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Gast
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Kommentar zum vampster-Artikel SCREAM SILENCE: The 2nd
hui was war denn das ? ich hab eure rezi gelesen und mir die platte gekauft. das is ja mal ne coole und vor allem echte! gothic scheibe . respekt ! |
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vampster-Frischling
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"Modern Gothic Rock" schimpft sich eine neue Musik-Schublade, in der man zu oberst HIM und die 69 Eyes und etwas weiter unten die Sisters Of Mercy einsortiert. Seit geraumer Zeit klammern sich an den Rand der Lade auch immer mehr deutsche Künstler, doch der letzte Klimmzug endete zumeist mit einem Absturz und nicht dem erhofften Sprung an Bord. Jetzt allerdings kommt eine Formation daher, die trotz bereits veröffentlichtem Debütalbum erst mit dem schlicht betitelten Nachfolge-Werk "The 2nd" für Aufregung sorgt - und das mit gutem Recht.
Scream Silence nennt sich das Quartett aus Berlin, das seit knapp drei Jahren vornehmlich im Untergrund musiziert und nun nach diversen Szene-Blätter-Jubelrufen im Zuge des gehypten Goth-Sounds an die Oberfläche gespült wird. In der Vergangenheit wurden immer wieder Vergleiche mit Wolfsheim herangezogen, die die Band auch nicht dementierte, sondern sogar bestätigte, indem sie den Track "The Sparrows & The Nightingales" des Melancholie-Elektronik-Duos coverte. Inzwischen haben ssich Scream Silence jedoch freigeschwommen und stehen mit "The 2nd" nicht mehr im Schatten der deutschen Goth-Pop-Vorreiter. Und an die fühlt man sich beim besten Willen auch nicht mehr erinnert, wenn man Hardy Fieting und seinen Mannen Gehör schenkt. Vielmehr reichen die Assoziationen von dem Theme der Serie "Outer Limits" über die New British Romantics der späten Achtziger bis hin zu Veljanov, wie er immer klingen wollte. Die Stimme vom charismatischen Frontmann Fieting gibt sich in einigen Momenten dunkel wie eine Gruft, in anderen melancholisch sanft. Eine Gute-Nacht-Geschichte ließe man sich von dem Herrn nur allzu gern vorlesen. Die Musik, atmosphärisch dicht, mal schleppend, mal mit nahezu doomigen Gitarren eiligst vorantreibend, kann elektronische Einflüsse nicht verleugnen, und wird somit auch für Waver interessant, die sich sonst vor Schluchz-Epen scheuen. Poppige Lines verwandeln Schwermut und Depression in zugänglicheres und griffigeres Material, das auch weniger traurigem Publikum gefallen wird. Pathos, große Gefühle, heroisch anmutender Gesang mit einer kleinen Portion Kitsch entsprechen zwar der typischen Goth-Attitüde und werden von Scream Silence ebenso gepflegt wie von den anfangs erwähnten Finnen. Schließlich darf auch eine idealistische Schwarzmusik-Combo keinen Stilbruch begehen. Trotzdem legt das Quartett nicht übermäßig Wert auf große Gesten. Mehr Beachtung gilt der Gitarrenarbeit, die entschieden vielseitiger als beim Gros der übrigen Gothic-Combos ausfällt. Dennoch gilt das Fazit: "The 2nd" erweitert nicht die Grenzen des Gothrocks und überschreitet sie schon gar nicht - auch wenn das Album eine gut produzierte und fein arrangierte Ausnahme im unübersichtlichen Dschungel der Friedhofsmusik ist. Aber mal ganz ehrlich, sind Neuerungen und Gothic nicht eh zwei völlig verschiedene Paar Schuhe? |
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