Jahrespoll 2012 von Eschaton
Veröffentlicht: 13.01.2013 um 22:13 von Eschaton

IF THESE TREES COULD TALK - Red Forest
Für mich das Post-Rock Album des Jahres! Mit ihrem dritten Release rückt die Band zum ersten Mal in meine Aufmerksamkeit und kann dabei gleich vollends überzeugen. Alles was man an Post-Rock liebt, ist hier vorhanden. Besonders der Titelsong und “They Speak With Knives” können mit ihren wohl konstruierten Spannungsbögen , die in melancholischen Eruptionen münden, punkten.
BETWEEN THE BURIED AND ME - The Parallax II: Future Sequence
Eine weitere Band, die ich bis zu diesem Jahr sträflich vernachlässigt hatte. Eine wahre Prog-Perle, die zwar immer noch im Kern Metal ist, aber im drumherum einfach wieder so viele aberwitzige musikalische Stile vereinnahmt, dass man den Eindruck bekommt auf einer wahren Achterbahnfahrt (auch textlich!) durch die Musiklandschaft zu sein.
COLOUR HAZE - She Said
Lang, lang hat es gedauert bis dieses Album schlussendlich 2012 das Licht der Welt erblickte. Herausgekommen ist ein Album mit einer verdammten Jam-Attitüde, dass auch durch die Verwendung von Bläsern und Keys positiv überraschen konnte. Sicherlich zündet das Material nicht so konsequent bei den ersten Hördurchgängen wie zB “Transformation” oder Tracks vom Vorgänger Temple, doch entlohnt das längerfristige Auseinandersetzen mit vielen versteckten Sounddetails.
DYING FETUS - Reign Supreme
Auf dem Death Metal Thron sitzt neben dem starken “Sedition” von Hour of Penance ein alter Bekannter. DYING FETUS schaffen es auch im x-ten Jahre ihres Bestehens weitere feinste Brutalokost unter die Menschen zu bringen. Und obwohl sie größtenteils ihren Sound treu bleiben,
wirkt das Trio anno 2012 keineswegs angestaubt.
DER WEG EINER FREIHEIT - Unstille
Eines der wenigen Black-Releases, dass mich dieses Jahr wirklich fesseln konnte. Zwar finde ich die beiden Vorgänger minimal stärker, doch bedeutet dies nicht, dass das Album nicht ein hervorragendes Stück Musik wäre. Nach dem Ausstieg des Sängers bin ich gespannt, wie sich der Sound der Band ändern wird.
Und diese weiteren Releases blieben mir positiv in Erinnerung:
Ufomammut - Oro
Hour Of Penance - Sedition
Baroness - Yellow&Green
Leech - If We Get There One Day, Would You Please Open The Gates?
Ash Borer - Cold Of Ages

MORBID ANGEL - Ilud Divinum Insanus - The Remixes
Wie kann man einem Album, dass von den Fans nicht gerade mit offenen Armen empfangen wurde eine weitere Cash-Cow hinterherschieben? Hätte meiner Meinung nach gut als (Gratis-)Download funktioniert, so aber bleibt nur der Titel als der "unnötigster Release 2012"

UFOMAMMUT - Dresden, Ostpol
Die Intensität in diesem wirklich sehr kleinen Club war kaum zu überbieten. Auch wenn ich die Band schon diverse Male beiwohnen konnte, blieb am Ende des Abends nur ein "Wow" - Was für ein heavy und psychedelic Trip!
BORIS - Dresden, Beatpol
Ohne große Erwartungshaltung an die Livequalität der Japaner ran gegangen und förmlich weggeblasen worden. Was für eine Abwechslung, niemand konnte ahnen, dass hinter der zarten Asien Fassade so eine Wucht an Sounds steckt. Dabei lieferten die Band zum Tourabschluss eine quasi Best-Of Setlist (u.a. mit Songs aus Rainbow, Pink, Flood, Amplifier Worship).
Weitere Erwähnung verdienen:
Altars Of Plaques - Dresden, Chemiefabrik
Graveyard - Brüssel, Ancienne Belgique
Sleep & A Storm Of Light - Leipzig, Conne Island
Mars Red Sky & Asteroid - Dresden, Bärenzwinger
Nathan Fake - Berlin, Horst Kreuzberg
Colour Haze - Paris, Nouveau Casino
Godspeed You! Black Emperor - Dresden, Reithalle
Lento & Kasan - Dresden, AZ Conni

Animals As Leaders - Dresden, Reithalle
Eine technische Lehrstunde, doch wirkte Mr.Abasi mit ein paar überheblichen Ansagen reichlich unsympathisch, genauso wie das Preis/Leistungsverhältnis sehr mau aussah (20 Euro für eine Dreiviertel Stunden Show - das geht besser).
Full Of Hate Tour - Leipzig, Hellraiser
Eine Setlist und Performance von Behemoth, die keine Überraschungen bereit hielt und verblüffend dem letzten mir bekannten Auftritt der Band glich. Ähnliches gilt für Misery Index, die mir einst als Livegranate in Erinnerungen waren. Doch wirkte der Auftritt zu kraftlos und altbacken. Legion of the Damned klingen in meinen Ohren auch immer ähnlicher - Schade.

Stoned From The Underground - Weedeater zerstören, Rotor variieren und St. Vitus routinierten.
Party.San Metal Open Air - Immortal punkten mit Mut zur Selbstironie. Boltthrower zermahlen gewohnt gnadenlos. Incantation feiern ein starkes Comeback. Nocte Obducta zeigen den trven Metalheads den Mittelfinger. Solstafir beweisen, dass man auch ohne den maximalen Härtegrad auszuloten auf einem Extreme-Metal-Festival prima funktionieren kann.

Das Desertfest konnte zwar mit überragenden Auftritten von Monkey3, Glowsun und Colour Haze glänzen. Der groß angekündigte Hippie Markt und Biergarten entpuppte sich jedoch als recht dürftig (die Realität bestand aus viel Beton) und auch die Politik, die Einem abends das erneute Betreten des Festivalgeländes nach dem Verlassen verbot, war nicht unbedingt die Definition von Fan-Freundlichkeit.

Baroness - Erst der unglaublich fürchterliche Tourbuscrash, der diverse Blessuren hinterließ und das Fortbestehen der Band in die Sterne schrieb. Dann folgten erste positive Genesungsnachrichten und schlussendlich scheint sich alles zum Guten zu wenden. Die ersten Youtube Videos zeigen die Band regeneriert, fast als wäre nie etwas derartig schreckliches geschehen. Top!


Baroness - Yellow&Green


Orden Ogan - To The End

Games: FIFA 13 & Darksiders 2
Blue-Ray: Led Zeppelin - Celebration Day

Kadavar - Retro Rock wie aus der Zeitmaschine. Ganz starker Einstand, der sie zurecht in den Fokus unzähliger Desertrocker gerückt hat.
T.R.A.M. - Im Grunde keine wirkliche Newcomer eher eine Art Supergroup, stecken doch die beiden Animals as Leaders Gitarristen mit drin. Doch hier tobt man sich im Fusion Jazz aus und kombiniert diesen geschickt mit Metalanleihen, sodass einige Leute schon von "Djazz" sprechen.
Goat - Schweden Psychedelica. Man müsste meinen, so etwas gibt es schon genug aus dem Elchland, doch GOAT bedienen eine gänzlich andere Schiene als Witchcraft/Graveyard und Co.

Der Hobbit I - Die Erwartungshaltung meinerseits war nicht allzu hoch, sodass ich mich von tollen Bildern in den Kinosessel drücken lassen konnte und dabei die natürlich vorhanden Längen wohlwollend übersah.
Drive - Schön schräger Thriller mit Anleihen bei Tarantino. Stilsicher.

Colour Haze - Transformation

Zumindest Mitt Romney durfte seine Idiotie am öffentlichsten zur Schau stellen und bedenkliche Ansichten über die Medien verteilen.

Letztendlich empfand ich 2012 als ein schwaches Jahr für den Black Metal. Ich hoffe, meine eigentlich bevorzugte Metalrichtung kann mich nächstes Jahr wieder richtig positiv überraschen.

Wie wäre es mit einem neuen TOOL Album? 2013 müsste es doch mal wieder so weit sein ...
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