In drei Schritten zum Erfolg
Stichworte band, durchbruch, erfolg, musikgeschäft, üben
Jutze erklärt, wie man als aufstrebende Metal-Band heutzutage den Durchbruch schafft.
1. Üben. Üben. Üben. Viele Bands beginnen mit dem heren Ziel, tolle Lieder zu schreiben und die Welt zu rocken. Dabei steht am Anfang stets das Handwerkliche. Das heißt, man muss den Versuchungen widerstehen, die einen aus dem Proberaum locken. Ade Fernsehen, tschüs soziales Netzwerk, Ruhet in Frieden, all ihr anderen Hobbys. Naiver Dilletantismus hat zwar seinen Charme und kann als limitierter US-Vinyl-Import auch langfristig einen Gig beim KEEP IT TRUE erwirken - aber wer den Metal zum Beruf machen möchte, sollte sich musikalisch und technisch mit seinem Instrument sowie am besten mit Tontechnik, Buchhaltung, Werbung und Jura beschäftigen. Erst wenn jedes Mitglied sein Instrument im Schlaf beherrscht, ist man reif für den Durchbruch. Und für die Bühne.
2. Auftreten. Damit ist gemeint, auftreten bis der Arzt kommt. Metal ist Live-Musik. Gerade am Anfang sind kleine Gigs mit kargem Publikum weniger ein Handicap, sondern eher eine gute Schule. Die ersten zehn Auftritte werden rückblickend mies laufen. Die nächsten 90 Konzerte werden etwas Licht ins Dunkel bringen. Auch hier handelt es sich letztlich um einen Übungseffekt - mit dem Unterschied, dass man mit der Zeit mehr Fans gewinnt, als wenn man nur im Proberaum vor sich hin dudelt.
3. Einzigartig sein. Schönen Melodic Speed Metal spielen alleine reicht nicht. Ultrabrutalen Death Metal in die Welt hinausschleudern bringt einem in erster Linie Ärger mit den Nachbarn. Nicht alles an einer Band muss superoriginell sein. Man braucht nicht zwingend eine Stilrevolution anzuzetteln. Doch egal wie spielgeil man ist, ohne sich von der Masse abzuheben, ist man dazu verdammt, auf ewig ein Teil selbiger zu bleiben. Einzigartig schöne Melodien sind natürlich hilfreich. Aber Schönheit und Melodie sind im Metal eine eher subjektive Angelegenheit. Es hilft ein Image zu haben, am besten eins, das man selber lenken kann und das passt. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen, sich von der Masse abzuheben, seine eigene Stimme zu finden. Das geht über emotionale und über soziale Schienen. Gute Musik bewegt einen bzw. sie bringt Leute dazu, mit anderen Leuten über das zu reden, was sie hören. Häufig (aber nicht zwangsläufig) werden beide Komponenten gemeinsam angesprochen, nach dem Motto: "Hast du schon gehört, wie krass/cool/toll/abgefahren/krank/hart/sonstwas Band XY klingt?" Während bei Mainstream-Pop-Musik die soziale Schiene (inkl. der medialen Präsenz) gerne dominiert, haben Metal-Bands, die die Emotionen ihrer Hörerschaft ansprechen, durchaus gute Chancen. Generell ist es auf alle Fälle so, dass das Publikum unterhalten werden will. Die Leute wollen bewegende Musik hören! Wenn das Publikum die Musik einer Band uninteressant oder gar nervend findet, ist das dann die Schuld des Publikums oder der Band?
Diese drei Schritte reichen. Manch einer mag dabei Punkte wie Engagement in sozialen Netzwerken, Beziehungen in der Musikindustrie oder fette Albumproduktionen vermissen. Doch die sind lediglich natürlich Konsequenzen, die folgen, wenn man spielen kann, tatsächlich auch (vor Leuten) spielt und dabei Aufsehen erregend spielt.
Die große Frage, auf die ich allerdings noch keine befriedigende Antwort gefunden habe, ist, wie man eine Band findet bzw. gründet, die gewillt ist, diese Schritte als Einheit zu gehen. Doch das ist dann wohl das Thema für einen eigenen Blogeintrag.
Jutze
PS: Jutzes Tagebucheinträge werden dieses Jahr inspiriert von http://www.theanimalfarm.co.uk
1. Üben. Üben. Üben. Viele Bands beginnen mit dem heren Ziel, tolle Lieder zu schreiben und die Welt zu rocken. Dabei steht am Anfang stets das Handwerkliche. Das heißt, man muss den Versuchungen widerstehen, die einen aus dem Proberaum locken. Ade Fernsehen, tschüs soziales Netzwerk, Ruhet in Frieden, all ihr anderen Hobbys. Naiver Dilletantismus hat zwar seinen Charme und kann als limitierter US-Vinyl-Import auch langfristig einen Gig beim KEEP IT TRUE erwirken - aber wer den Metal zum Beruf machen möchte, sollte sich musikalisch und technisch mit seinem Instrument sowie am besten mit Tontechnik, Buchhaltung, Werbung und Jura beschäftigen. Erst wenn jedes Mitglied sein Instrument im Schlaf beherrscht, ist man reif für den Durchbruch. Und für die Bühne.
2. Auftreten. Damit ist gemeint, auftreten bis der Arzt kommt. Metal ist Live-Musik. Gerade am Anfang sind kleine Gigs mit kargem Publikum weniger ein Handicap, sondern eher eine gute Schule. Die ersten zehn Auftritte werden rückblickend mies laufen. Die nächsten 90 Konzerte werden etwas Licht ins Dunkel bringen. Auch hier handelt es sich letztlich um einen Übungseffekt - mit dem Unterschied, dass man mit der Zeit mehr Fans gewinnt, als wenn man nur im Proberaum vor sich hin dudelt.
3. Einzigartig sein. Schönen Melodic Speed Metal spielen alleine reicht nicht. Ultrabrutalen Death Metal in die Welt hinausschleudern bringt einem in erster Linie Ärger mit den Nachbarn. Nicht alles an einer Band muss superoriginell sein. Man braucht nicht zwingend eine Stilrevolution anzuzetteln. Doch egal wie spielgeil man ist, ohne sich von der Masse abzuheben, ist man dazu verdammt, auf ewig ein Teil selbiger zu bleiben. Einzigartig schöne Melodien sind natürlich hilfreich. Aber Schönheit und Melodie sind im Metal eine eher subjektive Angelegenheit. Es hilft ein Image zu haben, am besten eins, das man selber lenken kann und das passt. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen, sich von der Masse abzuheben, seine eigene Stimme zu finden. Das geht über emotionale und über soziale Schienen. Gute Musik bewegt einen bzw. sie bringt Leute dazu, mit anderen Leuten über das zu reden, was sie hören. Häufig (aber nicht zwangsläufig) werden beide Komponenten gemeinsam angesprochen, nach dem Motto: "Hast du schon gehört, wie krass/cool/toll/abgefahren/krank/hart/sonstwas Band XY klingt?" Während bei Mainstream-Pop-Musik die soziale Schiene (inkl. der medialen Präsenz) gerne dominiert, haben Metal-Bands, die die Emotionen ihrer Hörerschaft ansprechen, durchaus gute Chancen. Generell ist es auf alle Fälle so, dass das Publikum unterhalten werden will. Die Leute wollen bewegende Musik hören! Wenn das Publikum die Musik einer Band uninteressant oder gar nervend findet, ist das dann die Schuld des Publikums oder der Band?
Diese drei Schritte reichen. Manch einer mag dabei Punkte wie Engagement in sozialen Netzwerken, Beziehungen in der Musikindustrie oder fette Albumproduktionen vermissen. Doch die sind lediglich natürlich Konsequenzen, die folgen, wenn man spielen kann, tatsächlich auch (vor Leuten) spielt und dabei Aufsehen erregend spielt.
Die große Frage, auf die ich allerdings noch keine befriedigende Antwort gefunden habe, ist, wie man eine Band findet bzw. gründet, die gewillt ist, diese Schritte als Einheit zu gehen. Doch das ist dann wohl das Thema für einen eigenen Blogeintrag.
Jutze
PS: Jutzes Tagebucheinträge werden dieses Jahr inspiriert von http://www.theanimalfarm.co.uk
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