour eigentlich partymäßig noch auf die Kacke oder geht es bei euch eher gesittet zu.

Chris: Es gibt immer den ein oder anderen, der gerne mal alles mitnimmt und auch mal eine Nacht durchzecht auf Tour. Wir versuchen uns aber auch ebenso zu benehmen und gute Konzerte zu spielen. Das kommt immer auf die Tagesform an ­čśë

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Letztes Jahr habt ihr ja Stephan Weidner auf Tour begleitet. Wie lief das eigentlich? Habt ihr euch da beworben? Lief das mit buy on?

Chris: Wir sind auf die Tour gekommen, weil man Stephan unsere CD gegeben hatte und er vorrangig MOTORJESUS erstmal cool fand. Wir sind dann gefragt worden, mussten da natürlich finanziell etwas investieren, was wir aber über unsere Merch-Verkäufe auf der Tour verrechnen konnten. Das hat alles super geklappt. Und die Tour war für uns halt eine ganz große Sache. Jeden Abend in 3000er – 10.000er Läden zu spielen wie zum Beispiel der Dortmunder Westphalenhalle 1 ist schon ein ziemliches Highlight. Wir haben das aber auch echt gut gebacken bekommen. War eine tolle Tour und die Leute vom W waren echt super fair zu uns.

Hat die Tour euch denn viel gebracht? Wie seit ihr bei den Weidner-Fans angekommen?

Chris: Ja, die Tour hat uns super viel gebracht. Wir haben da ganz viele neue Kontakte geknüpft, Freunde gefunden und vor allem verdammt viele neue Leute hinzugewonnen, auch viele, die sonst nie von uns gehört hätten. Das war schon echt eine sehr sehr tolle Sache. Bei den Konzerten hat man uns immer sehr nett empfangen, manchmal eher mit Höflichkeitsapplaus und abwartend, aber oft sind die Leute auch ausgeflippt. Wir haben insgesamt viel positives Feedback bekommen und es wurde oft erwähnt, dass wir die beste Vorgruppe vom W und von den ONKELZ jemals waren. Das ehrt uns natürlich.

Wenn es eine Band gebe, bei der ihr im Vorprogramm spielen könntet, egal wer, welche würdet Ihr wählen?

Chris: Ich würde ganz klar gern nochmal mit MOTÖRHEAD oder ANTHRAX spielen. Wir haben ja schonmal 2003 die Ehre gehabt, und das war absolut geil. Es wäre ein Traum, das nochmal wiederholen zu können bei einer ganzen Tour oder so. Ansonsten wäre alles was musikalisch passt halt mal geil. DANKO JONES, VOLBEAT, MUSTASCH – irgendwas, dass musikalisch zusammenpasst.

Ich glaube ja, dass Ihr verdammt gut ins Vorprogramm von VOLBEAT passen würdet. Aber ich schätze mal, da muss man den Geldbeute ganz weit für aufmachen…

Chris: Ja, ich glaub da kommt man nicht so einfach drauf, zumal VOLBEAT oft ihre eigenen Helden mitnehmen wie zum Beispiel ENTOMBED oder ICED EARTH. Finde ich aber auch cool von denen.

Was steht denn für dieses Jahr bei euch an in Sachen Konzerte und Festivals? Eine richtig lange Tour wird bei euch vermutlich aufgrund eurer Jobs nicht drin sein. Oder würdet ihr, wenn das perfekte Tour-Angebot kommt, alles auf eine Karte setzen?

Chris: Wir haben noch eine Menge Club-Shows und Festivals anstehen wie zum Beispiel das SUMMER BREEZE, ROCK HARZ, DONG OPEN AIR und so weiter, aber auch die kleinen Indoor Festivals wie A CHANCE FOR METAL und sowas. Die werden bestimmt auch echt lustig. Wir haben noch einiges zu tun, und freuen uns echt auf die Konzerte.

Ihr seid eine sehr gute Live-Band. Trotzdem gibt es mit Motorjesus vom DONG OPEN AIR, welches auf der 100.000 Volt Survivor EP zu finden war, bisher nur eine Live-Aufnahme von euch. Habt ihr schon mal über ein Live-Album oder zumindest ein paar Live-Bonustracks nachgedacht? Da gibt es doch sicher brauchbares Material, oder?

Chris: Ich persönlich bin ja nicht so der Freund von Live-Aufnahmen. Aber ich denke, dass es früher oder später mal an der Zeit ist, eine vernünftige Live-DVD zu machen oder sowas. Wenn, dann muss das was Spezielles sein, auch ein besonderer Auftritt, vielleicht auch in einem besonderen Venue. Mal sehen, was da noch so kommt. Unser erstes Album Dirty Pounding Gasoline hat ja dieses Jahr 10-jähriges Jubiläum. Eventuell kann man da mal was planen.

So… das war es von meiner Seite. Danke, dass Ihr euch die Zeit genommen habt. Die letzten Worte gehören euch, wenn Ihr noch etwas loswerden wollt!

Vielen Dank für das Interview und deine Treue zum Motorjupp seit den Demo-Tagen. Das kann man ja mal sagen, find ich toll, dass du immer noch zu den Konzerten kommst und Bock auf die Band hast. Danke fürs Lesen, testet mal Electric Revelation an.

ROCK ON
Chris