CAVE OF SWIMMERS: Die Unschuld in Zeiten des Aufruhrs

CAVE OF SWIMMERS: Die Unschuld in Zeiten des Aufruhrs

Mit ihrer riffbetonten Mischung aus Progressive / Stoner Rock und Doom Metal haben CAVE OF SWIMMERS vollauf überzeugt und ließen ihr zweites Album Reflection zum Dauergast in der Playliste werden. Grund genug mehr über die beiden Venezuelaner, die inzwischen in Florida wohnen, zu erfahren.

Mit eurem Bandnamen CAVE OF SWIMMERS bezieht ihr euch auf einen Fundort von Höhlenmalerei. Was hat es damit auf sich?

caveofswimemrs_caveofswimmersG.E. Perez: Unser Song mit demselben Namen wurde von dieser einen speziellen Frau inspiriert… Der Name Cave of Swimmers ist demnach ein Verweis auf ihre Gebärmutter.

Ihr kennt euch von eurer Schulzeit in Venezuela. Welche Art von Musik habt ihr zu euren Teenager-Tagen gespielt?

Toro: Mit Sicherheit heavy Musik, aber auch Latin, Classic Rock, Techno, Merengue.

Was hat euch zum Umzug nach Florida bewogen?

G.E. Perez: Da waren manche schöne Beweggründe, manche weniger schöne, aber auch formelle und zufällige Gründe.

Habt ihr euch dann zufällig wieder in Florida getroffen oder war es geplant?

Toro: Ich zog zuerst nach Florida, ehe G.E. nachkam. Wir haben den American Dream verfolgt.

Welchen Einfluss haben eure südamerikanischen Wurzeln auf eure Musik?

G.E. Perez: Die Musik und die Kultur Südamerikas ist in uns eingraviert. Und sie kommt auf so vielen unterschiedlichen Weisen zum Ausdruck… in der Musik, im Lebensstil usw.

Inwieweit hat euch auch das Leben in den USA musikalisch geprägt?

Toro: Die Vereinigten Staaten sind ein Land der Immigranten mit einer sehr reichhaltigen musikalischen Kultur. Hier zu leben, hat mir die amerikanische Musik preisgegeben und hat es mir erleichert, diese zu verstehen und auch mich in dieser Sprache auszudrücken.

Was schätzt ihr an eurer Musik am meisten?

Toro: Sie nimmt Platz in uns ein.

Gesanglich deckt ihr ein breites Spetrum ab. Hast du Gesangsunterricht genommen? Auch klassischen Gesangsunterricht?

G.E. Perez: Nein, keine offiziellen Gesangstunden, aber ich singe nun schon eine ganze Weile. Ich habe aber einmal mit drei Sängern als Mitbewohner zusammengelebt. Eine davon machte gerade ihren Master in Gesangsperformance. Ich habe einfach ihre Unibücher gelesen und habe sie viel beim Singen beobachtet. Und die anderen beiden befreundeten Mitbewohner waren einfach verrückte Sänger. So habe ich viel zugesehen und gelernt in diesen Tagen – und das mache ich weiterhin.

Was gab den Ausschlag, dass Reflection ein Album und keine EP (ohne The Prince of the Power of the Air-Promo Edit) geworden ist?

G.E. Perez: Bloß die Länge und die Charakteristik der Songs.

CAVEOFSWIMMERS_REFLECTIONWas steckt hinter dem Cover-Artwork von Reflection?

G.E. Perez: Für mich ist es die Unschuld in Zeiten des Aufruhrs. Wenn man ein Kind und noch grün hinter den Ohren ist, und dann tanzt man vor einer ominösen Situation herum… das ist Leben … so auf die Art wie das Leben ist schön.

Entschuldigt die Frage, aber welche Bedeutung messt ihr den Lyrics bei? The Prince of the Power of the Air etwa ist ja nicht gerade ein Roman.

G.E. Perez: Lyrics sind für mich dazu da, Emotionen zu vermitteln, ansonsten wären sie es nicht wert, sie zu singen. Manchmal helfen einfach nur ein paar wenige Worte, um die Emotionen besser abfließen zu lassen, als wenn man ein ganzes Wörterbuch benutzen würde. Somit sind diese wenigen Worte wertvoll für mich und hoffentlich auch für diejenigen, die sich darüber wundern. Dieser angesprochene Song handelt von mir, indem ich meinen Vater frage, warum er mich verlassen hat, als ich noch ein Kind war. Es ist über zwanzig Jahre her, seitdem ich ihn zuletzt gesehen habe. Der Prinz ist der Teufel da draußen… verfolgend … somit kommt er auf mich als Kind zurück, als ich meinen Vater fragte, mich vor ihm zu verteidigen, ihn zu bitten, meine Gebete zu erhören, immer und immer wieder, bis es schließlich weh tut…  und dann frage ich wieder! Ich denke, wenn man eine Parallele zur Jesus-Story zieht, dann schwächt man das sentimentale Zeug ab, zumindest ein bisschen. Normalerweise sind Emotionen abgedroschen und kitschig… aber sie sind aufrichtig, weißt du? Sie machen uns menschlich, denke ich. Meiner Meinung nach sollte Musik ehrlich sein, anderenfalls, warum sollte man sich Sorgen machen? Hoffentlich können die Leute einen Zusammenhang finden, als dass schon jeder einmal Verzicht und das Verlassen-Werden auf die eine oder andere Weise erlebt hat… oder man reagiert verärgert. Aber egal, wir haben gesagt, was wir sagen mussten.

Welche Vor- und Nachteile hat es, ohne Label zu sein?

Toro: Der größte Vorteil ist, dass wir die totale kreative Kontrolle haben und dass wir entscheiden können, wie wir die Band als Business handhaben. Es liegt ganz an uns.

caveofswimmers

Mit welcher Band würdet ihr gerne auf Tournee gehen?

Toro: Es wäre rieisig mit MEGADETH auf deren Classical-Line-up-Reunion-Tour auf Tour zu gehen. Warte einmal….

Wie stehen die Chancen, dass man euch auch einmal in Europa live sehen kann?

Toro: Die stehen gut, denn wir planen im nächsten Jahr nach Europa zu kommen. Dorthin wollten wir immer schon einmal.

Habt ihr auch Musik-Projekte abseits CAVE OF SWIMMERS?

G.E. Perez: Verschiedenste Konzerte mit unterschiedlichen Ensembles und Musikstilen, um die Rechnungen zu bezahlen… aber auch zum eigenen Vergnügen.

Was sind eure nächsten Pläne?

G.E. Perez: Weiter zu machen.

Noch irgendwelche letzten Worte?

G.E. Perez: Ich bin noch nicht bereit zu sterben, also nein… puh, das war eine intensive Frage. https://caveofswimmers.bandcamp.com

Teilen macht Freude:

Christian Wögerbauer
Seit 2005 bei Vampster und Lieferant für Reviews, News, Live-Berichte und -Fotos.Genres: Doom, Death, Gothic, Sludge