IMMOLATION: Der Fragendurcheinanderwerfer oder wie das Blatt sich wendet

IMMOLATION: Der Fragendurcheinanderwerfer oder wie das Blatt sich wendet

´Unholy Cult´. Allein dieser Titel sollte jeden Death Metal-Fan sofort auf die Knie fallen lassen, ist es doch, zumindest aus meiner Sicht, das beste Death Metal-Album des Jahres und zeigt IMMOLATION auf dem Zenit ihres Schaffens. Auf den X-Mas-Festivals gabelte ich mir Sänger / Bassist Ross Dolan auf, der zwar etwas grippegeplagt, aber einer der nettesten und interessiertesten Interview-Partner überhaupt war. Von einem Frage-Antwort-Spiel war dieses tolle Gespräch weit entfernt, stattdessen ging es um den Aufstieg der Band, Line-Up-Wechsel die ganz still vonstatten gingen und natürlich die Schattenseiten von Reigionen. Außerdem zeigte Mr. Dolan sich als äußerst interessierter Musikgenißer, nachzulesen im Lauschangriff.

Hi Ross, zunächst möchte euch zu ´Unholy Cult´ gratulieren. Mir kommt es so vor, als würde IMMOLATION in letzter Zeit immer mehr für euch bedeuten, schließlich seid ihr permanent auf Tour und bringt alle zwei Jahre ein wirklich starkes Album raus.

IMMOLATION war immer ein großer Teil unseres Lebens, auch von Anfang an. Doch je älter wir werden, desto mehr konzentrieren wir uns auf die Band. Wir konnten unsere Alben in den letzten Jahren immer pünktlicher veröffentlichen, konnten viel touren und wurden dadurch viel motivierter. Wir haben vor 13 Jahren die Band gegründet und sind nun völlig andere Leute, wir wollen die Band vorwärts bringen und sind hungrig, etwas zu erreichen. Wir sind davon überzeugt, dass ein großes Potential vorhanden ist, nicht nur in der Band, sondern auch in der Musik.

Waren die Motivation auch mit die Gründe, warum die Fans so lange auf Here in After und danach auf ´Failures For Gods´ warten mussten?

Zwischen Dawn of Possession und Here in After hatten wir kein Label. Wir verließen Roadrunner 1991 und erst 1996 kam Here in After auf Metal Blade raus. Fünf Jahre lang konnten wir nichts tun, denn ohne Label erreicht man nicht viel. Wir haben immer noch viel live gespielt und sind auf Festivals aufgetreten, aber ganze Touren waren einfach nicht drin. Nach Here in After mussten wir drei Jahre warten. Das lag am Artwork, denn Andreas Marschall hatte so viel zu tun und wir wollten unbedingt ein Cover von ihm. ´Failures For Gods´ war bereits ein Jahr vorher fertig, aber wir wollten warten.

Ihr seid ja nun von Metal Blade zu Listenable Records gewechselt. Das könnte man auch als einen Rückschritt bezeichnen, denn Listenable ist viel kleiner als Metal Blade.

Nein, auf gar keinen Fall, der Wechsel ist ein riesiger Schritt vorwärts! Listenable stehen zu hundert Prozent hinter IMMOLATION während Metal Blade nicht mal zu fünfzig Prozent hinter uns stand. Listenable ist total heiß darauf, IMMOLATION zu promoten und vorwärts zu bringen. Sie glauben an die Band und geben uns die Unterstützung, die wir brauchen. Das bedeutet mehr als alles andere. Außerdem haben wir in den USA mit Century Media einen starken Partner hinter uns. Wir sind in einer besseren Lage, als jemals zuvor, glaube mir.

Listenable hat es durch ihre Promotion ja auch geschafft, dass ihr in Holland in den Indie-Charts vertreten wart und die limitierte Erstauflage in kürzester Zeit ausverkauft war.

Allein daran sieht man ja, dass Listenable gute Arbeit leisten. Sie haben 6.000 oder 7.000 Kopien gemacht und nach der Tour werden wir keine mehr haben. Das ist ein verdammt gutes Zeichen.

Hat euch der Erfolg in den letzten Jahren geholfen, ein solch starkes Album wie ´Unholy Cult´ zu schreiben? Wurdet dadurch ihr kreativer?

Es ist eher eine natürliche Weiterentwicklung. Wir versuchen immer neue Ideen und Einflüsse einzubringen, egal ob aus dem Metal- oder Nicht-Metal-Bereich, aber wir wollen nicht unseren Stil um 180 Grad drehen. Es wird dadurch für uns einfacher mit jedem Album neue Songs zu schreiben, ohne uns zu limitieren.

Von Dawn of Posession bis hin zu ´Failures For Gods´ hat sich eure Musik ziemlich verändert. War dies eine Art Identitätssuche?

Dawn of Posession hatte viele Einflüsse von anderen Death Metal-Bands, die wir darauf verarbeiteten. Auf Here in After waren schon Ansätze vorhanden, von dem was wir heute machen. Es war der erste Versuch, eigenständig zu wirken. Es ist ein sehr sperriges Album, mit vielen Breaks, sehr abrupt und sehr komplex. ´Failures For Gods´ zeigte uns schon reifer, aber ´Close To A World Below´ war dann erst das Album, auf dem wir das geschafft haben, was wir immer wollten.

Seit ´Close To A World Below´ haben sich eher Details verändert.

Das stimmt. Auch die Produktion wurde immer besser, inzwischen kann man sogar die Details raushören. Das hilft wirklich. (lacht)

Aber ich finde die Produktion auf ´Close To A World Below´ besser, als auf ´Unholy Cult´, denn diese klingt etwas altmodisch.

Ich denke, der Sound auf ´Unholy Cult´ ist bislang unser Bester. Man kann alles problemlos raushören, alles klingt sehr transparent und zugleich ist es ein sehr rauer Sound. Ich mag, den Sound auf dem Vorgänger auch sehr gerne, die Gitarren klingen sauber, deshalb kann man Details sehr gut heraushören. Aber im Endeffekt ist es eine Frage des Geschmacks.

Es gibt viel mehr Breaks auf dem neuen Album als zuvor. Ich denke da nur mal an Wolf Among the Flock, ein sehr komplexer Song, er erinnert mich ein wenig an GORGUTS.

Ja und Nein, kommt darauf an, wie Du komplex definierst. Du magst diesen Song? Ich glaube, wir werden ihn heute Abend spielen. Ich verstehe auch, was Du mit dem GORGUTS-Vergleich meinst. Ich mag diese Band sehr gerne.

Denkst Du vertrackte Songs geben dem Hörer längeren Spaß?

Nein, nicht unbedingt, denn wenn es zu komplex ist, macht es auch keinen Spaß mehr zuzuhören. Man muss die richtige Mischung finden, um es dem Hörer schmackhaft zu machen. Zu simpel ist es auch nicht das wahre, denn das wird meistens schnell langweilig. Wir wollen beides in unserer Musik verbinden.

Das ist euch auch gelungen, ich denke da nur mal an Sinful Nature.

Genau, Abwechslung ist enorm wichtig. Man braucht sowohl catchy Riffs, als auch vertrackte Parts. Es muss auch mal langsamer zugehen, immer nur zu knüppeln wird langweilig, auch Dynamik ist sehr wichtig. Dadurch kann man dauerhaft interessant wirken.

Eure Musik ist dunkel, heavy und komplex. Andere Bands machen das auch, aber keine andere schafft es so intensiv zu wirken wie ihr. Wie macht ihr das?

Ich weiß nicht, wir machen einfach, was wir immer tun. Wir haben eine eigene Identität, das ist wichtig. Jede Band macht irgendwo etwas eigenes und schafft sich eine eigene, kleine Nische. Wir versuchen auch immer was anderes zu machen, aber fokussieren vor allem uns darauf, dunkel und heavy zu klingen.

Kommen wir mal auf das Line-Up zu sprechen, das ja über die Jahre erstaunlich Konstant blieb…

Naja, wir haben immer noch Rob und Bill an der Gitarre, Alex an den Drums und ich spiele Bass und singe.

Ich dachte Thomas Wilkinson wäre noch immer der zweite Gitarrist.

Nein, Bill Taylor von ANGELCORPSE ist jetzt dabei. Er ist auch ein festes Mitglied.

Jetzt sitze ich in der Patsche. Ich wollte nämlich gerade fragen, inwiefern sich ein Line-Up-Wechsel auswirken würde, nachdem ihr immer sehr charakteristisch wirkt. Ich war mir sicher, dass da gravierende Änderungen auf die Fanschar zukommen würden.

(lacht) Jetzt habe ich Deine ganzen Fragen über den Haufen geworfen, nicht? Rob hat den Großteil der Musik von Anfang an geschrieben. Thomas war nur ein bisschen an den ersten beiden Alben beteiligt.

Hm, also ich wusste nach ein paar Sekunden, wer da spielt. Das wart ihr vier.

Ich kann das nachvollziehen, schließlich klingt heute sehr viel gleich.

Wann stieg Tom aus? Das ging total an mir vorbei.

Also, eigentlich hat er die Band nach Here in After verlassen. (lacht) Seit Here in After hat er auf keinem Album mehr die Gitarre eingespielt. Wir hatten seitdem kein festes Mitglied mehr, Tom war eigentlich immer nur im Booklet der CD zu sehen. Er hat für ´Failures For Gods´ und ´Close To A World Below´ noch bei ein paar Texten mitgeschrieben, aber mehr nicht. Seine Rolle in der Band wurde immer geringer und geringer. Es war dann nur eine Frage der Zeit, bis er ausstieg. Wir ließen ihn entscheiden, er wusste aber, dass wir einen neuen Mann brauchen würden. Bill war zunächst nur ein Session-Gitarrist für die Touren zu ´Close To A World Below´ und ist jetzt ein festes Mitglied.

Was können wir jetzt erwarten, ein neues Album im Stil von ´Close To A World Below´ und ´Unholy Cult´?

Ich denke mal, so in der Art wird es wohl ausfallen. Wir werden versuchen, unseren Stil in die nächste Ebene zu beförden. Aber konkret wissen wir noch nichts genaues, da das neue Album erst sehr kurz erhältlich ist und wir in nächster Zeit sehr viel auf Tour sein werden. Nach den X-Mas-Festivals werden wir im April wieder nach Europa kommen, im Juni in den USA unterwegs sein und gegen Ende des Jahres wieder hier sein. Wir wollen die Scheiße wirklich gut promoten. Wir schreiben keine Songs, wenn wir unterwegs sind, das ist unmöglich (lacht). Man ist genervt, hat keine Motivation, hat nicht die richtigen Vibes. Wir bleiben lieber zu Hause um Songs zu schreiben.

Was sagen eure Freundinnen und Familien dazu, dass ihr permanent auf Tour seid?

Unsere Familien unterstützen uns und verstehen, dass wir mit der Band erfolgreich sein wollen. Meine Freundin ist in dieser Hinsicht wirklich cool.

Hört ihr eigentlich viele andere Death Metal-Bands? Ich scheint kaum von außen beeinflusst zu sein, dafür klingt euer Stil viel zu pur.

Wir hören wirklich sehr viele unterschiedliche Sachen, egal ob Metal oder nicht Metal. Mir haben aber die neuen Alben von HATE ETERNAL, INCANTATION und CEPHALIC CARNAGE sehr gut gefallen. Andere Sachen, die ich sehr gerne höre ist beispielsweise das neue Album von TORI AMOS und so weiter. Es gibt für jedes Gefühl die richtige Musik.

Aber werdet ihr dadurch nicht inspiriert? Ich höre von keiner einzigen Band, die Du gerade erwähnt hast, was raus.

Es inspiriert uns in der Tat, aber wir setzen es einfach im IMMOLATION-Stil um. Wir haben viele kleine Details eingebaut, die inspiriert von anderer Musik, sogar Soundtracks ist, aber das würdest Du niemals raushören (lacht). Es ist sehr schwer von nichts inspiriert zu werden, wenn Du mit offenen Augen durch die Welt läufst. Ich höre mir Death Metal beispielsweise als Fan an, versuche aber nicht davon beeinflusst zu werden. Es ist besser von anderen Stilrichtungen inspiriert zu werden, dadurch kommen IMMOLATION-Songs raus.

Textlich habt ich auch nach fünf Alben und 13 Jahren nichts verändert. In euren Lyrics wettert ihr immer noch gegen Religionen. Seid ihr nicht gelangweilt davon?

Gar nicht. Ich meine, schau Dir doch nur mal das Jahr 2001 an. Dort wurde oft genug gezeigt, was mit religiösem Fanatismus möglich ist. Die Rolle der Religionen ist sehr groß in dieser Welt. Der 11. September, die pädophilen Priester in den USA und in Europa haben das doch gezeigt. Religion ist eine negative Kraft in der Welt, in all ihren Auswüchsen. So lange es solches Leid, dass dadurch geschieht, noch gibt werde ich wütend und inspiriert Texte zu schreiben. Ich denke, das neue Album dreht sich weniger um das Christentum, dafür mehr um andere Religionen im Allgemeinen. Ich denke, das werden wir auch auf dem nächsten Album weiterverfolgen.


Bist Du der Meinung, dass die Erde ein besserer Ort ohne Religion wäre?

Tja, das kann man wohl schwer sagen. Aber die Welt könnte ansonsten auch nicht schlimmer sein. Rein vom logischen her, sollte es natürlich besser werden, aber ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Die Leute würden wohl mehr an sich selbst glauben, würden nicht so schnell eine Gehirnwäsche kriegen und würden nicht alles schwarz und weiß sehen. Religion ist ein sehr negativer Auswuchs in dieser Welt und verursacht überall immense Probleme. So betrachtet wäre es wohl wirklich ein besserer Ort. (lacht)

In Europa und in den USA ist Religion viel oberflächlicher und hat eher einen Feel Good-Aspekt. Gehe einmal in der Woche in die Kirche und bete jeden Tag, dann geht es Dir besser und Du kommst in den Himmel. Hier ist es einfacher, Religionen zu entfliehen, da wir nicht so manipuliert werden, aber in Afghanistan und im Gaza-Streifen werden die Leute komplett verdreht.

Ja, das ist ihr Leben. Sie kennen nichts außer schwarz oder weiß, den richtigen und den falschen Weg, dazwischen gibt es nichts.

Als ich vor kurzem auf eure Site geschaut habe, fand ich darauf ein Intro, dass den Ground Zero zeigt. Würdet ihr euch als Patrioten bezeichnen?

Es war eher ein Tribut an die Leute, die gestorben sind und an die Leute, die geholfen haben. Wir kommen ja auch aus New York und dementsprechend geht es uns einfach was an. Aber wir sind keine politische Band. Ich finde Politiker scheiße. Ich bin zwar froh, in Amerika zu leben, denn hier kann jeder seine Meinung sagen und jeder genießt Freiheit, wenn man den richtigen Weg wählt. Du bist sicher auch stolz darauf, in einem demokratischen Land wie Deutschland zu leben. Ich habe nicht die gleiche Meinung, wie die Regierung, Du sicherlich auch nicht. Uns wird es aber erlaubt diese Meinung zu äußern und das ist großartig. Ich kann mit meiner Meinung wahrscheinlich nicht die Welt verändern, darf aber sagen, was mir stinkt.

Zurück zu den Texten, ich habe sie zwar leider nicht erhalten, aber allein die Songtitel deuten an, dass sie weniger aggressiv, dafür viel dunkler als auf ´Close To A World Below´ sind.

Sie sind immer noch wütend, aber trotzdem viel dunkler. Gleichzeitig sind sie sehr persönlich, denn die ersten drei Songs Of Martyrs and Men, Sinful Nature und ´Unholy Cult´ drehen sich um die Auswüchse des 11. September. In Rival the Eminent beschreiben wir, wie wir zu Religion stehen. Wir gehen innerhalb unseres gesteckten Rahmens so abwechslungsreich vor, wie es geht.

Ihr habt den Titel ´Unholy Cult´ als negativ beschrieben, da er Religionen im Allgemeinen bedeutet, eure Plattenfirma wirbt aber mit dem Spruch Join the Unholy Cult, habt ihr nicht Angst das man das missverstehen könnte?

Betrachte es mal von der Seite: Du kannst Dir uns und unsere, teils schon fast fanatischen Fans als unheiligen Kult vorstellen, da sie uns seit vielen Jahren folgen. Auf diese Art und Weise betrachtet, ist Death Metal, Underground und IMMOATION ein Kult. Ich denke, dass ist ein gutes Wortspiel.

Das Artwork zeigt eine riesige Kirche, die ihren Schatten in Form eines Kreuzes auf die Erde wirft. Ist dies der Schatten der Religionen?

Genau so ist es. Die Kirche ist außerdem auf Leichen erbaut, das steht für alle Menschen, die im Namen des Glaubens starben. Religionen sind auf Opfern gebaut, damit sie groß wurden, mussten viele Leute ihr Leben lassen, das ist krank. Wenn Du in das Kruzifix auf dem Artwork hinein siehst, siehst Du eine Wolfsfratze. Das unterstreicht den Text zu Wolf Among the Flock. Überhaupt stehen viele Texte in Zusammenhang mit dem Cover. Also, Du MUSST Dir die Texte zulegen. (lacht)

Da führt wohl kein Weg daran vorbei. Leider kam die Promo ohne Texte… Ihr habt nun zum fünften Mal mit Andreas Marschall zusammengearbeitet. Was fasziniert euch so an seiner Arbeit?

Alles. Er ist der Beste. Mehr gibt es nicht zu sagen, ich würde kein Artwork wollen, dass nicht von ihm stammt. Er erweckt unsere Ideen zu leben. Solange er mit uns arbeiten will, arbeiten wir mit ihm.

Eure Shows sind legendär. Es gibt im Metalbereich nicht viele Bands, die so intensiv auf der Bühne agieren wie ihr. Was macht eine IMMOLATION-Show zu so etwas besonderem?

Wir fühlen unsere Musik, wenn wir live spielen. Es werden so viele Emotionen bei uns und im Publikum geweckt, dass es uns einfach riesigen Spaß macht. Ich denke, diese Freude schlägt sich auch auf das Publikum nieder. Wir sind auch eher eine Live-Band denn eine Studio-Band.

Okay, dann gehen wir mal zum Lauschangriff über.

BOHREN & DER CLUB OF GORE – Constant Fear (aus Black Earth)

Das ist sehr ruhig. Ich kenne das nicht, aber ich mag es. Genau sowas höre ich mir an, wenn ich mich ausruhe. Die ganze CD ist so ruhig? Ich liebe dieses Saxophon, es hat so viel Gefühl drin. Großartig, Mann, das brauche ich! Dem Namen nach stehen die wohl ziemlich auf Horror, oder?

Bist Du auch Gore-Freak?

Als ich jünger, so 13 oder 14 war, bin ich ziemlich oft mit Will von MORTICIAN abgehangen und wir haben immer ein paar Horror-Streifen angeschaut. Ich stand aber nicht so extrem drauf wie Will. Die Eltern gingen in die Kirche und ich hab mir Horror-Filme angeschaut. (lacht)

KARI – Exile (aus Pilot)

Das ist total anders. Wer ist das? KARI? Das ist wirklich gut, sie hat eine wunderbare Stimme. Sie hört sich ein wenig wie TORI AMOS und hier und da auch wie BJÖRK an. Die finde ich übrigens klasse, letztes Jahr war ich in New York auf einem ihrer Konzerte, sie hat mit einem kompletten Orchester gespielt, das war wirklich atemberaubend. Sowas höre ich gerne, auch THE THIRD AND THE MORTAL finde ich wirklich klasse.

THE GATHERING – Great Ocean Road (aus How to Measure a Planet?)

Das kenne ich. Klar, THE GATHERING, wenn ich mich nicht irre, ist es aus How to Measure a Planet?. Ihre neue EP ist auch klasse. THE GATHERING sind wirklich eine tolle Band, ich liebe Annekes Stimme. Dieses Album ist toll, aber ich mag die Vorgänger und Black Light District mehr.

THE HUB – Cash, Ho´s, Rides, Kicks (aus Trucker)

Schräg. (lange Pause) Wirklich schräg. Ich kann das beim besten Willen nicht einordnen, das ist Jazz, vermischt mir irgendwas, dass ich nicht zuordnen kann. Aber ich mag es. Wer ist das?

Das sind THE HUB aus New York, die Touren jedes Jahr durch kleine Clubs in Europa.

Das sind wirklich gute Musiker, vor allem der Bassist. Das sind nur drei Jungs, oder? Die haben es aber wirklich drauf.

Ich hab mich mal mit dem Bassisten unterhalten, er ist ein großer Death Metal-Fan.

Wirklich? Das ist verrückt, ich mag Jazz und die mögen Metal. Ich glaube, ich muss die Jungs mal kontaktieren, das ist wirklich klasse!

DISBELIEF – Shine (aus Shine)

Das ist sehr catchy und wirklich heavy. DISBELIEF sind das? Von denen hab ich schon gehört, mich enttäuscht das hier nicht, ich finde es sogar ziemlich gut. Der Sänger kommt mir bekannt vor. Er klingt ein wenig nach John Tardy von OBITUARY. Ich finde, die klingen schon ein wenig nach SOULFLY, aber ansonsten ist es recht eigenständig, auch wenn sie mich an jemanden erinnern, auf den ich im Moment nicht komme.

THE DILLINGER ESCAPE PLAN WITH MIKE PATTON – When Good Dogs Do Bad Things (aus Irony is a Dead Scene)

Das nenne ich mal verrückt. Wer ist das? Der Sänger könnte Mike Patton von MR BUNGLE sein. Die Musiker hören sich sehr nach THE DILLINGER ESCAPE PLAN an.

Da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.

(entgeistert) Mike Patton singt mit DILLINGER?

Nur für diese EP.

Das wusste ich nicht. Das ist ganz gut, aber ich war nie der größte DILLINGER ESCAPE PLAN-Fan, auch nicht von MR BUNGLE oder FANTOMAS. Wir haben aber The Director´s Cut von ihnen im Bus und hier und da ist es schon okay die anzuhören. Es ist nicht schlecht, aber ich könnte es mir nicht immer anhören. Ich mochte die ersten Sachen, die Du mir vorgespielt hast lieber.

CONVERGE – Fault and Fracture (aus Jane Doe)

Schon wieder so was verrücktes. Manche Riffs erinnern mich an VOIVOD. Ich hab keine Ahnung, was das sein könnte.

Das sind CONVERGE aus Boston.

Ach, das sind CONVERGE? Ich habe viel von ihnen gehört, aber ich kenne ihr Material nicht. Das ist aber durchaus cool, besonders die VOIVOD-Riffs. Was hast Du sonst noch für mich?

BETWEEN THE BURIED AND ME – Aspirations (aus Between the Buried and Me)

Das klang zuerst sehr schwedisch, aber jetzt sind sie von nach New York umgesiedelt. Dieser Part klingt sehr schwer nach SUFFOCATION und jetzt auch noch nach BIOHAZARD. Es gibt viele neue Bands, die schwedischen Death Metal zusammen mit ihren Hardcore-Wurzeln verarbeiten. Das ist okay, aber nicht besonders originell. Jetzt kommt ein ruhiger Part. Halt, jetzt geht es zurück nach Schweden! Ich mag den Eiergesang an dieser Stelle nicht, der ist schwul. Ich mag das nicht so sehr, weil sie sich nicht entscheiden können, was sie wollen. Es ist schön, dass sie originell klingen, aber es wirkt doch sehr zerfahren. CAPHALIC CARNAGE machen was ähnliches, nur viel besser. Sie wirken nicht so gezwungen.

GORGUTS – Earthly Love (aus Obscura)

GORGUTS, klar. Ihr Drummer hat sich vor kurzem leider das Leben genommen. Ich habe ihn aber nur einmal persönlich getroffen, aber er muss ziemlich depressiv gewesen sein. Das ist wirklich geniale Musik und auch die Musiker sind klasse. Ich muss aber in einer bestimmten Verfassung sein, um sie anzuhören. Jetzt bin ich gerade ein wenig zu relaxt dafür, da Du mir vorher so viele ruhige Sachen vorgespielt hast. Aber ansonsten mag ich das wirklich sehr gerne.

PROFANITY – Humade Me Flesh (aus Humade Me Flesh 7)

Wer ist das? Das ist total krass! PROFANITY habe ich noch nie gehört, aber instrumental sind sie auf jeden Fall sehr gut. Der Drummer scheint sein ganzes Kit auf einmal zu spielen. Die sind zu dritt und der Gitarrist singt? Das ist schon beeindruckend. Es ist wirklich gut, aber man hört genau raus, von wem sie beeinflusst sind.

Alle Fotos (c) Listenable Records

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