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Das Ende der CD? Schon wieder???

Veröffentlicht: 31.12.2011 um 14:39 von agony&ecstasy

Zum Ende des Jahres möchte ich noch mal auf das Gerücht eingehen, dass die Major-Labels ab 2012 komplett auf digitalen Vertrieb, sprich Downloads oder Streams umstellen. Kolportiert wurde dies vor einiger Zeit unter anderem im Online-Magazin Side Line. Ja, ja, das Ende physikalischer Tonträger ist mal wieder nah. Das ist so sicher, wie die "Tatsache", dass mit dem Abschalten der AKW´s in Deutschland das Licht ausgeht. Laut dem Artikel auf Side Line, soll das Format CD zukünftig auf Limited Editions beschränkt sein. Mal schauen, wie das aussehen wird. Bekommen die Standard Jewel-Cases dann alle einen "Limited CD Edition"-Aufkleber drauf gedengelt oder reden wir von richtigen limited Editions mit aufwendiger Verpackung, Bonus-Songs und so weiter? Quasi die Vernuclearblastung des gesamten Tonträgermartkes?

Das Downloads, Streams und so weiter der Vertriebsweg der Zukunft für Musik sind ist klar und kann wohl auch von niemandem ernsthaft bestritten werden, der noch mit einem halben Bein in der Realität parkt. Die CD hat es jetzt schon eine ganze Weile gemacht und wird es auch noch eine ganze Weile weiter machen - nur eben irgendwann nicht mehr als Haupt-Medium für Musik sondern als "auch erhältlich auf…."-Medium, wie es jetzt ja bei Vinyl schon eine ganze Weile und teilweise bei Downloads noch der Fall ist.

Und überhaupt, wird das uns Metaller so schnell betreffen? Gerade in der Metal-Szene ist der Kauf von Tonträgern ja noch sehr beliebt, auch wenn es Leute gibt, die anderes behaupten. Die Metal-Labels werden sich also hüten, in nächster Zeit das Format des physischen Tonträgers einzustampfen. Aber dass es irgendwann so sein wird, dass physische Tonträger nur noch ein Nebenprodukt sind und irgendwann ganz vom Markt verschwinden werden, darauf können und sollten wir uns einstellen. Das ist aber sicher kein Grund, der guten, alten CD jetzt schon den Trauermarsch zu spielen.

Davon abgesehen: Der digitale Vertriebsweg ist für viele kleinere Bands sicher eine Chance, vielleicht auch in den großen "Läden" vertreten zu sein. Oder? Klar, ein CD-Händler überlegt es sich dreimal, ob er sich die Regale mit CDs von Bands vollstopft, die vielleicht drei Nasen pro Stadt interessieren. Retourenrecht hin oder her - erst mal steht der Ramsch nun mal im Laden und setzt Staub an. Online-Stores werden solche Probleme mit Downloads nicht haben, die nehmen höchstens Webspace weg.

Bleibt noch die Frage nach den Modalitäten einer solchen Zusammenarbeit. Lassen sich die großen Online-Stores die Listung von Alben kleiner Labels mit klingender Münze vergüten? Sinnvoll erscheint ein Provisionsmodell - für jedes Album, das Label XY über den Download-Shop von YX verkauft, erhält YX einen gewissen Anteil der Einnahmen. Als Alternative bleiben ansonsten eigene Online-Stores der Labels oder - statt den ganz großen Online-Shops - szeneeigene Plattformen, in denen man die Veröffentlichungen diverser Kleinstlabels bündeln könnte, so dass man als Metal-Hörer nicht für jedes Album eine andere Anlaufstelle braucht. Viele Chancen, viele Hürden…

Man darf also gespannt sein, wie sich der Vertrieb für Musik in Zukunft gestaltet. Wird der Verkauf von Alben - dann eben als download - weiterhin einen großen Teil ausmachen oder werden Cloud- und Streaming-Angebote, bei denen man gegen eine monatliche Gebühr die Songs, auf die man gerade Lust hat hören kann sich durchsetzen? Werden sich Künstler darauf einstellen und sich vielleicht vom Konzept des Albums verabschieden? Wenn man einen neuen Song geschrieben hat, wieso nicht gleich veröffentlichen? Andererseits funktioniert bestimmte Musik nun mal nur oder besser im Rahmen eines Albums. Schauen wir mal was kommt.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Kategorie: musik, sonstiges
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Kommentare 2

Kommentare

  1. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Samas
    Ich denke nicht, dass die Kunstform des Albums mit allem Drum und Dran, aussterben wird. Coverartwork, Booklet, Songauswahl, Songreihenfolge... das alles erschafft erst das Gesamtkunstwerk. Nicht nur bei Konzept-Alben. Tonträger wird es immer geben, in welcher Form auch immer. Wahrscheinlich aber wird das dann nur noch von echten Fans wahrgenommen, während andere sich hier und da mal einen Track runterladen, der dann in irgend einer Playlist auf nimmer wiedersehen verschwindet.
    permalink
    Veröffentlicht: 02.01.2012 um 16:05 von Samas Samas ist offline
  2. Alter Kommentar
    Benutzerbild von agony&ecstasy
    Ich meinte auch eher, dass sich ein Teil der Musiker vom Albumkonzept verabschieden wird. Ich denke auch, dass das Albumkonzept an sich Bestand haben wird.
    permalink
    Veröffentlicht: 06.01.2012 um 12:10 von agony&ecstasy agony&ecstasy ist offline
 
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