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Über Urheberrecht, Filesharing und Piraten...

Veröffentlicht: 05.08.2012 um 19:51 von agony&ecstasy
Aktualisiert: 06.08.2012 um 11:19 von agony&ecstasy

Ja, ich weiß. Als hätten noch nicht genug Leute ihren Senf zum Thema Urheberrecht, Filesharing und das absolut böse, welches im Herzen der Piratenpartei lauert dazu gegeben. Schade ist, dass eigentlich keine wirkliche Debatte entsteht, da beide Seiten sich lieber gegenseitig mit Dreck bewerfen. Es zeugt schon von einer profunden Boshaftigkeit oder eben Unwissenheit, wenn man den Piraten ausdauernd unterstellt, sie würden das Urheberrecht abschaffen wollen. Ein Blick auf die Homepage der Piraten reicht, um sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. Schade, dass diese Sau trotzdem weiterhin durchs Debatten-Dorf getrieben wird. Klar, man könnte den Piraten vorwerfen, dass sie bei allen Beteuerungen, dass Urheberrecht nur an die gewandelten Zeiten anpassen zu wollen recht wenig konstruktive Vorschläge haben, wie genau diese neue Regelung aussehen sollte. Aber genau dazu sollten sich vielleicht mal alle Seiten an einen Tisch setzen und eben diese erarbeiten.

Beide Seiten müssen hierbei auch mal ein paar ihrer Dogmen über Bord werfen. So ist das illegale downloaden von Musik noch lange nicht ok, nur weil dabei ja niemandem etwas weg genommen wird. Entgangener Umsatz ist sehr wohl ein Schaden für jemanden, der von solchen Umsätzen lebt. Sich also darauf auszuruhen, dass ja keine "Ware" aus einem "Regal" verschwindet ohne, dass dafür eine Bezahlung stattgefunden hätte ist also ein ziemlich billiges Argument.

Auf der anderen Seite ist die Annahme, dass ein runter geladenes Album einem nicht verkauften Album entspricht einfach nur kindisch. Die Kiddies, die Terrabyte um Terrabyte an Musik auf ihren Festplatten horten hätten diese Musik also legal erworben, wenn es die Möglichkeit illegaler downloads nicht gäbe? Wirklich, liebe Musikindustrie?

Richtig ist: Kunstschaffende müssen die Möglichkeit haben, für ihre Kunst entlohnt zu werden, davon leben zu können. Wer glaubt, dass Künstler nur von Luft und Liebe leben sollten, der lebt in einer Traumwelt. Instrumente, Proberäume, Aufnahmen und so weiter wollen bezahlt werden. Niemand, der Musik wirklich liebt kann ernsthaft wollen, dass Musiker um die Möglichkeit gebracht werden, ihren Lebensunterhalt mit der Musik zu verdienen oder zumindest nicht dabei drauf zu zahlen.

Aber mal ganz ehrlich, liebe Musikindustrie. Liegt es wirklich alleine an den bösen, illegalen downloads, dass die Zeiten für euch so schlecht sind, wie ihr uns immer glauben machen wollt? Nein, natürlich nicht. Wenn ich sehe, wie der Markt mit Veröffentlichungen geflutet wird, dann ist es kein Wunder, dass die Verkaufszahlen eines Albums nicht mehr die selben sind wie in den "guten alten Zeiten". Diese Masse an Releases braucht kein Mensch und kann - von einigen Ausnahmen abgesehen - auch kein Mensch mehr bezahlen. Davon abgesehen hat sich das Medienkonsumverhalten nun mal geändert, es bringt nichts, das böse Internet deswegen zu verteufeln.

Ich stimme in einem Punkt völlig mit den Piraten überein: Das Verfolgen von Hörern, die sich mal ein Album runterladen muss aufhören! Man sollte gegen die Quellen vorgehen, nicht gegen den Fan, der sich mal umsonst ein Album runter läd. Damit vergrault man die Fans nur. Jemand, der sich ein Album einer Band illegal aus dem Netzt runter geladen hat kann, wenn ihm gefällt was er hört, durchaus zu einem Fan werden. Einem Fan der Alben kauft und Konzerte besucht, ein Fan an dem die Band Geld verdient. Wenn er Post vom Anwalt bekommt, sinken diese Chancen sicher drastisch. Deswegen sollte man den Sumpf der Abmahn-Kanzleien trockenlegen. Diesen Leuten geht es nicht darum Urheberrecht zu schützen sondern nur darum auf einfache Art und Weise Geld zu verdienen – das ist armselig und schändlich!
Kategorie: Kategorielos
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