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Graspop 2009 – Ein paar Impressionen aus Belgien

Veröffentlicht: 29.06.2009 um 19:20 von agony&ecstasy
Stichworte festivals

Dieses Wochenende war wieder GRASPOP METAL MEETING angesagt. Einen vollwertigen Bericht gibt’s nicht, aber ich teile gerne ein paar Impressionen mit euch ;-) Donnerstag Abends sind ein Kumpel und ich los gefahren. Zwei Freunde kamen Freitag nach also haben wir deren Zelt auch schon mal mitgenommen.

Donnerstag:

Abfahrt in Hürth gegen halb neun.

Falsche Richtung beim Autobahnkreuz Lummen, fällt uns aber schon nach 50 Kilometern auf...

Ankunft in Dessel gegen halb zwölf.

Zelte aufgebaut gegen zwei Uhr - auf einer Feuerwehrzufahrt.

Zelte und Gepäck über den kompletten Campingplatz geschleppt und neu aufgebaut gegen fünf Uhr.

Das Zelt um zehn Zentimeter nach hinten gesetzt weil es der Campingplatz-Gestapo so gefiel gegen halb sechs. Endlich Schlaf!

Freitag:

Aufstehen gegen elf Uhr. Die restlichen zwei kommen so gegen zwei an – die Schlange an der Bändchenausgabe ist inzwischen deutlich länger als die in Pete Steel´s Hose.

Durch geschicktes vorschleichen brauchen unsere Jungs statt geschätzter drei Stunden doch nur fünf Minuten

Auf zu JON OLIVA´S PAIN auf der Zeltbühne 1. Hier drin ist es so heiß wie in einer Sauna, der Schweiß läuft in Bächen. JON OLIVA spielt eine verkürzte Setlist des überragenden Auftritts auf dem diesjährigen ROCK HARD FESTIVAL. Erneut sensationell!

Dann gibt’s draußen PAPA ROACH. Coby Shaddix quatscht irgendwas von Old School PAPA ROACH-Fans und hat offensichtlich was gegen BRITNEY SPEARS und PARIS HILTON. Der Wahnsinn. Und gleich bei zwei Songs geklaute IRON MAIDEN-Parts am Start. So ein Quatsch auch...

Bei W.A.S.P. Ist dann wieder Zelt-Sauna angesagt. Schwarzie Gesetzlos hat seinen Schwanzersatz-Mikroständer nicht dabei, dafür einen Sack voll ganz großer Hits. Fantastisch!

Danach spielen THE GATHERING mit neuer Sängerin im Metaldome vor halb voller Hütte während der Pöbel draußen mit SOULFLY hüpfen über. Die Welt ist nicht gerecht. THE GATHERING schlagen sich gut, wenn auch nicht überragend, spielen aber genau in dem Moment als ich denke, dass ich jetzt gerne "Great Ocean Road" hören würde eben jenes. Dafür fehlt "Strange Machines". Trotzdem ein schöner Trip.

Wie schon vor zwei Jahren beschließe ich BLIND GUARDIAN mit Ignoranz zu strafen und wie vor zwei Jahren klappt dies Setlist-bedingt nur wenige Songs lang. Hansi hat die Haare ab, singt aber diesmal besser als letztes Mal – sprich, er trifft die Töne. Zwei neuere Songs langweilen mich, ansonsten gibt’s nur vom feinsten. Überraschend gut!

Danach knarzt Geezer Butlers Bass bei HEAVEN AND HELL alles in Grund uns Boden, da kann Iommi machen was er will. Dieser Mann ist einfach nur die geilste Sau am Bass! Dio wirkt im Vergleich zum Auftritt in Bonn eine Woche zuvor wie aufgedreht und vergisst dieses Mal auch nicht den Text von "Heaven And Hell". Überragender Gig einer fantastischen Band mit einem anbetungswürdigen Bassisten!

Hiernach kann John Myung nur noch verlieren also entscheide ich mich folgerichtig gegen Standfußball bei DREAM THEATER und für echte Spielfreude bei DOWN. Bei fröhlichem Liedgut wie "New Orleans Is A Dying Whore" kann einem auch nur das Herz aufgehen. Dank der Kombination aus Luftqualität im Zelt und einsetzender Müdigkeit gehe ich aber früher und bekomme von draußen noch das Ende vom DREAM THEATER-Gig im anderen Zelt mit.

MÖTLEY CRÜE... Ja, die sind heute Headliner und fahren Show-technisch eher Sparprogramm, musikalisch sowieso. Länger als ne Stunde müssen wir uns das nicht geben. Es steht noch Bier am Zelt!

Samstag:

KILLSWITCH ENGAGE haben Aufgrund eines Trauerfalls abgesagt. Ich nehme an Sie meinen nicht das neue Album. Also rücken alle Bands auf der Hauptbühne bis einschließlich HATEBREED eine Position nach vorne. Das bringt uns in die glückliche Situation doch noch NEGURA BUNGET UND MASTODON zu sehen die ursprünglich gleichzeitig gespielt hätten.

Erst mal also NEGRU... ähm, ich meine NEGURA BUNGET. Drummer Negru und seine neue Begleitmannschaft eigen hier im Metaldome mal wieder wie man auf anspruchsvolle Weise Folklore und Metal verbinden kann. Der neue Frontmann lässt die Ausstrahlung seines Vorgängers allerdings ein Stück weit vermissen. Großartig waren NEGURA BUNGET aber trotzdem.

Dann spielen MASTODON, die Band um den selbst ernannten besten Gitarristen der Welt, auf der Hauptbühne und zeigen erneut wie man ohne auch nur ein Wort ans das Publikum zu richten trotzdem so richtig rocken kann.

Nach einer längeren Pause finden wir uns pünktlich zu WOLVES IN THE THRONE ROOM wieder auf dem Festivalgelände ein. Die band legt überpünktlich los und nutzt die ihnen zugedachten fünfzig Minuten Spielzeit fast voll aus, spielt somit also länger als beim Headliner-Gig in Köln vor kurzem. Aber ich höre ja schon auf zu sticheln, denn der Auftritt war richtig gut.

Es folgen MONSTER MAGNET. Oder wie ich zuerst denke schon wieder JON OLIVA´S PAIN. Dave Wyndorf ist ganz schön speckig geworden seit den letzten Promofotos die ich so gesehen habe. Aber umso fetter rocken MONSTER MAGNET auch das Zelt. Mächtig, mächtig!

Im selben Zelt spielen danach VOLBEAT. Eine klare Fehleinschätzung seitens der Veranstalter, denn bei der Band, die vor zwei Jahren noch im kleinen, zu drei Vierteln gefüllten Metaldome spielte ist das Zelt voll bis unter´s Dach und hunderte von Menschen – inklusive uns – stehen noch draußen. Die Show wird ein vollkommener Triumphzug für die Dänen- Bei "Sad Man´s Tongue" singt auch draußen JEDER den Refrain mit. Nächstes Mal muss diese Band auf der Hauptbühne spielen!

SLIPKNOT sind Headliner am Samstag, begeistern uns aber auch nicht wirklich, so dass wir nach einer halben Stunde den Campingplatz ansteuern.

Sonntag:

Wir packen schon mal unseren Kram um Abends fahren zu können und lassen es allgemein ruhig angehen wodurch ich leider UFO und WARBRINGER verpasse. Inzwischen habe ich mehr Blasen als Zehen am linken Fuß.

Als erste Band gibt’s heute die SUICIDAL TENDENCIES. Diese machen im Zelt zwar ordentlich Alarm, nach ein paar Songs reicht es uns aber dann auch. Die Luft wird nicht besser.

Den Anfang von CHICKENFOOT wollten wir nämlich nun wirklich nicht verpassen. Samy Hagar und sein Gefolge haben als erste Band des Tages so richtig strahlende Sonne und auch ein dementsprechendes Gemüt. So rockt es sich angenehm in den Nachmittag.

DISTURBED muss ich attestieren, dass sie live nicht viel falsch machen und ihr Publikum wirklich im Griff haben. Musikalisch lässt mich die Band weiterhin völlig kalt und "The Sickness" geht immer noch überhaupt nicht.

Vorhang auf für ANTHRAX mit neuem Frontmann. Nachdem man John Bush raus geekelt hat scheint man die immerhin ein gutes Jahrzehnt und vier Alben andauernde Ära auch aus der Live-Setlist verbannt zu haben. Der neue Sänger Dan Nelson passt definitiv weder in die Fußstapfen von Belladonna und schon gar nicht die von Bush sondern klingt passabel aber völlig austauschbar. Ausstrahlung hat der Mann auch keine. Der neue Song klingt auch nur teilweise spannend. Aber immerhin entdeckt merkt man kurz vor Schluss doch noch, welches Backdrop da hinter dem Schlagzeug hängt und spielt mit "What Doesn´t Die“ immerhin noch einen Song des immer noch aktuellen Albuns "We´ve Come For You All". Ich glaube von ANTHRAX muss man nicht mehr viel erwarten. Enttäuschend.

Dann brechen wir auch schon auf, verpassen dadurch unter anderem NIGHTWISH, SICK OF IT ALL und MARILYN MANSON was aber verschmerzbar ist. Trotz diverser Schwierigkeiten war das GRASPOP auch 2009 eine runde Sache.
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